Das Opfer Cavus Ünlü wurde 1986 gewaltsam getötet. mm

Mord nach 23 Jahren geklärt

München - Knapp 23 Jahre nach dem gewaltsamen Tod des 26-jährigen Türken Cavus Ünlü in München ist der Mord laut Polizei aufgeklärt. Tatverdächtig sind zwei Cousins des Opfers.

Nach den Ergebnissen neuer DNA-Untersuchungen gelten ein damals 37 Jahre alter Cousin des ermordeten Bauarbeiters sowie ein damals 34 Jahre alter Cousin als dringend tatverdächtig. Nach Angaben des Münchner Chef-Mordermittlers Markus Kraus erging gegen die beiden Brüder Haftbefehl, wobei der ältere ohnehin schon wegen einer anderen Straftat im Gefängnis saß.

Am 15. Dezember 1986 hatte ein Jäger die Leiche des 26-jährigen Cavus Ünlü in einem Auto entdeckt, das im Taufkirchner Forst (Kreis München) abgestellt war. Gegen 22.15 Uhr hatte der Förster einen grauen Mitsubishi mit geöffneter Tür im Wald gesehen – und vermutete zunächst ein Liebespaar in dem Fahrzeug. Als sein Weg eine halbe Stunde später erneut an dem Auto vorbeiführte, machte er die grausame Entdeckung. Auf der Rückbank saß der tote Ünlü. Die Obduktion ergab, das der damals in der Isarvorstadt lebende Polier durch Hiebe mit einem scharfkantigen Werkzeug gegen den Schädel und den Hals getötet worden war.

Die Ermittler fanden heraus, dass der 26-Jährige in München mit seiner Geliebten zusammen gewohnt hatte, obwohl er mit einer Türkin verheiratet war. Vermutlich war dies wohl auch der Grund, warum sich Ünlüs verlassene Ehefrau 1986 selbst umgebracht hatte. Dies wiederum legte den Schluss auf einen Ehrenmord nahe: Schon 1986 gab es laut Mord-Ermittler Kraus Verdachtsmomente gegen die beiden jetzt beschuldigten Männer. „Ein Tatnachweis war damals jedoch nicht möglich.“

Doch kürzlich konnte mit einer verbesserten DNA-Methoden ein genetischer Fingerabdruck an einem Beweisstück dem heute 59-jährigen Cousin zugeordnet werden. Bei den weiteren Ermittlungen erhärtete sich der Tatverdacht auch gegen den zweiten, mittlerweile 56 Jahre alten Mann.

Ferner ist bekannt, das Ünlü aus einer Großfamilie stammte, die damals wie heute zum Teil in München lebt. Weitere Angaben machte die Polizei am Freitag aber aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

Sven Rieber

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