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Schnelle Leitungen für München: Die Stadtwerke bauen derzeit ihr Glasfasernetz aus.

München baut Datenautobahn aus

München - Ohne schnellen Internet-Zugang läuft heute nichts mehr. Deshalb bauen die Stadtwerke die Datenautobahn in München aus. Die ersten Kunden hängen schon am Glasfasernetz. Doch ohne Weiteres können Bürger die Technik nicht nutzen.

Die Stadtwerke München (SWM) haben ein neues Aufgabenfeld entdeckt: Nach Strom, Wasser oder Erdgas sollen die Münchner mit einer weiteren Ware versorgt werden: Information. Dafür braucht es Leitungen. Zusammen mit dem kommunalen Kommunikationsdienstleister M-Net haben die Werke schon einige Viertel an ihr Glasfasernetz angeschlossen. In Betrieb sind Teile Neuhausens, der Au und der Schwanthalerhöhe. Wer an der Leitung hängt, kann jetzt Internetbandbreiten von bis zu 100 Megabit nutzen. Ein durchschnittlicher Spielfilm landet damit innerhalb von zwei Minuten auf der Festplatte. Auch hochauflösendes Fernsehen (HDTV) kann über die Leitungen gesendet werden.

Das Vorhaben ist engagiert. „Unser Plan ist es, bis 2014 das gesamte Gebiet innerhalb des Mittleren Rings zu erschließen“, sagt M-Net-Sprecher Wolfgang Wölfle. Dort lebt weit über die Hälfte der Münchner Bevölkerung. Doch damit ist es nicht getan. Laut Florian Bieberbach, Geschäftsführer der Stadtwerke, soll München langfristig ganz erschlossen werden. Bis wann, wagt er nicht zu prognostizieren. „In den nächsten sechs Monaten erarbeiten wir ein Konzept, wie wir die Erschließung weiter vorantreiben.“

Schnelle Internetverbindung auch für Unternehmen wichtig

Die nächsten Schritte aber stehen fest. Zwei weitere Gegenden schließt M-Net in den nächsten Wochen an die Überholspur der Datenautobahn an: Ramersdorf-Nord und den südlichen Teil Obergiesings. Danach, in den ersten Monaten 2011, kommen Schwabing-West, die Gegend rund um die Arcisstraße, das Schlachthofviertel, die Isarvorstadt und weite Teile Neuhausens östlich des Mittleren Rings dazu. Die gläsernen Fasern werden parallel zu den Stromleitungen verlegt, sie verlaufen unabhängig von den Kupferkabeln der Telekom und vom Kabelfernseh-Netz.

Eine schnelle Internetverbindung, betont Bieberbach, sei auch für Unternehmen von Bedeutung. Siemens und BMW haben sich für teures Geld eigene Glasfaserleitungen legen lassen. Der Mittelstand kann das nicht. Jetzt bekommt er die Datenautobahn für den Preis eines normalen DSL-Anschlusses.

Nur M-Net-Kunden kommen in den Highspeed-Genuss

Eines muss beim Start auf die Glasfaserstraße aber bedacht werden. Auch, wenn die schnelle Leitung schon im Keller liegt, müssen die Bewohner heute erst M-Net-Kunden sein, um diese nutzen zu können. Denn bisher jagt der Anbieter als Monopolist Daten durch die gläsernen Fasern. In Zukunft sollen auch die Telekom, Vodafone, Alice und Co. das Glasfasernetz nutzen können- indem sie sich bei der Stadtwerke-Tochter M-Net einkaufen - so wie heute in das Kupferkabel-Netz der Telekom. „Wir wollen und müssen kooperieren“, sagt Telekom-Sprecher Udo Habers. Der Konzern habe zwar Glasfaser-Kabel zu 3600 Straßenverteilern gelegt und könne 90 Prozent der Münchner Haushalte mit VDSL-Bandbreiten von bis zu 50 Megabit versorgen. Aber Glasfasern selbst in alle Häuser, „wäre nicht finanzierbar“, erklärt Habers.

Nur schwer kommen die Münchner auch an das digitale Kabelfernsehen von M-Net, bei dem dutzende Sender in HDTV-Qualität durchs Glasfasernetz ins Haus kommen. Doch nur Hausbesitzer können das Angebot kaufen, sei es für Ein- oder Mehrfamilienhäuser. Mieter müssen deshalb auf ihre Vermieter bauen.

Kolja Kröger

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