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Der Tatort: in diesem Wohnhaus in Giesing erschlug Hasan T. seine Ehefrau Safiye.

Mord-Prozess: Deutsch-Türke schlug Frau mit Krücken tot

München - Hasan T. hat im vergangenen Juni seine Ehefrau mit Krücken erschlagen. Das gestand er vor dem Landgericht. Zwar entschuldigte er sich, seine Frau hatte er aber oft verprügelt.

Hasan T. sitzt auf der Anklagebank und erzählt von seiner Frau Safiye, als wäre sie noch am Leben. Er nennt sie „meine jetzige Frau“ und trägt noch immer den goldenen Ehering an der rechten Hand. Doch der Deutsch-Türke hat die damals 24-jährige Frau selbst erschlagen.

Zu Beginn des Prozesses verliest er eine Erklärung, in der er die Tat gesteht und sich bei dem gemeinsamen Sohn und den Schwiegereltern entschuldigt. „Ich habe sie immer von ganzem Herzen geliebt“, sagt der gelernte Hotelfachmann. „Leider habe ich meinen aufgestauten Frust an ihr ausgelassen.“

Am 1. Juni des vergangen Jahres war Hasan T. aufgewacht und hatte Streit mit seiner Frau angefangen. Er warf ihr vor, ihn zu spät geweckt und nicht an die Einnahme seiner Tabletten erinnert zu haben. Der 32-Jährige war einige Monate zuvor wegen eines Hirntumors operiert worden.

Seit Monaten hatte er über Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit und Stimmungsschwankungen geklagt. „Als ich aufgestanden bin, war ich wieder sauer“, sagt Hasan T. Er nahm eine seiner Aluminiumkrücken und prügelte auf die junge Frau ein. Safiye flüchtete durch die ganze Giesinger Wohnung, Hasan T. verfolgte sie, prügelte immer weiter. Als die Krücke brach, schlug er zunächst mit den spitzen Resten auf sie ein, fügte ihr Schnittverletzungen zu. Dann nahm er die zweite Krücke und prügelte weiter. So schildert Hasan T. seine Tat vor Gericht.

Weil Safiye danach über Übelkeit klagte, habe er sie auf den Balkon getragen und ihr Wasser gegeben. Dann ging er mit seinem eineinhalbjährigen Sohn Mehmet zur nahegelegenen Tankstelle, kaufte Zigaretten und Schokolade.

Als er wiederkam, war Safiye bewusstlos. Er habe sie ins Schlafzimmer getragen und versucht sie wiederzubeleben, sagt Hasan T. „Ich habe gebetet und immer wieder gesagt: Bitte steh auf, steh auf, steh auf!“ Aber erst Stunden nach dem Einkauf bei der Tankstelle wählte er den Notruf, der Notarzt konnte der Frau nicht mehr helfen. Später stellte man fest, dass sie an ihrem eigenen Erbrochenen erstickt war. All das erzählt Hasan T. vor Gericht nur zögerlich. Erst berichtet er von Schlägen auf Schulter und Beine, auf Nachfrage gibt er zu, auch auf Safiyes Kopf eingeprügelt zu haben.

Schläge waren für die junge Frau auch in den Monaten vor ihrem Tod an der Tagesordnung. Insgesamt drei Fälle schwerer Körperverletztung räumte Hasan T. ein. Einmal verbrühte er seiner Frau mit kochendem Wasser den Arm, zwei Mal schlug er sie mit einem Stock und einer hölzernen Kleiderstange, so dass sie schwere Verletzungen am Kopf und an der Hand erlitt. Zur Polizei ging Safiye nicht.

Während der Verhandlung gibt Hasan T. zu, auch seine Schwester und seine erste Ehefrau geschlagen zu haben. Die erste Frau habe Geld aus seiner Geldbörse genommen ohne zu fragen. „Meine jetzige Frau hatte keine Schuld“, sagt Hasan T. während der Verhandlung immer wieder. Und: „Ich bin kein Schlägertyp. Frauen schlägt man eigentlich nicht, Herr Richter.“

Hasan T. ist wegen Mordes angeklagt. Der Prozess wird fortgesetzt.

Philipp Vetter

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