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Der eine Feinkost-König löst den anderen ab: Florian Randlkofer (r.), geschäftsführender Gesellschafter bei Dallmayr, beerbt Michael Käfer als Caterer in der Oper. Käfers Familie bewirtete die Gäste dort seit 53 Jahren.

Neuvergabe des Catering

Nach 53 Jahren: Dallmayr löst Käfer in der Staatsoper ab

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München - Überraschender Wechsel: Das Traditionshaus aus der Dienerstraße übernimmt ab September das Catering. Enttäuschung bei Michael Käfer.

Ziegenkäsetörtchen, Gänseleberterrine, Hummercocktail und Rinderdreierlei: Seit 1963 versorgt Feinkost Käfer die Besucher in der Bayerischen Staatsoper vor den Vorstellungen und während der Pausen mit solchen Köstlichkeiten. Doch nach 53 Jahren übernimmt bald ein anderes bekanntes Delikatessenhaus die Bewirtung: Dallmayr ist aus der jüngsten Ausschreibung als Sieger hervorgegangen, wie das Traditionsunternehmen gestern selbst mitteilte. Am 18. September erfolgt die Übernahme.

„Wir freuen uns sehr, dass wir schon bald die Gäste der Bayerischen Staatsoper und des Bayerischen Staatsballetts mit unserem kulinarischen Programm verwöhnen dürfen“, sagt Florian Randlkofer, Geschäftsführender Gesellschafter der Alois Dallmayr KG, so die offizielle Firmenbezeichnung. Das neue Bewirtungskonzept soll sich nicht allzu sehr vom alten unterscheiden. „Die Speisen orientieren sich an dem, was bei den Gästen bisher gut angekommen ist“, sagt eine Dallmayr-Sprecherin. Neben „Klassikern“ soll es auch „saisonal wechselnde Speisen“ geben, die Karte werde derzeit ausgearbeitet. Dafür sollen auch die Gäste des Hauses befragt werden, insbesondere die Abonnenten.

Große Freude über die neue Herausforderung auf der einen Seite, riesengroße Enttäuschung auf der anderen. Gastronom Michael Käfer sei „hart getroffen“ vom Ergebnis der Ausschreibung, sagt seine Sprecherin Marion Drux. „Der Arme ist fix und fertig.“ Denn mit dem plötzlichen Ende hatte der langjährige Caterer nicht gerechnet. „Er ist mit der Oper aufgewachsen, das Haus liegt ihm sehr am Herzen“, betont Drux.

Michael Käfers Großvater Paul übernahm schon in den 50er-Jahren die Bewirtung im Prinzregententheater, bevor 1963 die wiederaufgebaute Oper eröffnet wurde. Käfer ist sich sicher: Die nun anstehende Übernahme habe nichts mit der Qualität der Speisen zu tun. Vielmehr sei die Bewerbung für die turnusmäßige Ausschreibung „vielleicht nicht ausführlich genug“ gewesen, wie es Marion Drux formuliert. „Es ist an ein paar formalen Dingen gescheitert.“

Das sei bitter. Man habe etwa nicht extra erwähnt, dass man saisonale Produkte verarbeite und ein Hygienekonzept habe – „das schien selbstverständlich“. Ein Fehler, gesteht Drux. Enttäuscht sei man jedoch, dass wiederum Kriterien wie Qualität und langjährige Erfahrung offenbar nicht in die Bewertung mit eingeflossen seien.

Die Übernahme betrifft auch die Mitarbeiter, 20 Festangestellte und 70 Aushilfen. Der Betriebsleiter Albert Dieter Huf etwa arbeitet seit mehr als 30 Jahren für Käfer. Dallmayr hat den Angestellten bereits ein Angebot gemacht: Man „würde sich freuen, das eingespielte Service-Team zu übernehmen.“

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