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Der Hammer von Amelie Franke ist laut Experte An­dreas Ruef (li.) 800 Euro wert, Bürger­anwalt Dietmar Gaiser staunt.

Das ist der Hammer!

20-Jährige findet Schatz im alten Werkzeugkasten ihres Vaters

Der tz-Bürgeranwalt bekam in dieser Woche ein interessantes Schreiben einer 20-jährigen, angehenden Restauratorin. Er eilte sofort zu Hilfe - mit erstaunlichem Ergebnis.

Frage: Mein Berufswunsch ist es, Restauratorin zu werden. Zur Zeit mache ich ein einjähriges Praktikum bei einem Restaurator, um dann zu studieren. Mich interessieren also alte Gegenstände von Berufs wegen. So war es auch, als ich im Werkzeugkasten meines Vaters einen kleinen handgeschmiedeten Hammer entdeckte. Offensichtlich handelt es sich um ein altes Werkzeug. Aber niemand, dem ich es bisher zeigte, konnte mir etwas Konkretes dazu sagen. Beispielsweise, aus welcher Zeit der Hammer ist und welche Gegenstände damit bearbeitet wurden. Kennt das Team des Bürgeranwaltes jemand, der mir weiterhelfen kann?

Amelie Franke (20), angehende Restauratorin aus München

Antwort: Für solche Fragen haben wir zwei Fachleute. Der eine ist An­dreas Ruef vom Auktionshaus Ruef. Durch seine Hände sind schon die seltensten historischen Gegenstände gegangen. Der zweite Fachmann auf unserer Liste für solche Fälle ist der Volkskundler Jakob Wünsch aus Deggendorf. Ihm mailten wir Bilder des Hammers, denn unsere Vermutung war, dass es sich dabei um einen volkskundlichen Gegenstand handelt. Und wir hatten recht.

Der Volkskundler konnte den Hammer eindeutig zuordnen. Allerdings machte er uns klar, dass es sich nicht um ein Werkzeug, sondern um eine Votivgabe aus dem 18. Jahrhundert handelt. Jeder von uns kennt solche Votivgaben in Kirchen und Kapellen. Bei ihnen handelt es sich meist um aus Metall getriebene Herzen, Augen oder Arme und Beine. Sie wurden gespendet, weil jemand von einer Krankheit geheilt worden war oder weil er sich Heilung wünschte. Der Hammer aber ist als Votivgabe etwas sehr Seltenes. Er war nämlich im 18. Jahrhundert nicht nur Zeichen der Schmiede, sondern Zeichen der Kraft ganz allgemein, also auch der Manneskraft. In diesem Zusammenhang wurde der Hammer auch als Phallussymbol gesehen. Solche Votivgaben waren aber eher Ausnahmen.

Da wir nun wussten, dass es sich um ein außergewöhnliches und seltenes Stück handelt, wollten wir natürlich von unserem Experten Andreas Ruef auch wissen, was so ein symbolisches Werkzeug auf dem Antiquitätenmarkt wert ist. Die angehende Restauratorin fiel aus allen Wolken, als Andreas Ruef ihr bei unserem Treffen sagte: „Solche Stücke werden zwischen 800 und 1000 Euro gehandelt.“ Amelie Franke hatte also im Werkzeugkasten ihres Vaters einen wahren Schatz gefunden.

Video: Plötzlich reich - unglaubliche Dachbodenschätze

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