Mord nach 22 Jahren geklärt

- Einbrecher erschlugen Sendlinger Pensionswirtin Rosalie Knauer

VON WOLFGANG HAUSKRECHT Nach 22 Jahren hat die Polizei den Mord an der 76-jährigen Pensionswirtin Rosalie Knauer aus Sendling geklärt. Ein Fingerabdruck führte jetzt dank neuester Technik zu den Tätern. Der 43-jährige Wilhelm Sch. aus dem Landkreis Ebersberg und der 42-jährige Münchner Sozialhilfeempfänger Harald St. haben die Tat gestanden.

Zwei junge Frauen und ein Mann liegen tot in Pensionszimmer - in Leichen stecken Pfeile - exklusive Details

Der rüstigen Wirtin der Pension an der Kidlerstraße wurde an jenem Ostermontag 1982 ihr Mut zum Verhängnis. Rosalie Knauer hatte gegen Mitternacht Lärm gehört. Sie verständigte die Polizei, ging dann aber selbst nachsehen. Wenige Augenblicke später überraschte sie ihre Mörder auf der Suche nach Wertsachen. Mit einer Holzlatte, die er unter einem Getränkeautomaten der Pension gefunden hatte, schlug Wilhelm Sch. auf den Kopf der 76-Jährigen ein. Mit 90 Mark Bargeld und etwas Schmuck nahmen die Einbrecher Reißaus. Die von der Wirtin verständigte Polizei hatte damals im Vorbeifahren nichts Verdächtiges wahrgenommen und hatte wieder abgedreht. Deshalb wurde die Wirtin erst am Vormittag von einem Gast gefunden. Kurz darauf starb sie im Krankenhaus.

22 Jahre fahndete die Mordkommission vergebens. Zwar wurde eine Schmuckschatulle mit einem Fingerabdruck in einer Mülltonne gefunden, aber der Abdruck war zu schlecht für einen Abgleich in der Fingerspur-Datenbank AFIS. Im vergangenen Jahr bereiteten ein Mordermittler und ein Experte des Landeskriminalamts die Spur derart auf, dass die neue Software MetaMorpho sie doch noch verarbeiten konnte.

Und MetaMorpho wurde fündig. Die Spur gehörte zu Wilhelm Sch., der wegen Raubes bereits vier Jahre in Haft saß. Am Mittwoch wurde er festgenommen. Sch., der inzwischen verheiratet ist und Kinder hat, gestand und benannte seinen früheren Spezl Harald St. als Mittäter. Der 42-Jährige wurde noch am selben Tag festgesetzt.

Motiv für den Einbruch waren massive Schulden. Wilhelm Sch. stand mit 30 000 Mark in der Kreide. Nach einer Kneipentour entschlossen sich die beiden spontan zu dem Einbruch. In der Pension hoffte man auf reichlich Bargeld.

Wie Dezernatsleiter Harald Pickert sagte, rechnete Wilhelm Sch. damit, irgendwann überführt zu werden. "Die Zeit wird noch viele einholen", ließ Pickert durchblicken, dass weitere der nunmehr noch 69 ungeklärten Altfälle kurz vor der Klärung stehen.

Weil sie zum Tatzeitpunkt erst 21 und 20 Jahre alt waren, werden Wilhelm Sch. und Harald St. vor der Jugendkammer wegen Mordes in Mittäterschaft angeklagt.

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