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3G in Münchner Bus und Bahn? MVV reagiert deutlich auf Ampel-Vorstoß und verweist auf Studien-Lage

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Von: Richard Strobl, Lukas Schierlinger

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Bundesweiter Aktionstag der Deutschen Bahn zur Maskenpflicht
Neue Aufgaben für die Münchner Polizei? Die Ampel-Koalitionen wollen eine 3G-Pflicht für den öffentlichen Nahverkehr auf den Weg bringen (Symbolbild). © dpa/Sven Hoppe

Die Ampel-Fraktionen fordern eine 3G-Pflicht für den öffentlichen Nahverkehr. In München ist man verwundert. Kontrollen seien kaum möglich, erklärt der MVV.

München/Berlin - Es ist eine Vereinbarung, die durchaus Sprengkraft birgt. Im Kampf gegen die dramatisch steigenden Corona-Zahlen wollen die Ampel-Fraktionen schwere Geschütze auffahren*. Kontaktbeschränkungen sollen weiterhin möglich sein, heißt es in einem Papier, das der Deutschen Presseagentur (dpa) vorliegt. Zudem rückt der öffentliche Nahverkehr in den Fokus.

3G-Pflicht im öffentlichen Nahverkehr gefordert: Vereinbarung der Ampel-Fraktionen durchgesickert

Fraktionsvertreter von SPD, Grünen und FDP fordern: Ungeimpfte ohne negativen Test sollen keine Busse und Bahnen mehr benutzen dürfen - unabhängig von der weiter geltenden Maskenpflicht. „Wer ein öffentliches Verkehrsmittel nutzt, muss dann entweder geimpft, genesen oder getestet sein“, wird in der Vereinbarung zum 3G-Vorhaben konkret erläutert.

Wäre es überhaupt möglich, eine solche Regelverschärfung zu kontrollieren? Grundsätzlich werde man „weiterhin alle Maßnahmen unterstützen, die der Eindämmung des Infektionsgeschehens dienen“, ergibt eine Anfrage von Merkur.de bei der Münchner MVV.

München: 3G-Kontrollen beim MVV? „Unseres Erachtens kaum umsetzbar“

Inwieweit sich eine Umsetzung der vorgeschlagenen 3G-Regel im Münchner Nahverkehr realisieren lasse, werde bereits geprüft. Aber: „In einem offen zugänglichen System wie dem ÖPNV wäre eine lückenlose Kontrolle unseres Erachtens kaum umsetzbar.“

Allzu große Begeisterung klingt beim MVV ob der Corona-Ampelpläne nicht durch. „In verschiedensten Studien konnte bei Einhaltung der entsprechenden Rahmenbedingungen keinerlei erhöhtes Infektionsrisiko für den ÖPNV ermittelt werden“, heißt es in der Stellungnahme. Der MVV verweist neben der Maskenpflicht auf kurze Fahrzeiten, die ständige Durchlüftung sowie die intensive Reinigung der Fahrzeuge.

Corona-News aus München: MVV verweist bezüglich Kontrollen auf Ordnungsbehörden

Eine Kontrolle der 3G-Regel könne, wenn überhaupt, nur „stichprobenartig“ erfolgen, heißt es aus München. Und etwaige Zuständigkeiten weist der MVV umgehend von sich: „Wie auch bei den bisher eingeführten Regelungen, sehen wir diese Aufgabe bei den jeweils zuständigen Ordnungsbehörden.“

Bei Markus Söders neuerlichem Corona-Statement am Montagmittag (15. November) war der öffentliche Nahverkehr kein Thema. Bayerns Ministerpräsident kündigte allerdings weitere Einschränkungen für Ungeimpfte an und sprach in der Pandemie-Bekämpfung von einer „Woche der Wahrheit“. (lks/rjs)

 

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