Der Siegerentwurf aus dem Jahr 2007 für das Hotel am früheren Moosacher Ladehof. iVivico Real Estate

Moosachs neuer Kern

München - Rund um den Moosacher Bahnhof entsteht in den kommenden Jahren ein neues Stadtteilzentrum. Einzelhandel, ein Hotel und Flächen zum Verweilen sollen den Bezirk künftig aufwerten und neu beleben.

Wer am Bahnhof in Moosach den Zug verlässt, steht in einer eher trostlosen Umgebung. Südöstlich der Bahngleise befindet sich die seit Jahren brachliegende Fläche des Ladehofs Moosach, im Norden der leere Memminger Platz. Doch in Zukunft soll hier wieder das Leben pulsieren. Rund um den Moosacher Bahnhof wird in den kommenden Jahren ein neues Stadtteilzentrum entstehen.

Auf der über 25 000 Quadratmeter großen Fläche des früheren Ladehofs plant das Immobilien-Unternehmen Vivico Real Estate ein Einkaufszentrum mit Parkplätzen und ein Hotel. „Für uns hat das ehemalige Bahngelände einen innerstädtischen Wert, der in den vergangenen Jahren nicht genutzt wurde“, sagt Markus Diekow, Pressesprecher der Vivico Real Estate.

Hintergrund der Baupläne ist die Erweiterung des Moosacher Bahnhofs. Die U-Bahn-Linie 3 wird derzeit bis hierhin verlängert und soll ab 2010 die neue Haltestelle „Moosach“ anfahren. Dann halten am Bahnhof Regionalzüge, S-Bahn, Tram, U-Bahn sowie mehrere Buslinien. „Das Gelände um den Bahnhof soll künftig einen Zentralpunkt in Moosach bilden“, sagt Diekow. Welche Art von Läden in das geplante Einkaufszentrum einziehen sollen, will er aber noch nicht sagen: „Das überlassen wir den Betreibern“, betont er.

Auch was das Konzept für das geplante Hotel betrifft, hält Diekow sich noch mit Informationen zurück. Etwa 200 Betten soll es haben und „sicher kein Fünf-Sterne-Haus werden“. Da mit der S1 die Anbindung an den Flughafen besteht, glaubt Diekow aber an ein großes Potenzialdes Hotelstandorts. Wieviel Geld Vivico Real Estate in den Bau des neuen Einkaufszentrums und Hotelgebäudes investieren will, möchte Markus Diekow ebenfalls nicht sagen. Nur den Zeitplan konkretisiert er: „Wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, könnten Einkaufszentrum und Hotel im Jahr 2013 realisiert sein.“

Für den Stadtteil gehören die Pläne zum „wichtigsten Bauprojekt der nächsten Jahre“, sagt Johanna Salzhuber (SPD), Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) Moosach. „Unser Wunsch ist es, ein Pendant zum Olympia-Einkaufszentrum zu haben“, sagt Salzhuber. Das belebe den Stadtteil, und davon würden auch die kleineren Läden wieder profitieren.

Der Flächennutzungsplan für den ehemaligen Ladehof sieht außerdem eine größere Grünfläche vor. Dafür soll das entlang der Bahntrasse München-Regensburg entstandene Biotop im Südwesten des Geländes erweitert werden.

Auch im Norden des Bahnhofs wird sich einiges ändern: Der Memminger Platz soll bereits bis Ende 2011 wieder belebt sein. Den Großteil des Platzes beanspruchen dann die Haltestellen für Busse und Trambahnen. Dennoch war den Stadtteilbewohnern wichtig, dass der Platz „zum Verweilen einlädt“, sagt Johanna Salzhuber. Deshalb sollen in der Mitte des Platzes eine Grünfläche mit Sitzgelegenheiten sowie ein Kiosk und ein Basketballkorb entstehen. Unter der Erde entsteht im Zwischengeschoss der U-Bahn eine Tiefgarage.

Für die „Bunzlauer Kurve“ erhoffen sich die Mosacher ebenfalls eine Aufwertung: „Hier könnte künftig der Wochenmarkt stattfinden“, schlägt Salzhuber vor. Das sei für die „schwer bebaubare“ Fläche vor dem neuen U-Bahn-Eingang eine „ideale Lösung.“

Über die genauen Details der Bebauungs- und Flächennutzungspläne auf dem ehemaligen Ladehof informieren am heutigen Montag die beteiligten Behörden und Träger. Der BA lädt deshalb alle Interessierten ab 19 Uhr in die Aula des Schulzentrums Moosach, Gerastraße 6, ein.

Kerstin Lottritz

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