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Am Dienstag steht München still

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Am Dienstag werden Fahrgäste der MVG wieder vor verschlossenen U-Bahn-Eingängen stehen. © vh

München - Es war der letzte Rettungsversuch: Vier Stunden lang verhandelten am Donnerstagabend SWM-Personalchef Reinhard Büttner als Vertreter der Arbeitgeber und Frank Riegler von der Gewerkschaft Verdi für die Arbeitnehmer in der Münchner Stadtwerke-Zentrale.

Doch auch das letzte Tarifgespräch für den öffentlichen Nahverkehr in Bayern brachte keine Annäherung. Jetzt wird gestreikt. Schon am Freitag wurde der Nahverkehr in Augsburg lahmgelegt, am Montag ist der Großraum Nürnberg dran, Regensburg gar von Montag bis Samstag. Und am Dienstag fährt dann in München von 3.30 bis 16 Uhr keine Tram und keine U-Bahn, die Busse fahren nur eingeschränkt – und ohne Leitstelle. Das große Chaos ist vorprogrammiert.

„Die Arbeitszeit ist für die Arbeitgeber ein Dogma“, so Riegler zur tz. „Auch bei den Schichtzulagen und beim Lohn gab es keine Annäherung.“ Die Gewerkschaften hatten dem letzten Kompromiss nicht zugestimmt, weil er eine halbe Stunde Mehrarbeit pro Woche beinhaltete. Arbeitgebervertreter Büttner erklärte der tz: „Man muss die Personalkosten im Paket sehen, die andere Seite wollte über die einzelnen Punkte verhandeln.“

Es wurden keine weiteren Gespräche vereinbart. Immerhin, so Büttner: „Wir haben beide Telefone.“ Und Riegler beantwortet die Frage, ob es noch überraschende Annäherungen geben könnte, mit einem: „Möglich ist alles.“

Die Streikvorbereitungen laufen derweil auf Hochtouren. In München werden schon ab Sonntag für eine Woche lang die Werkstätten und das zentrale Materiallager in Fröttmaning bestreikt. Nach und nach werden immer mehr U-Bahnzüge ausfallen. Von Montag bis Samstag wird die Trambahn- und Fahrscheinautomatenwerkstatt in der Ständlerstraße bestreikt. „Die Fahrscheinautomaten und Entwerter sind recht wartungsintensiv und gehen oft kaputt. Ein Automat, der nicht funktioniert, nimmt kein Geld ein“, so Verdi-Verkehrssekretär Martin Marcinek. Von Dienstag bis Samstag wird die Buswerkstatt Ost bestreikt. Dienstag und Mittwoch streiken außerdem alle Angestellten der Oberflächenleitstelle. Deshalb müssen die 200 Notbusse, die die MVG am Dienstag auf 50 Linien fahren lassen will, ohne zentrale Koordination auskommen, die Busfahrer sind auf sich selbst gestellt und pendeln einfach, wie es der Verkehr zulässt …

J. Welte / tz

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Nahverkehrsstreiks bislang ohne gravierende Folgen

Auch der zweite Streiktag im öffentlichen Nahverkehr in Augsburg ist ohne gravierende Folgen für den Stadtverkehr geblieben. Dieser sei am Samstag etwas dichter gewesen als sonst, aber es habe keine besonderen Behinderungen gegeben, sagte Jürgen Dillmann, Sprecher der Stadtwerke Augsburg. Die Gewerkschaft ver.di sprach unterdessen von einem Erfolg der Arbeitsniederlegungen. Am Freitag haben sich demnach rund 370 Beschäftigte an dem Ausstand beteiligt, am Samstag 150. “Die Leute sind bereit, auch länger zu streiken“, sagte ver.di Sprecher Hans Blöchl und bestätigte, dass die Augsburger Streikplanung für die nächste Woche stehe. Der frühestmögliche Termin für eine Fortsetzung der Arbeitsniederlegungen sei Dienstag, da ver.di diese 48 Stunden vorher bekanntgeben wolle. Die Gewerkschaft hatte die Beschäftigten am Freitag zum Streik in Augsburg aufgerufen, der zunächst noch bis Sonntag um 04.00 Uhr dauern sollte.

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