Mädchen klaut Papas Autoschlüssel und unternimmt Spritztour mit Cousin (7) - es geht böse aus

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Autos stehen im Stau, Radler freuen sich: Ein vertrautes Bild auf der Kapuzinerstraße – aber auch anderswo.

CSU-Pläne sorgen für Diskussionen

Radler gegen Autos: Kampf um Münchens Straßen

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München - Die Radl-Pläne der CSU sorgen für Diskussionen: Experten fordern Einzel-Lösungen statt großer Ideologie-Debatten – und wollen das Miteinander von Autos und Radlfahrern stärken. Sogar der ADAC warnt vor einer „Rolle rückwärts“.

Auf der Kapuzinerstraße stauen sich die Autos. Ein vertrautes Bild. Seit knapp einem Jahr ist hier eine Spur für Radler rot marktiert. Der zweite Fahrstreifen für den Autoverkehr ist ab der Kreuzung Kapuziner-/Auenstraße weggefallen. Die Radler freuen sich – die Autofahrer nicht.

Denn durch den Wegfall der zweiten Fahrspur staut sich der Verkehr tagtäglich gewaltig, vor allem am Morgen und am späten Nachmittag. Am Baldeplatz herrscht das blanke Chaos. Der Grund: Viele Autofahrer stehen noch mitten in der Kreuzung, während für den querenden Verkehr von der Auenstraße und Wittelsbacherstraße schon wieder die Grünphase begonnen hat. Häufig gibt es kein Durchkommen – Hupkonzerte und Schimpftiraden sind die Folge.

Das Beispiel zeigt, wie emotional der Kampf um die Straße zwischen den verschiedenen Verkehrsnutzern werden kann. Der CSU wäre es deshalb am Liebsten, wenn Radler stärker auf Nebenstraßen unterwegs sind – und den Autofahrern die Hauptstraßen vorbehalten bleiben (wir berichteten). In einem Antrag wollen die Christsozialen 175 Millionen Euro ins Radl-Netz stecken, wollen aber auch, dass Radl-Routen „möglichst vom Hauptstraßennetz entkoppelt“ werden.

Davon hält der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in München wenig: „Viele Arbeitsplätze und Arztpraxen liegen an Hauptstraßen“, sagt ADFC-Sprecherin Traudl Schröder. Kein Radler, der täglich zehn Kilometer in die Arbeit radelt, nehme einen umständlichen Weg über Nebenstraßen auf sich. Wer beispielsweise normalerweise über die Schwanthalerstraße in die Altstadt radelt, könne kaum auf Alternativstrecken ausweichen, weil es in der Nähe nur eine Menge Einbahnstraßen und Rechts-vor-Links-Strecken gebe.

Grundsätzlich hat der Radl-Verkehr in der Stadt stark zugenommen. Im Jahr 2002 wurden noch 10 Prozent aller Wege mit dem Radl zurückgelegt, 2011 waren es bereits 17,4 Prozent. Die zusätzlichen Radler brauchen mehr Platz. Dem ADFC ist es am Liebsten, wenn die Radler ihren Platz auf den Straßen und nicht auf separaten Radwegen haben. „Radler sind von der Geschwindigkeit her näher am Auto als am Fußgänger“, so Schröder. Auch würden Radler auf den Straßen von Autos kontinuierlich wahrgenommen.

„Das CSU-Papier ist zu pauschal“, kritisiert auch Bernd Emmrich, Verkehrsreferent beim ADAC in München. Statt einer grundlegenden Ausrichtung müssten Entscheidungen im Einzelfall getroffen werden. „Bei der Rosenheimer Straße beispielsweise würden Radler keine parallelen Routen akzeptieren“, so Emmrich.

Grundsätzlich tritt aber auch der ADAC für ein Miteinander der verschiedenen Verkehrsarten ein – und widerspricht damit der Vorstellung der CSU, die gerne eine „bestmögliche Trennung der verschiedenen Verkehrsarten“ hätte. „So eine Rolle rückwärts halte ich für kritisch“, sagt Emmrich. Man könne nicht alle Brennpunkte über einen Kamm scheren.

Verständnis für die CSU-Idee bringt allerdings der Münchner Verkehrsexperte Professor Harald Kurzak auf. „Wenn man dem Verkehr Spuren wegnimmt, verdrängt man Autos in die Nebenstraßen“, sagt er – was dann zu Stau führe. Deshalb sei die Idee, Radler eher über Nebenstraßen zu führen, grundsätzlich nicht verkehrt.

„Man kann bei dem Thema aber keine Grundsatzentscheidungen fällen“, sagt Kurzak. Beispielsweise könne man die Radler auf der Leopoldstraße nicht dazu bringen, auf kleine Nebenstraßen auszuweichen. Wichtig sei hingegen, im Detail Lösungen für die Problem- und Gefahrenpunkte zu finden.

Eine Grundsatzentscheidung fordert unterdessen der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn: „Die CSU muss endlich die Karten auf den Tisch legen und klipp und klar sagen, ob sie mehr Autoverkehr oder mehr umweltfreundlichen Verkehr will“, so von Brunn. Doch nun müssen die Christsozialen erstmal mit dem Bündnispartner SPD diskutieren – und eine gemeinsame Lösung finden.

Moritz Homann und Klaus Vick

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