900 neue Krippenplätze hat OB Ude für 2010 angekündigt. Foto: ms

München: Das bringt das neue Jahr

München - Kirchentag und Jubiläums-Wiesn, aber auch spektakuläre Prozesse, Haushaltsnöte, Baumaßnahmen und Weichenstellungen für Kultur, Nahverkehr und Bildung: Eine Übersicht über das, was die Stadt in den kommenden zwölf Monaten beschäftigen wird.

Kirchentag

Es wird die größte Massenveranstaltung des kommenden Jahres in der Landeshauptstadt sein: Bis zu 150 000 Dauergäste erwarten die Organisatoren des 2. Ökumenischen Kirchentags vom 12. bis 16. Mai. Beim „Abend der Begegnung“ am 12. Mai könnten sogar bis zu 400 000 Menschen in der Altstadt und auf Teilen des Altstadtrings auf den Beinen sein. Rund 5000 Mitwirkende werden an 400 bis 500 Ständen ein buntes Programm bieten. Erinnerungen an das Altstadtringfest zum 850. Stadtgeburtstag werden wach – und dürften den Zustrom von Besuchern aus München und dem Umland verstärken.

„Damit ihr Hoffnung habt“ ist das Thema des Treffens, dessen Teilnehmer in 3000 Veranstaltungen über soziale, politische und theologische Themen aus christlicher Sicht diskutieren wollen. Die Erwartungen sind groß, denn die Ökumene, also der Dialog zwischen den beiden großen christlichen Kirchen, tritt nach Ansicht vieler Gläubiger auf der Stelle. Neben zahllosen Workshops, Vorträgen und Diskussionen in kirchlichen und öffentlichen Räumen wird es auch Großveranstaltungen geben, allen voran die Eröffnungs- und Abschlussfeier auf der Theresienwiese. Hier hatte bereits drei Jahrzehnte zuvor, am 19. November 1980, Papst Johannes Paul II. mehr als eine halben Million Menschen aufgerufen: „Seid offen für den Ruf Christi an Euch!“

Jubel-Wiesn

Im Herbst findet die Jubiläums-Wiesn statt und wird um einen Tag verlängert. Zum 200-jährigen Bestehen soll das historische Pferderennen wieder aufleben. Ein historischer Umzug und zusätzliche „Traditionszelte“ mit Ausstellungen und Konzerten im Südteil der Theresienwiese runden das Programm ab.

Verkehr

Die ersten Entscheidungen über die S-Bahn-Stammstrecke werden gefällt. Die unterirdische Linienführung zwischen Haupt- und Ostbahnhof ist bei Teilen von CSU und Grünen verpönt. Der Zeitfaktor könnte gegen das aufwändige Projekt sprechen. Die Befürworter dringen auf zügige Vorbereitungen.

Eine virulente Verkehrsfrage steht am Isarring an. Die Einmündung von der Ifflandstraße in den Ring muss entschärft werden, um die Staus weit zurück bis in den neuen Richard-Strauss-Tunnel zu vermeiden.

Im Frühjahr beginnen die Bauarbeiten für die Tram nach St. Emmeram. Ende des Jahres wächst die U-Bahnlinie U 3 im Nordwesten um zwei Bahnhöfe.

Stadt-Finanzen

München wird Einnahmen verlieren, aber nicht ganz abstürzen. Die FDP-Forderung auf Bundesebene, die Steuern zu senken, bedroht die Finanzen der Kommunen, wie OB Christian Ude (SPD) kritisiert. Die Nutznießer müssten dieses „Steuergeschenk letztlich mit Zins und Zinseszins zurückzahlen“, erklärte der OB. Hoffnung bestehe noch, dass Ministerpräsidenten der Union die Politik der Berliner Koalition stoppen.

Kultur

Die Eröffnung des „Neuhauser Trafo“ am 26. Januar markiert einen neuen Weg in der Stadtteilkultur: Mit der ersten Mittelpunktsbibliothek, der Münchner Volkshochschule, dem Verein Geschichtswerkstatt Neuhausen und dem Alten- und Servicezentrum entwickelt sich ein besonderes Stadtteilkulturzentrum. Ähnliche Projekte sind für Giesing und fürs Hasenbergl angedacht. Zwei der wichtigsten städtischen Kultureinrichtungen werden neu besetzt. Die Kunsthistorikerin Isabella Fehle wird ab Frühjahr Direktorin des Stadtmuseums, und der international renommierte Regisseur und Theaterleiter Johan Simons tritt im Herbst die Intendanz der Münchner Kammerspiele an.

München baut

Das Bauprogramm für Kindertagesstätten wird mit Hochdruck vorangetrieben. Für 2010 kündigte Ude 900 neue Krippenplätze an. Im Sommer eröffnet der Tierpark Hellabrunn die neue Eisbärenanlage. Dann kehren Gianna und Yogi aus Berlin nach München zurück.

Prozesse

Am 8. März beginnt unter Ausschluss der Öffentlichkeit der Prozess gegen drei Schweizer Schüler, die am Sendlinger Tor wahllos Passanten niedergeprügelt haben. Einem 36-Jährigen fügten sie mit Tritten gegen den Kopf mehrere Gesichtsbrüche zu. Die Anklage lautet auf Mordversuch und gefährliche Körperverletzung.

Voraussichtlich im Mai folgt der Prozess gegen die Schläger, die am 12. September den Manager Dominik Brunner auf dem Sollner S-Bahnhof zu Tode geprügelt haben. Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

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