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Eine Unterflur-Wertstoffinsel in Kirchheim. In München kommt der Ausbau nicht voran.

Müll-Entsorgung

Schwierige Standortsuche für die Wertstoffinseln

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Hässlich, dreckig, schwer zu finden – die Wertstoffinseln, an denen Glas und Verpackungen entsorgt werden können, haben keinen guten Ruf. Aber die Stadt würde den Müll gerne unter die Erde verbannen.

München - Von einer Müllsammelstelle ist nicht unbedingt eine optische Aufwertung der Umgebung zu erwarten. Doch das Bild, das einige Wertstoffinseln in der Stadt abgeben, bringt viele Bürger in Rage. Die Stadt favorisiert unterirdische Container, die kommen aber kaum zum Einsatz.

Der Austausch von Wertstoffcontainern durch eine unterirdische Sammelstelle ist an bereits bestehenden Standorten ohnehin nicht vorgesehen. Der Hauptgrund: Für die Wertstoffinseln ist nicht der städtische Abfallwirtschaftsbetrieb (AWM) zuständig, verantwortlich sind hier private Entsorgungsunternehmen. Und die haben kein Interesse daran, ihre kostengünstigen oberirdischen Container durch teurere und im Einbau komplizierte Unterflurcontainer zu ersetzen.

Die Stadt konzentriert sich deshalb darauf, neue Standorte – etwa in Neubaugebieten oder in unterversorgten Gebieten wie der Altstadt – mit unterirdischen Lösungen auszustatten. Die Erfolgsbilanz ist allerdings dürftig. „Es ist schon sehr bedauerlich, dass bei insgesamt vierzig geprüften Standorten nicht wenigstens einer realisiert werden konnte“, sagte Stadträtin Ulrike Boesser (SPD) im Kommunalausschuss.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Vorhandene oder geplante Leitungen für Gas, Strom oder Wasser, aber auch Baumwurzeln oder U- und S-Bahn-Tunnel sind im Weg. Und wenn doch ein Standort gefunden wird, droht Protest: In der Messestadt Riem hatten sich neu zugezogene Anwohner massiv gegen eine unterirdische Anlage vor ihrer Haustür gewehrt. In der Altstadt wiederum sei der Platz meist zu knapp. „Mir fehlen die Lösungsvorschläge“, meint Boesser. „Warum gelingt der Einbau bei uns nicht, sehr wohl aber in historischen Altstädten in Italien?“

Vermüllte Wertstoffinseln sorgen für Ärger

Ein weiteres Ärgernis: vermüllte Wertstoffinseln. Die CSU hatte gefordert, die AWM solle eine Kampagne zur Sauberkeit an Wertstoffinseln konzeptionieren. „Es ist traurig, dass wir eine solche Kampagne überhaupt brauchen, eigentlich müsste der gesunde Menschenverstand reichen“, sagte Johann Altmann (Bayernpartei). Kommunalreferent Axel Markwardt sieht allerdings die privaten Betreiber der Wertstoffinseln in der Verantwortung. „Es ist den Münchnern nicht zuzumuten, für eine Kampagne zu zahlen, die eigentlich die Entsorgungsunternehmen zahlen müssten.“

Das gelte im übrigen auch für die von CSU-Stadträtin Kristina Frank, die Markwardt im August als Kommunalreferentin ablösen wird, geforderte Online-Übersichtskarte für die etwa 1000 Standorte. Die listet die AWM auf ihrer Internetseite zwar auf, aber nur in Form eines Straßenverzeichnisses und nicht in Form einer Online-Karte. „Dabei wäre eine übersichtliche Karte ein Zeichen von Bürgerfreundlichkeit“, findet Frank. Sie sei auch dann hilfreich, wenn man etwa nach einer Party beim Aufräumen helfen oder für die Schwiegermutter die Entsorgung übernehmen wolle. Die Stadt wird jetzt mit den Betreibern der Wertstoffinseln darüber verhandeln, ob diese ab kommendem Jahr eine solche Karte anbieten können.

Lesen Sie auch: Wertstoffcontainer Mangelware: Bürger müssen weite Wege in Kauf nehmen

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