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Aubing besonders betroffen

Corona-Studie für die Münchner Stadtviertel: Hotspot entdeckt

  • vonMartina Williams
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Das Coronavirus hält auch München in Atem. Eine neue Studie zeigt jetzt, wie unterschiedlich sich die Krankheit in einer Stadt wie München ausbreiten kann.

  • Das Coronavirus hat München weiterhin fest im Griff.
  • Eine Studie der AOK Bayern zeigt die unterschiedliche Ausbreitung innerhalb der Viertel.
  • Ein Hotspot ist  Aubing-Lochhausen-Langwied.
  • Hier finden Sie aktuelle Corona-News aus ganz Deutschland.

München - In München* wurden am Mittwoch 20 neue Corona-Fälle gemeldet. Damit sind in der Landeshauptstadt bislang insgesamt 6954 Infektionen bestätigt. Wie sich die Covid-19-Patienten auf die Stadt verteilen können, zeigt jetzt eine Untersuchung der AOK: Der Brennpunkt liegt im Westen. 0,751 Prozent der AOK-Versicherten in Aubing-Lochhausen-Langwied erhielten zwischen März und Mai eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wegen Corona. Konkret waren das 47 Personen.

So lesen Sie die München-Karte: In den Vierteln, die dunkler eingefärbt sind, gibt es einen höheren Anteil an AOK-versicherten Erwerbstätigen, die wegen Corona krankgeschrieben wurden, als in den Vierteln, die heller eingefärbt sind. Aubing steht oben auf der Liste, weil es im Verhältnis zu den AOK-versicherten Erwerbstätigen die meisten Covid-19-Fälle gab.

Kurzarbeit und Job-Angst - selten waren diese Themen in München so präsent wie in der Corona-Krise. Beschäftigte vieler Branchen forderten einen allgemeinen Schutzschirm.

Corona in München: Allach-Untermenzing am zweitstärksten betroffen

Auf Platz zwei liegt Allach-Untermenzing mit 0,577 Prozent (23 Personen). Dann folgt Trudering-Riem, hier wurden 0,576 Prozent der AOK-versicherten Erwerbstätigen wegen Covid-19 krankgeschrieben (51 Personen).

Die Stadtviertel im Detail.

Auffällig ist: In den Münchner Randbezirken gibt es mehr Covid-19-Infektionen, als im Zentrum. Warum ist das so? „Das können wir nicht im Einzelnen erklären“, sagt eine AOK-Sprecherin. „Im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen spiegeln sich auch regionale Hotspots des Covid-19-Infektionsgeschehens wider. Dies zeigt sich vermutlich auch in den Stadtteilen Münchens.“

In Ramersdorf-Perlach sind es 77 AOK-versicherte Erwerbstätige, die vom Arzt wegen Corona krankgeschrieben wurden – und damit die meisten in dieser Studie. Dennoch liegt der Bezirk mit 0,408 Prozent im Mittelfeld, weil es im Vergleich zu anderen Vierteln mehr Einwohner gibt. Diesen Stadtteil hat auch Thomas Kauer (CSU), Vorsitzender des örtlichen Bezirksausschusses genau im Blick: „Die Corona-Lage in Ramersdorf-Perlach ist nicht anders als im Rest Münchens. Was uns gewiss entgegenkommt, ist die Vielzahl und Größe unserer Grünflächen. Hier kann man Freizeit mit Abstand genießen.“ Aber Kauer mahnt auch: „Wie in ganz München gilt: Wachsam bleiben!“

Corona in München: Beschäftigte im Gesundheitswesen besonders stark betroffen

Insgesamt erhielten etwa 13 000 der rund 2,2 Millionen erwerbstätigen Versicherten der AOK Bayern eine Krankschreibung wegen Corona, das sind 0,59 Prozent der versicherten Berufstätigen. Damit liegtBayern hinter Baden-Württemberg (0,72 Prozent) an zweiter Stelle der Corona-Erkrankungen im bundesweiten Vergleich. Bayernweit sind die Stadt und der Landkreis Rosenheim am meisten betroffen, wo 1,8 Prozent der AOK-Versicherten wegen Covid-19 krankgeschrieben wurden.

Untersucht wurde in der Studie auch, welche Berufsgruppen sich besonders oft anstecken: Am meisten trifft es Beschäftigte in der Gesundheits- und Krankenpflege mit 1,92 Prozent, gefolgt von Altenpflegern (1,76 Prozent). Im Gegensatz dazu sind Berufstätige in der Softwareentwicklung am wenigsten betroffen (0,15 Prozent), gefolgt von den Landwirten (0,18 Prozent).

Übrigens: Von den finanziellen Folgen der Corona-Krise sind neben vielen anderen Berufsgruppen auch bayerische Schausteller stark betroffen. Um auf ihre Situation aufmerksam zu machen, haben rund 600 Schausteller am Donnerstag auf der Theresienwiese demonstriert*.

Corona in München: 50 bis 70 kostenlose Tests täglich in der Brienner Straße

Dass bei Klinik-Mitarbeitern am häufigsten eine Corona-Infektion festgestellt wird, mag zum einen am erhöhten Ansteckungsrisiko aber auch an den vermehrten Tests für diese Berufsgruppe liegen, vermutet der Münchner Arzt Dr. Markus Frühwein.

Apropos Tests: Seit sich seit 1. Juli alle in Bayern lebenden Menschen kostenlos auf Corona testen lassen können, werden in Frühweins Praxis in der Brienner Straße täglich 50 bis 70 Tests durchgeführt. „Das wird gut angenommen.“ Dass der Arzt nur 16,53 Euro abrechnen darf, sei aber „wirtschaftlich schwer machbar“, schließlich müsse die Praxis Leistung, Personal und Räumlichkeiten stellen. Ob bald eine zweite Welle kommt, hängt sehr vom Verhalten der Menschen ab, so Dr. Frühwein. „Man sollte weiterhin nicht auf jede Großveranstaltung gehen undMund- und Nasenschutz tragen. Nur wenn alle mitziehen, kann eine zweite Welle verhindert werden.“

Forscher haben in einer Studie einen Zusammenhang zwischen einem Neandertaler-Gen und schweren Corona-Verläufen festgestellt.  (Martina Williams - tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. Erfahren Sie bei tz.de alles zumMünchner Hauptbahnhof: Gleise, Rezensionen und Umbau.)

In Restaurants herrscht Maskenpflicht für Kellner. Doch nicht überall wird diese Regelung eingehalten. Ein Beispiel war am Donnerstag das Schumann‘s am Odeonsplatz. Totales SEV-Chaos in der Corona-Krise? Ein Busfahrer erhebt nach dem Start des SEV wegen der Schienenarbeiten zwischen Münchner Freiheit und Universität schwere Vorwürfe.

Rubriklistenbild: © mm/tz

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