Überraschung im Dschungelcamp: Ein Kandidat hat das Lager verlassen

Überraschung im Dschungelcamp: Ein Kandidat hat das Lager verlassen

Damit hatte die Fahrkartenkontrolleurin nicht gerechnet

Bayerisches Paar begeistert das Netz mit seiner Hilfsbereitschaft

München - Eine Bloggerin wurde kürzlich Zeugin einer besonders schönen Art von Nächstenliebe: Ein bayerisches Ehepaar ergriff Partei für ein arabisches Pärchen in der S-Bahn. Ihr Facebook-Post sorgt für Begeisterung im Netz.

Die Bloggerin Iris Spiegelberger hatte jüngst ein besonders schönes Erlebnis in der Münchner S-Bahn. Sie war darüber so angetan, dass sie ihr Erlebnis auf Facebook teilte - und löste damit einen regelrechten Begeisterungssturm aus. Das war geschehen:

19. August, 0:30 - Spiegelberger sitzt in der S-Bahn vom Flughafen München in Richtung Innenstadt. Ihr gegenüber ein älteres Ehepaar, anhand des Dialekts eindeutig bayerischer Herkunft zuzuordnen. Im Vierer-Sitz daneben ein arabisch aussehendes Ehepaar ungefähr gleichen Alters. 

Dann eine Fahrkartenkontrolle. Man kennt die berüchtigten Münchner Fahrkarten-Schalter und weiß, dass es zu diversen Komplikationen oder Missverständnissen kommen kann, vor allem bei Touristen und Leuten, die nicht aus dem Münchner Raum stammen. So war es offenbar auch in diesem Fall: Die arabische Frau hatte ein falsches Ticket gelöst, zum Ärger der Kontrolleurin. Die Araberin sei ehrlich bestürzt gewesen über diesen Fehler, berichtet Spiegelberger in ihrem Blog. Sie hätte in gebrochenem Deutsch um Entschuldigung gebeten und gefragt, ob man das Ticket im Nachhinein lösen könne. Natürlich konnte sie das nicht: Die Kontrolleurin blieb eisern und forderte ordnungsgemäß ein Bußgeld für das falsche Ticket. Allerdings hatte die arabische Dame nicht genug Euro-Bargeld dabei, um die Strafe zu bezahlen.

Eine vertrakte Situation, während der die Verzweiflung der Touristin mehr und mehr zunahm. Plötzlich aber drehte sich das Blatt, und damit hatte keiner gerechnet: Denn der ältere Bayer auf dem Nebensitz kam der Dame zu Hilfe. Bloggerin Spiegelberger beschreibt die Situation wie folgt: 

Bayer (tippt Kontrolleurin auf die Schulter): "Entschuldigens Eana, mir ham a Gruppenticket, könna die Zwoa bei uns mitfoahn?"

Kontrolleurin: "Normalerweise machen wir das nicht."

Bayer (schaut kurz seiner verschwörerisch dreinblickenden Frau in die Augen - man erkennt, sie hat ihm gerade telepathisch etwas zugeraunt)

Kontrolleurin: "Wen glauben Sie veräppeln Sie hier?"

Bayer (nun gespielt empört): "Doch, des san unsere Freind!" 

Kontrolleurin (zeigt etwas herablassend auf das nun völlig verunsicherte arabische Ehepaar): "Das sind also Ihre guten Freunde?" 

Bayer (versucht nun alles, um eine drohende Entgleisung seiner Gesichtszüge zu vermeiden): "Ja. Des sehgt ma doch, wie eng mir san. (Schaut plötzlich mich an) ODER?!"

Ich (überrumpelt, aber fest entschlossen, den Mann jetzt nicht im Stich zu lassen): "Sie kennen sich eindeutig schon aus Kindertagen." 

Das End' vom Lied? Bayer (scheinbar zufrieden mit seiner Komplizin nun breit grinsend an die Kontrolleurin gewandt): Schaun's! Des is mei gültiges Ticket und die ghörn zu uns." Da blieb der Kontrolleurin nichts anderes übrig, als abzudampfen.

Spiegelbergers Posting sorgt für Begeisterung bei Facebook und innerhalb weniger Tage über 4000 Mal geteilt. Zwar hatte das arabische Paar tatsächlich einen Fehler gemacht und das falsche Ticket gelöst, doch dieser Lapsus wurde von dem bayerischen Ehepaar einfach mit einer großen Portion Nächstenliebe ausgemerzt. Daher sagen auch wir: Daumen hoch für so viel Solidarität! 

Silvia Kluck

Rubriklistenbild: © mzv

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