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München fliegt aus dem DTM-Rennkalender

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Die DTM-Fahrer schlängelten sich im Olympiastadion durch einen engen, aber spannenden Kurs © Getty

München - Vorzeitiges Aus für die DTM in München: Die Deutsche Tourenwagen Masters verzichtet in der kommenden Saison auf ein Rennen im Olympiastadion.

Die Option auf ein drittes Gastspiel in der traditionsreichen Arena im kommenden Jahr verfällt, der Vertrag wird aufgelöst.

Die Entscheidung gab der Chef des Olympiaparks, Ralph Huber, gestern bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz bekannt. Die Veranstaltung sei nach zwei Jahren nicht mehr im Programm, weil aus dem Show-Event kein regulärer Punktelauf werden konnte. Huber hatte stets die Vergabe von Meisterschafts-Zählern gefordert, um das Spektakel langfristig attraktiv zu halten. Ohne WM-Punkte würden Medien und Zuschauer bald fernbleiben, so die Befürchtung. Bei der Premiere 2011 pilgerten noch 54 000 Fans in das asphaltierte Oval, im Jahr darauf waren es nur noch 45 000 – „und das lag sicher nicht nur am schlechteren Wetter“, so Huber. Die Marke von 50 000 Besuchern gilt als kritisch, damit sich der Aufwand finanziell lohnt.

Auf eine Punktevergabe wollte sich der DTM-Rechteinhaber ITR jedoch nicht einlassen. Auf einer zweigeteilten Strecke in einem Stadion sei „eine absolute Chancengleichheit nicht zu gewährleisten“, begründete der ITR-Vorsitzende Hans Werner Aufrecht die Entscheidung. Die unterschiedlichen Vorstellungen waren nicht mehr unter einen Hut zu bringen. Der noch bis 2013 laufende Vertrag wurde deswegen – laut Huber „einvernehmlich“ – vorzeitig aufgelöst.

Das Ende der DTM in München hatte sich bereits nach dem letzten Rennen im Sommer abgezeichnet. Die politische Unterstützung für das Motorsport-Spektakel bröckelte. Sportbürgermeisterin Christine Strobl und Oberbürgermeister Christian Ude (beide SPD) hatten Ende Juli angekündigt, sie seien gegen eine Verlängerung des Vertrags über das Jahr 2013 hinaus. Zahlreiche Anwohner hatten sich zuvor über den Motorenlärm beklagt.

Der Olympia-Park-Chef indes betont, er habe sich bei seiner Entscheidung nicht von dem politischen Druck „beeindrucken“ lassen. „Es gibt nie hundert Prozent Zustimmung bei so einem Event“, so Huber. „Wir wissen, dass die DTM in der Bevölkerung nicht ganz unumstritten war.“ Er bereue es aber nicht, die Boliden nach München geholt zu haben. In diesem Jahr hätten 1,8 Millionen Zuschauer das Rennen live im Fernsehen verfolgt, in ganz Europa sei „mehr als 48 Stunden über München berichtet“ worden. Der Park brauche große Veranstaltungen, „die uns medial in die Welt hinaustragen“. Auch in Zukunft wolle man Motorsport im Olympiapark zeigen – dann vielleicht in einem etwas kleinerem Maßstab.

Thomas Schmidt

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