1. Startseite
  2. Lokales
  3. München
  4. Stadt München

Mordanklage gegen mutmaßlichen Terrorhelfer

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

München - Harun P. (27) aus München soll sich Islamisten in Syrien angeschlossen und Gewalttaten geplant und ausgeführt haben

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen den mutmaßlichen syrischen Terrorhelfer Harun P. aus München erhoben. Sie wirft dem 27-Jährigen nach einer Mitteilung vom Donnerstag vor, als Mitglied der Gruppe „Junud Al-Sham“ am Terror in Syrien beteiligt gewesen zu sein. Zudem soll P. sich vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in Syrien sowie wegen gemeinschaftlichen Mordes und versuchter Anstiftung zum Mord verantworten.

Tschechische Grenzbeamte hatten Harun P. am 1. April am Flughafen in Prag festgenommen, mittlerweile sitzt er in Deutschland in Untersuchungshaft. Er soll Anfang Februar zusammen mit etwa 1600 Dschihadisten das Zentralgefängnis im syrischen Aleppo mit Panzern und Maschinengewehren und 20 Tonnen Sprengstoff angegriffen und etwa 300 Gefangene befreit haben. Bei den Kämpfen wurden laut Bundesanwaltschaft mindestens zwei syrische Regierungssoldaten und fünf Häftlinge getötet.

Der Beschuldigte soll zudem versucht haben, Verantwortliche der „Junud Al-Sham“ dazu zu bewegen, ein Mädchen zu töten, das aus Syrien nach Deutschland zurück wollte. Er habe befürchtet, die 16-Jährige könnte seinen Aufenthaltsort und seine Aktivitäten verraten. Das Ansinnen des Angeklagten sei jedoch verworfen worden. Näheres zu dem Mädchen ist nicht bekannt.

Wer Harun P. genau ist, ob er bereits in München radikalisiert wurde und was er nach seiner Rückkehr in Deutschland vorhatte, bleibt unklar. Die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe wollte darauf bislang mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine Antworten geben. Klar ist jedoch: Der deutsche Staatsangehörige war der Behörde zufolge im September 2013 nach Syrien gereist, wo er sich spätestens im Dezember der militant-dschihadistischen Gruppierung „Junud Al-Sham“ anschloss. Er soll eine Kampfausbildung absolviert und unter anderem ein Schnellfeuergewehr erhalten haben. Anschließend soll er zunächst für Wachdienste eingesetzt worden sein. Im März 2014 erwirkte die Münchner Staatsanwaltschaft einen europäischen Haftbefehl gegen P.

dpa/lö

Auch interessant

Kommentare