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Michael P. (r.,30) hat die Tat gestanden. Ihm droht lebenslange Haft.

„Sie wollte umgebracht werden“

Die kaputte Seele von Alines Mörder

München - Er erdrosselte seine Freundin Aline auf der Couch, dann versteckte er sie in einer Kellerruine. Nun sprach Michael P. vor Gericht - und kämpfte um die Anerkennung einer psychischen Erkrankung.

Er wusste offenbar genau, was er tat: Ein Gutachter attestierte Michael P. (30) am Freitag die volle Schuldfähigkeit. Der Sicherheitsmann hatte bereits zum Prozessauftakt gestanden, seine Freundin Aline K. († 30) erwürgt zu haben.

„Sie wollte umgebracht werden“, versuchte Michael P. den Mord zu rechtfertigen. Auf ein strafmilderndes Urteil aber kann er nicht hoffen. Zusammen mit seinem Anwalt kämpft er vor dem Landgericht um die Anerkennung einer psychischen Erkrankung, die ihn zumindest teilweise zur Tat getrieben haben soll. Doch der psychiatrische Sachverständige Cornelis Stadtland erklärte Freitag, dass Alines Mörder zielgerichtet und bewusst handelte. „Zu jeder Zeit. Davor und danach.“ 

Schon alleine sein Verhalten nach der Tat belegt, dass Michael P. in jeder Lage Herr seiner Sinne gewesen sein muss. Nachdem er Aline K. aus Eifersucht über ihren neuen Freund in der gemeinsamen Wohnung in der Kafkastraße in Neuperlach auf der Couch erwürgt hatte, trug er sie in den Fahrstuhl, fuhr mit ihr in die Tiefgarage und legte sie auf die Rücksitzbank seines Ford Mondeo. Bevor er ihre Leiche in der finsteren Kellerruine in Lochhausen ablegte, besuchte er einen Freund und tischte ihm eine Lüge auf. Seine Aline habe wutentbrannt die Wohnung verlassen. Er wisse nicht, wo sie sei, erzählte er damals. P. sprach von einer Erinnerungslücke: „Ich war im Tunnel, wusste nicht, was ich tue.“

Bei Michael P. wurde eine Art Schizophrenie diagnostiziert

Für Stadtland spricht ein Indiz dagegen: „Der Angeklagte kann sich an die Details erinnern. Die Erinnerungslücke konnte er mit einer erfundenen Geschichte füllen. Bei einer Erkrankung wäre das nicht möglich.“ Der Gutachter bescheinigt Michael P. eine überdurchschnittliche Intelligenz. Vor Jahren habe man bei Michael P. eine Art Schizophrenie diagnostiziert. Auch ein Borderline-Syndrom wurde festgestellt. Alines Mörder leidet unter Stimmungsschwankungen, Wutanfällen, hatte wohl auch Selbstmordabsichten geäußert. Außerdem habe P. seit seiner Kindheit Halluzinationen. „Ich sehe Echsenmenschen“, sagte er.

Alines Mörder hatte bereits Mitte September vor Gericht ausgesagt und die Tat gestanden. Auch Alines Eltern wurden angehört.  Am Montag, 7. November, werden die Plädoyers gehalten. Das Urteil soll am 11. November gesprochen werden. Michael P. droht lebenslange Haft.

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