Mobilfunkturm mit Alpenblick

München - Auf die Barrikaden treibt der geplante Mobilfunkturm im Truderinger Wald bereits so manchen Anwohner. Jetzt wollen Lokalpolitiker die Menschen auch noch auf den Turm selbst hinauftreiben. Er soll mit einer Aussichtsplattform ergänzt werden, wünscht sich der zuständige Bezirksausschuss Trudering-Riem.

Statt dauernd eine Diskussion um den „Fremdkörper“ im Naherholungsgebiet zu führen, müsse man lieber über kreative Lösungen nachdenken, argumentiert die CSU. Die Idee, den geplanten Mobilfunkturm gleich als Aussichtsturm zu errichten, habe etwas Bestechendes, sagte Georg Kronawitter (CSU). Der ungeliebte Funkturm, den zahlreiche Truderinger nicht haben wollen, erhalte so eine positive Zusatzfunktion und sei als Investition ins Naherholungsgebiet anzusehen. Aussichtstürme seien in großen Forstgebieten gang und gäbe.

Eine Bürgerin hatte Kronawitter privat diesen Vorschlag unterbreitet. Die Stadt soll sich nun beim Mobilfunkbetreiber Vodafone für die Idee einsetzen. „Sollten Zusatzkosten ein Problem darstellen, ist dies dem BA mitzuteilen, auf dass er an einer Lösung mitwirken kann.“

Günter Götz (SPD) hat bei Vodafone schon angeklopft und eine Abfuhr erhalten. Man sei ein Mobilfunk- und kein Aussichtsturmbetreiber, zitierte Götz. „Ich glaube, das können wir vergessen.“ Zudem brauche die Plattform wegen der Strahlung gut sechs Meter Abstand zur Antenne, wodurch der 43 Meter hohe Mast zusätzlich aufgestockt würde.

Die Antennen würden erst 38 Meter über dem Boden beginnen, widersprach Kronawitter, die Bäume im Truderinger Wald seien jedoch nur 30 Meter hoch. „Da sind acht Meter frei.“ Und direkt unter der Antenne bekomme man keine Strahlung ab. „Unterm Leuchtturm ist es auch dunkel.“ Bevor der BA sich entscheidet, will er erst einmal hören, was der Netzbetreiber und die Stadt von der Idee halten.

Carmen Ick-Dietl

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