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Die größte Bücherverbrennung Münchens fand am 10. Mai 1933 am Königsplatz statt. Nun soll ein Denkmal daran erinnern.

Plan der "AG Gedenktafeln"

Kunstwerk soll am Königsplatz an Bücherverbrennung erinnern

München - Der Kulturausschuss bewilligt 217 000 Euro, um am Königsplatz ein festes Denkmal zu installieren – Ein Wettbewerb mit zehn Künstlern ist geplant.

„Wer Bücher verbrennt, verbrennt auch Menschen.“ CSU-Stadtrat Marian Offman zitierte am Donnerstag im Kulturaussschuss den großen deutschen Dichter Heinrich Heine. Dessen Ausspruch erwies sich als furchtbare Prophezeiung. Denn im Dritten Reich wurde Heines Warnung in vielen deutschen Städten wahr. In München soll nun am Königsplatz ein Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung errichtet werden.

Der Kulturausschuss stellte dafür am Donnerstag die Weichen. Offman und sein Fraktionskollege Richard Quaas hatten bereits im Jahr 2013 einen entsprechenden Antrag gestellt. Nun soll ein Ideenwettbewerb mit zehn Künstlern für das Kunstwerk durchgeführt werden. Geplant ist eine Installation am Boden, die virtuell – zum Beispiel über einen Laserstrahl oder per Spiegelung – mit dem NS-Dokumentationszentrum in Verbindung stehen soll. Für das Denkmal inklusive der Wettbewerbskosten wurde ein Budget in Höhe von 217 000 Euro bewilligt.

50.000 Schaulustige jubelten am Königsplatz

In München fanden im Mai 1933 drei öffentliche Bücherverbrennungen statt, die größte am 10. Mai 1933 am Königsplatz. Verantwortlich dafür war die „neue deutsche Studentenschaft“. 50 000 Schaulustige versammelten sich am Königsplatz. Zuvor hatte die Hitlerjugend am 6. Mai 1933 ihr Unwesen auf dem Königsplatz getrieben. In München gibt es anlässlich des Jahrestages seit einigen Jahren eine öffentliche Lesung im Stadtzentrum, aber keinen festen Erinnerungsort. Mittlerweile wird die Bücherverbrennung im seit Sommer 2015 bestehenden NS-Dokuzentrum thematisiert.

Eine vom Stadtrat eingesetzte „AG Gedenktafeln“ hatte sich mit dem Antrag der beiden CSU-Stadträte sowie einem gleichlautenden Vorschlag von Altoberbürgermeister Hans-Jochen Vogel (SPD) befasst. Dabei wurde die Empfehlung formuliert, dass zur dauerhaften Erinnerung an die Bücherverbrennung eine allgemeine und öffentlich zugängliche Information über die historische Bedeutung des Königsplatzes und seiner Umgebung als NS-Parteiviertel erfolgen solle. Ein Kunstwerk als Erinnerung an die Bücherverbrennung sei vorstellbar, allerdings müsse ein Wettbewerb abgehalten werden.

München als eine der wenigen Städte ohne Bücherverbrennungsdenkmal

München gehört zu den wenigen Universitätsstädten, in denen es kein Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung gibt. In Abstimmung mit dem Freistaat Bayern, dem Grundstückseigentümer am Königsplatz, und dem Denkmalschutz sollen nun die weiteren Schritte abgestimmt werden.

Zehn ausgewählte Künstler sollen sich an dem geplanten Gestaltungswettbewerb beteiligen. Ob das Kunstwerk bereits im kommenden Jahr realisiert werden kann, ist noch unklar. Marian Offman machte aber schon am Donnerstag im Kulturausschusss deutlich, dass es richtig sei, das Mahnmal am NS-Dokuzentrum zu errichten: „Das tut München und dem Selbstverständnis der Stadt gut.“ Klaus Vick

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