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Gustl Mollath wird am 7. September auf dem Marienplatz im Rahmen einer Kundgebung auftreten.

Erster öffentlicher Auftritt nach Entlassung

Mollath spricht auf dem Marienplatz

München – Erstmals seit seiner Entlassung aus der Bayreuther Psychiatrie will Gustl Mollath in der Öffentlichkeit auftreten und sprechen - bei einer Kundgebung auf dem Marienplatz.

Für eine Kundgebung unter dem Titel „Konsequenzen aus dem Fall Gustl Mollath“ am übernächsten Samstag (7. September) ab 15.30 Uhr auf dem Münchner Marienplatz ist ein Redebeitrag des 56-Jährigen eingeplant, bestätigte der Veranstalter, Franz Josef Amann (63) aus Schliersee (Kreis Miesbach). Er ist Vorsitzender des Vereins „Hilfe für Gustl Mollath“ und hat in seinem Landkreis bereits Benefizkonzerte zugunsten Mollaths organisiert. „Ich freue mich wirklich, dass Mollath kommt.“

Ursprünglich hieß es von den Oppositionsparteien im Landtag, die Person Mollath solle nicht in den Wahlkampf hineingezogen werden. Amann, Mitglied der SPD in Schliersee, stellt allerdings in Abrede, dass es sich um Wahlkampf handelt. „Das ist nicht so gedacht.“ Vielmehr gehe es darum, Missstände in der Psychiatrie anzusprechen. Die Gelegenheit sei günstig, meint auch Grünen-Fraktionschef Martin Runge, der neben dem Abgeordneten Florian Streibl (Freie Wähler) ebenfalls sprechen wird. „Diesen Fahrtwind müssen wir jetzt mitnehmen.“

Neben einer allgemeinen Psychiatriereform fordert Runge aber auch, weiteres Licht in die Affäre Mollath zu bringen. Er weist unter anderem auf Ungereimtheiten in der Aussage des pensionierten Nürnberger Richters Otto Brixner vor dem Mollath-Untersuchungsausschuss hin. Von Brixner stammt das (nun aufgehobene) Urteil aus dem Jahr 2006, mit dem Mollath in die Psychiatrie geschickt wurde. Dabei geht es um die Frage, wie lange und intensiv sich Brixner und der heutige Ehemann von Frau Mollath – der damals in der selben Bank arbeitete und möglicherweise mit Schwarzgeldverschiebungen befasst war – kannten. Runge hält Brixner Falschaussage vor. Auch schwere Freiheitsberaubung stehe im Raum. Die Staatsanwaltschaft München I erklärte, der Verdacht auf uneidliche Falschaussage sei geprüft worden, aber unbegründet.  

dw

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