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Gut gefördert: 22 Millionen Euro investierte die Agentur 2012 in Lehrstellen.

München bietet beste Job-Chancen

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München - Der Münchner Arbeitsmarkt startet robust ins neue Jahr. Von einer konjunkturellen Eintrübung in Folge der Euro-Krise ist bisher nichts zu spüren. Im Gegenteil: An der Isar gibt es derzeit die besten Jobchancen bundesweit.

Den Rückblick auf 2012 kann Manfred Jäger, der operative Geschäftsführer der Münchner Arbeitsagentur, mit einem Lächeln präsentieren. „Es war ein besonders gutes Jahr“, sagt er. Die Bilanz ist fast durchweg positiv: Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent auf 4,6 Prozent gesunken. Im Jahresschnitt bezogen 17 597 Menschen Arbeitslosengeld, nahezu genauso viele wie 2011. 24 185 Personen – und damit 2,6 Prozent weniger als 2011 – bekamen Hartz IV. Insgesamt waren 41 782 Menschen arbeitslos gemeldet. „Der niedrigste Stand seit elf Jahren“, betont Jäger.

Dazu kommt, dass die Münchner Agentur einen deutlich höheren Stellenzugang verzeichnete als im Vorjahr. Jeden Monat wurden im Schnitt 8563 Stellen gemeldet – 12 Prozent mehr als 2011. Besonders hoch sei der Bedarf in der Zeitarbeit, im Handel sowie im Gesundheits- und Sozialwesen gewesen, sagt Jäger. Gesucht sind derzeit vor allem Erzieherinnen und Pflegekräfte. Die Agentur investiere deshalb viel Geld in Qualifizierungsmaßnahmen. Jäger: „Das Potenzial an Menschen, die diese Berufe ausüben wollen, gibt es.“

Bereits am Mittwoch hatte das Statistische Bundesamt mitgeteilt, dass 2012 so viele Menschen in Deutschland erwerbstätig waren wie noch nie. München ist hier keine Ausnahme: Derzeit gibt es 915 743 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – so viele wie nie zuvor in der Landeshauptstadt. „Ich gehe davon aus, dass es bald mehr als eine Million solcher Arbeitsverhältnisse gibt“, prophezeit Jäger.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wies am Donnerstag darauf hin, dass es trotz aller positiver Meldungen Schattenseiten gebe. So boome etwa die Leiharbeit in München, wie die DGB-Vorsitzende Simone Burger erklärte. „Im Vergleich zum Vorjahresstichtag ist die Zahl der Leiharbeiter um 3,9 Prozent gestiegen, bei den geringfügig Beschäftigten sogar um 9,3 Prozent.“ Immer noch verdienten Leiharbeiter deutlich weniger als ihre festangestellten Kollegen, kritisierte Burger. Doch die Bundesregierung lehne es ab, die Leiharbeit zu regulieren.

Bundesweit wird für 2013 mit einer Eintrübung des Arbeitsmarktes gerechnet. Jäger indes blickt für München weiter guten Mutes in die Zukunft: „Wir erwarten auch 2013 einen hohen Stellenzugang.“ Das prophezeit er, weil er die Stimmung in den Firmen kennt: 13 Prozent aller Münchner Betriebe haben angegeben, im ersten Quartal neues Personal einstellen zu wollen.

In fast allen Berufen werde es auf absehbare Zeit gute Chancen geben, einen Arbeitsplatz zu finden. Das gelte für Gesundheits- und Sozialberufe, aber auch für die Bereiche Metall und Elektro, den Handel und das Handwerk sowie Kommuikationsberufe, so Jäger. Auf dem Münchner Arbeitsmarkt hätten die Menschen derzeit „die besten Jobchancen bundesweit“.

Eine Mittelkürzung soll es bei der Münchner Arbeitsagentur nicht geben. „2013 werden die Ausgaben pro Kunde nicht gekürzt“, sagt Jäger.

Investiert wird etwa in Jugendliche. 22 Millionen Euro hat die Agentur 2012 für die Förderung der Berufsausbildung Jugendlicher ausgegeben. Dennoch blieben im September 1423 Ausbildungsstellen unbesetzt. Ein Trend, der sich laut Jägers Prognose 2013 verstärken wird: „Es wird noch deutlich mehr Ausbildungsplätze als ausbildungsreife Jugendliche geben.“

Caroline Wörmann

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