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Wie schlimm sind die sommerlichen Feier-Exzesse an der Isar? Die Stadtverwaltung hat nun Bilanz gezogen.

Brennpunkt Isar-Partys

Müll und Lärm an der Isar: Die Stadt liefert Zahlen

München - Wie schlimm sind die sommerlichen Feier-Exzesse an der Isar? Nach Einschätzung der Stadtrats-CSU haben sich die Klagen über Missstände gehäuft. Die Stadtverwaltung sieht die Situation weniger dramatisch und zieht nun eine Bilanz – mitten im Winter.

Der Sommer 2015 war einer der heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Tausende Menschen genossen die schönen Tage an der Isar, viele von ihnen bei Partys und Grillfeiern. Klagen über Lärmbelastung, Müllberge und starke Rauchentwicklung zwischen Brudermühlbrücke und Stadtgrenze haben sich nach Einschätzung der Stadtrats-CSU stark gehäuft. Die Fraktion hatte schon Mitte Oktober eine entsprechende Anfrage an die Stadtverwaltung gerichtet, wie sich die tatsächliche Situation an der südlichen Isar darstellt. Nun kam das Ergebnis: Bau- und Kreisverwaltungsreferat (KVR) sowie Feuerwehr und Polizei sehen keine dramatische Verschlimmerung der Zustände gegenüber den Vorjahren.

Die Stadt registrierte im Zeitraum von 1. Januar bis 9. November 2015 insgesamt 369 Anzeigen wegen Verstößen gegen die städtische Landschaftsschutzverordnung im Gebiet der Isarauen. Klingt viel – allerdings waren darunter mehr als 200 Anzeigen wegen unzulässigen Parkens. Das KVR teilt mit: „Auch wenn die Debatte um die Müll-, Lärm- und Geruchsbelästigung jedes Jahr von Neuem geführt wird und für die dortigen Anwohner ein großes Problem darzustellen scheint, erreichen uns diesbezüglich nur ganz vereinzelt Beschwerden.“

Die Polizei hatte von März bis Oktober 2015 insgesamt 229 Einsätze im Bereich der südlichen Isarauen, 2014 waren es 246. Der Schwerpunkt lag bei Körperverletzungsdelikten (43), gefolgt von bestohlenen Badegästen (37), die ihre Kleidung unbeaufsichtigt gelassen hatten. Rauschgiftdelikte brachte die Polizei in 24 Fällen zur Strafanzeige. Nach den Wochenenden, so die Polizei, seien die Isarufer extrem vermüllt. Die Stadt musste im Jahr 2015 etwa 150 Tonnen Müll beseitigen, was Kosten von rund 240 000 Euro verursachte.

Als Brennpunkte hätten sich laut Polizei wie in den Vorjahren die Brudermühl-, Reichenbach- und Thalkirchner Brücke sowie der Bereich am Flaucher herausgestellt. Allerdings habe sich die Akzeptanz von polizeilichen Maßnahmen bei den Besuchern im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht, so dass es zu weniger Auseinandersetzungen zwischen Besuchern und Beamten gekommen sei. Wegen Ruhestörung wurde die Polizei 36 Mal (2014: 40 Mal) gerufen, vor allem an der Reichenbachbrücke und am Flauchersteg.

Die Feuerwehr war von Mai bis Ende September 2015 bei 46 Kleinfeuern – hauptsächlich brennende Papierkörbe oder Müll – im Einsatz. Diese Einsätze waren alle im Bereich des Flaucherstegs und der Thalkirchner Brücke. Eine spezielle Statistik zu Isar-Sommereinsätzen führt die Feuerwehr nicht. Das KVR stellt fest: „Die Feuerwehr hatte gefühlt im Sommer 2015 nicht mehr Einsätze als in den vergangenen Jahren im gleichen Zeitraum.“ Im Bereich der Notfallversorgungen sind laut KVR kleinere Schnittverletzungen, Kreislaufprobleme, Fahrradstürze, Wespen- und Bienenstiche und Alkoholismus die häufigsten Einsatzgründe.

Der Stadt zufolge sind im Bereich zwischen Brudermühl- und Großhesseloher Brücke (dort ist Grillen erlaubt) regelmäßig vier Sicherheitskräfte im Einsatz, zwischen Brudermühlbrücke und Praterinsel (Grillverbotszone) sind es zwei. Kontrolliert wurde vor allem das Einhalten der Grillzonen. Dass auch die Tier- und Pflanzenwelt unter der Belastung leide, sei nicht von der Hand zu weisen, schreibt die Stadt.

Klaus Vick

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