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Polizisten auf Streife im Münchner Hauptbahnhof.

Die Brennpunkte in der Stadt

München ist Deutschlands sicherste Metropole, aber...

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München gilt als Deutschlands sicherste Metropole. Wie es um die Stadt bestellt ist, zeigt der Sicherheitsbericht der Stadt, der Thema im Kreisverwaltungsausschuss war. Die Zahlen zeigen, wo die Brennpunkte in der Stadt sind.

München - Der Problembezirk schlechthin ist das Viertel rund um den Hauptbahnhof: „Der Hauptbahnhof wird aktuell von Seiten der Sicherheitsbehörden als einziger Brennpunkt im Stadtgebiet angesehen“, heißt es in dem Bericht. Alkohol, aggressives Betteln, unerlaubte Prostitution, wildes Urinieren – die Probleme sind vielfältig. 2016 wurden 94 Aufenthaltsverbote erteilt – die Dunkelziffer liegt höher, da nur die Fälle erfasst werden konnten, in denen die Betroffenen auch eine aktuelle Meldeadresse haben. Ein seit diesem Jahr geltendes Alkoholverbot und der ab kommendem Jahr patrouillierende „Kommunale Außendienst“ sollen die Lage zumindest ein wenig beruhigen.

Dieser unbewaffnete Ordnungsdienst soll nicht nur rund um den Hauptbahnhof, sondern auch auf der Feiermeile zwischen Maximiliansplatz und Sendlinger Tor unterwegs sein. Die Gegend ist das Mekka der Münchner Partyszene – mit all den Problemen, die das mit sich bringt. Gerade übermäßiger Alkoholkonsum führt zu Lärm und Gewalt. Immer wieder musste das KVR durchgreifen. 2016 hagelte es insgesamt 14 Betretungsverbote gegen auffällige Gewalttäter. Diese dürfen dann die Gegend und die Clubs für ein Jahr zwischen 22 und 7 Uhr nicht mehr betreten. Diese Zahl der Betretungsverbote steigt kontinuierlich an, 2013 waren es noch fünf , 2015 beretis elf. Die Stadt führt diesen Anstieg allerdings nicht auf eine verschärfte Sicherheitslage, sondern auf eine höhere Kontrolldichte seitens der Polizei zurück.

Situation in der Müllerstraße hat sich entspannt

Thomas Böhle ist Chef des Münchner Kreisverwaltungsreferats.

Ein Stück weiter in der Müllerstraße hat sich die Situation ein wenig entspannt. „Nach Einschätzung der Bezirksinspektion Mitte ist der Publikumsandrang im Feiergebiet rund um die Müllerstraße im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben, gleichzeitig gibt es weniger Beschwerden“, heißt es in dem Bericht. So gingen 2016 nur drei Anwohnerbeschwerden ein, im Vorjahr waren es noch 25. Die Anwohner würden sich mittlerweile meist direkt an die Gastwirte wenden. Ebenfalls im Zentrum gehört das aggressive Betteln zum Stadtbild. Während stilles Betteln in weiten Teilen der Stadt zulässig ist, schreiten die Behörden ein, wenn Bettler etwa den Gehsteig blockieren und Passanten offensiv angehen. Insgesamt wurden im Vorjahr 390 Fälle gemeldet – zehn Prozent weniger als 2015. Gleichzeitig strömen immer mehr Armutszuwanderer in die Stadt und müssen in äußerst prekären Verhältnissen hausen. 47 wilde Camps hat das KVR entdeckt.

Grundsätzlich fühlen sich die Münchner in ihrer Stadt sicher. Das ergab eine Umfrage unter 6000 Menschen. In der eigenen Wohnung fühlen sich 96 Prozent der Befragten sicher oder sehr sicher. Im eigenen Viertel, in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Parks gilt das tagsüber ebenfalls. Abends oder nachts ist das Sicherheitsgefühl allerdings eingeschränkt. Dann fühlen sich nur noch 74 Prozent in ihrem Stadtviertel sicher, in Bussen und Bahnen sind es 63 Prozent. Dabei ist das Risiko, in den öffentlichen Verkehrsmitteln Opfer einer Gewalttat zu werden, äußerst niedrig. Im Jahr 2016 ist die Gewaltkriminalität in öffentlichen Verkehrsmitteln um 15,8 Prozent rückläufig gewesen. Insgesamt kommt es, statistisch gesehen, zu weniger als einem Gewaltdelikt pro drei Millionen Fahrgästen, die in die U-Bahn steigen.

Das Sicherheitsgefühl erhöhen soll auch die Überwachung öffentlicher Verkehrsmittel mit Kameras. Münchens U-Bahnhöfe werden durch über 1600 Kameras überwacht – 100 mehr als noch vor einem Jahr. Die Filme werden sieben Tage lang gespeichert. In den Fahrzeugen der MVG sind zusätzlich über 2900 Kameras installiert. 2015 waren es lediglich 2500. Zusätzlich sind in den Bussen der MVG-Kooperationspartner weitere 700 Kameras installiert. 

Lesen Sie auch: Straftaten in München: Das sind die Brennpunkte

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