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Ein gewohntes Bild: Stau in München.

Neue Studie

Trauriger Bestwert: München bleibt deutsche Stau-Hauptstadt

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Nirgendwo in Deutschland stehen Autofahrer so lange im Stau wie in München. Das zeigt eine aktuelle Statistik des Verkehrsdaten-Anbieters Inrix. Am schlimmsten ist es abends auf der Hohenzollernstraße. Doch auch auf anderen Strecken verlieren Autofahrer viel Zeit.

München - Tempo 30 – das klingt für Pendler, die sich in den Hauptverkehrszeiten durch München quälen, wie eine Verheißung. So schnell wären sie gern. Doch auf manchen Straßen kommen sie gerade mal im Radlertempo voran: 32,3 Stundenkilometer auf dem Mittleren Ring Nordost, 20,42 km/h auf der Lindwurmstraße, nur 18,8 km/h abends auf der Hohenzollernstraße. Marathonläufer würden locker vorbeiziehen. Und im Stau sinkt die Durchschnittsgeschwindigkeit auf magere 8,52 Kilometer pro Stunde – da hält sogar ein Gelegenheitsjogger mit. Die Tabelle mit den zehn staureichsten Straßen Münchens zeigt, dass auf manchen Strecken eher in der morgendlichen Rushhour der Verkehr stockt. Auf anderen ist die Staugefahr am Abend größer.

Die Zahlen hat Inrix aus den Daten von Millionen Handys und Navigationsgeräten ermittelt, und sie zeigen: Während sich die Situation in vielen anderen Städten entspannt hat, wird der Stau in München immer schlimmer. Stand der Durchschnittspendler 2016 noch 49 Stunden im Stau, so wuchs der jährliche Zeitverlust 2017 auf 51 Stunden an. Das ist mehr verlorene Zeit als in jeder anderen deutschen Großstadt. Zum Vergleich: Aus Hamburg, Berlin und Stuttgart werden jeweils 44 Stau-Stunden gemeldet.

In München wird es umso schlimmer, je weiter man in die Innenstadt vorstößt. Doch in den Hauptverkehrszeiten morgens und abends sind auch die großen Ein- und Ausfallstraßen überlastet.

Hier brauchen Autofahrer am meisten Geduld.

Eine Münchner Besonderheit ist nach den Erkenntnissen der Inrix-Statistiker, dass sich das Staugeschehen nicht auf wenige Problemstellen konzentriert. Die einzelnen Straßen der Stadt „zählen nicht zu den stauintensivsten des ganzen Landes“, konstatiert der Bericht. Vielmehr sei „das Straßennetz insgesamt stark überlastet“. Die Folge: Auch ortskundige Pendler haben kaum eine Chance, den Stau zu umfahren.

Die Staurate, also den Anteil der Zeit, die ein Pendler auf seinem Weg im Stau verbringt, beziffert die Studie im Mittel auf 16 Prozent. So viel vergeudete Zeit ist teuer: Den volkswirtschaftlichen Schaden, der durch den Stau in München entsteht, schätzen die Inrix-Statistiker auf 2,9 Milliarden Euro im Jahr.

Die Stadt habe in den vergangenen Jahren mit erheblichen Investitionen den Verkehrsfluss auf dem Mittleren Ring verbessert, lobt die Studie. Doch München habe eben nach wie vor „zahlreiche enge Straßen“ – und der Verkehr nehme mit dem anhaltenden Bevölkerungszustrom weiter zu.

Ein Dilemma, das nach Ansicht von Experten mit neuen Straßen und Tunnels nicht zu lösen ist. Vielmehr, so empfiehlt etwa Thomas Hüffer vom Inrix-Konkurrenten TomTom, sei „Verkehrsvermeidung“ angesagt. Mehr öffentlicher Nahverkehr und Fahrgemeinschaften könnten helfen, und auch mit der Verlegung von Arbeitszeiten könnte man dazu beitragen, die Hauptverkehrszeiten zu entzerren und dem Stau damit die Spitze zu nehmen.

Lesen Sie auch: Staubilanz 2017: Viele Rekorde in Bayern - das war der schlimmste Tag

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