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Neues Funsport-Gerät für Rodel-Spaßohne Schnee: Bockerl.

Bockerl: Rasanter Schlitten-Spaß auch ohne Schnee

Rodeln? Im Sommer? Ohne Bahn? Das neue Funsport-Gerät, das Bockerl, macht den Spaß auf jedem grünen Hügel möglich. Unser Mitarbeiter Martin Müller hat den Schlitten für die schneefreie Zeit getestet.

Schon wieder ein neues Funsportgerät! Als ob die Gesellschaft nicht bereits mit Wakeboards, Snakeboards und anderen verrückten rollenbewehrten Brettern und rasenden Untersätzen versorgt wäre. Meine Begeisterung für das Bockerl hält sich also bei der ersten Betrachtung im Münchner Luitpoldpark in Grenzen. Dazu kommt: Dieses Gerät sieht alles andere als einladend aus. Florian Thiele, Besitzer des Bockerlshops in der Adalbertstraße, beruhigt mich: Die Abfahrtshilfe sei kinderleicht in der Bedienung. Na Bravo.

Unser Videojournalist Martin Müller wagte den Bockerl-Test.

Ich versuche, auf das Bockerl zu steigen. Aber wie setzt man sich auf ein Gefährt, das aus drei Rollen, einem Mini-Lenker und einer sehr kleinen und daher wenig vertrauenserweckenden Bremse besteht? Florian Thiele, der die Bockerl für 269 Euro verkauft, rät: „Beine über den Lenker, unter den Beinen den Lenker greifen und die Füße als Stabilisatoren ausfahren.“

Nun ist Mut gefordert. Ich überwinde mich und stoße mich ab. Der Hang ist steiler als gedacht und das Bockerl nimmt verdammt schnell Fahrt auf. Nach den ersten Metern die Überraschung: Ich merke, dass sich das Bockerl erstaunlich stabil fährt. Auch wenn ich nur wenige Zentimeter über der Grasnarbe den Hang hinabrase - der Spaß steigt mit jedem Meter, Angst und Bange sind verflogen. Das ist tatsächlich wie Schlittenfahren. Adrenalin vermischt sich mit Kindheitserinnerungen und ich denke mir: „Was soll schon schlimmeres passieren, als dass ich auf dem Hosenboden lande?“ Und schon bin ich unten angekommen. Ich will nochmal.

Hans Gschwendtner (36) und Thomas Eimansberger (41) sind die Erfinder dieses Spaßgerätes. Die beiden Bergsteiger aus Bad Tölz haben es 2001 für den Abstieg nach einer Bergtour konzipiert. Sie wollten sich nach einem anstrengenden Aufstieg mit einer rasanten Abfahrt belohnen. Im Winter verwendeten sie dazu das aus Südtirol stammende Böckel, eine Art Schlitten. Aber im Sommer? Gschwendtner und Eimansberger und begannen mit der Bastelei. Mittlerweile hat sich um die rasende Abfahrtshilfe ein Trendsport entwickelt. Am 24. Mai findet am Blomberg in Bad Tölz ein Bockerlrennen statt. Auch Erfinder Thomas Eimansberger stürzt sich dann mit seinem Bockerl den Hang hinunter. „Spaß machen soll´s“, sagt er. Dafür ist das Bockerl schließlich auch erfunden worden.“

Von Martin Müller

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