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Anschauungsobjekt: Dieses Modell im Maßstab 1:10 im Hauptbahnhof zeigt eine S-Bahn, wie sie ab 2018 in München unterwegs sein wird.

MVV treibt Modernisierung voran

Weniger Sitzplätze, breitere Gänge: Das ist die neue S-Bahn

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Ab kommendem Frühjahr wird die Fahrzeugflotte der Münchner S-Bahn modernisiert. Wie die Züge dann aussehen werden, können sich die Fahrgäste bereits ansehen - im Hauptbahnhof.

München - Die Münchner S-Bahn stößt längst an ihre Grenzen - und das bei einer jährlich wachsenden Bevölkerung im Großraum München. „Erst mit Inbetriebnahme der Zweiten Stammstrecke im Jahr 2026 werden mehr S-Bahnen durch München fahren können. Diese knapp zehn Jahre müssen wir überbrücken“, erklärt Johann Niggl, Sprecher der Bayerischen Eisenbahngesellschaft. Deshalb werden die Züge der S-Bahn ab 2018 nach und nach modernisiert. Das Ziel: Der Platz in den Zügen soll besser ausgenutzt werden. Wie die neuen Fahrzeuge aussehen sollen, können Fahrgäste im Kundencenter der S-Bahn im Zwischengeschoss des Hauptbahnhofs begutachten. Dort steht ein Modell im Maßstab 1:10.

Kommentar zum S-Bahn-Deal: Darum dürfen sich Pendler jetzt freuen

„Wir müssen so weit wie möglich die Situation vermeiden, dass Fahrgäste wegen überfüllter S-Bahnen nicht mitfahren können“, erklärt Niggl. Dafür wird die Zahl der Sitzplätze reduziert - von 192 auf 166 pro Fahrzeug. Das hört sich zunächst paradox an, die Plätze müssen allerdings einem großzügigeren Raumkonzept weichen. Denn derzeit stößt die S-Bahn vor allem deshalb an die Grenzen ihrer Kapazität, weil sich die Fahrgäste äußerst ungleichmäßig über den vorhandenen Platz verteilen. Die meisten Passagiere bleiben im Bereich des Einstiegs stehen, die Gänge zwischen den Sitzgruppen werden dagegen zu wenig genutzt. Ein weiteres Problem: Selbst in voll besetzten Zügen bleiben Sitzplätze frei, etwa weil sie mit Gepäckstücken belegt werden.

Eckbank: Der Familienbereich soll größeren Gruppen Platz bieten.

Zugang zum Gang zwischen den Sitzgruppen wird breiter

Diese Probleme will die Bahn jetzt mit einer völlig neuen Innenraumgestaltung in den Griff kriegen. Im Einstiegsbereich fällt je ein Sitzplatz in den Vierergruppen weg. Das hat zwei Vorteile. Die Passagiere sollen sich besser im Zug verteilen, da der Zugang zum Gang zwischen den Sitzgruppen breiter ist. Gleichzeitig ist neben dem Einzelsitz Platz für ein größeres Gepäckstück, das so keinen Sitzplatz blockiert. Weitere Gepäckflächen finden sich künftig unter den Sitzen. „Ein Großteil der Sitze wird künftig schwebend angebracht, um darunter zusätzlichen Stauraum für Gepäck zu schaffen“, so Niggl. So werde die Zahl der Sitzplätze zwar sinken, insgesamt können aber mehr Fahrgäste transportiert werden. „Die Gesamtkapazität pro Fahrzeug erhöht sich von 544 auf 612 Plätze“, sagt der Sprecher der Bayerischen Eisenbahngesellschaft.

Mehr Freiheit: Ein großzügigeres Raumkonzept soll für eine bessere Verteilung der Passagiere sorgen.

Ebenfalls neu: Monitore an den Decken zeigen Echtzeit-Informationen zum Fahrtverlauf und informieren über die jeweiligen Umsteigemöglichkeiten. Angrenzend an die beiden Führerstände wird ein Familien- und Gruppenbereich eingerichtet. Die Sitze werden als Eckbank angeordnet, sodass selbst größere Gruppen Platz finden. Und für Rollstuhlfahrer, Radler und Kinderwagen sollen großzügige Mehrzweckbereiche Platz bieten.

Mehrzweck: Hier sollen Rollstuhlfahrer, Radler und Kinderwägen Platz finden.

Marc Kniepkamp

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