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Selvi U. hat nach ihrer Unterleibs-OP geklagt.

Gutachter bestätigt Vorwürfe

Kunstfehler bei Unterleibs-OP? Frau klagt: „Ich leide bis heute“

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Mit ernster Miene steht Selvi U. auf dem Flur des Landgerichts. Sie klagte am Mittwoch gegen die Frauenklinik Dr. Geisenhofer am Englischen Garten.

München - Dort hatte sich die Patientin vor Jahren einer Operation unterzogen: Die Frauenärzte entfernten ihr in Schwabing die Gebärmutter. Doch im Anschluss hatten sich gefährliche Komplikationen ergeben. Zunächst bildete sich ein Abszess, später war es auch noch zu einer Dünndarmverletzung gekommen. 

„Ich musste deshalb noch zweimal operiert werden“, sagt Selvi U. Sie wirft der Frauenklinik Aufklärungsmängel und Behandlungsfehler vor – und fordert 50.000 Euro Schmerzensgeld. „Meine Mandantin ist gezeichnet von den drei Operationen“, sagt Dr. Jürgen Klass, Fachanwalt für Medizinrecht. „Sie hatte monatelang Beschwerden – auch seelisch. Die zweite OP kam zu spät.“ 

Gutachter bestätigt Vorwürfe

Mehr als drei Stunden lang wurde am Mittwoch am Landgericht verhandelt. Ein Gutachter bestätigte schließlich die Behandlungsfehler-Vorwürfe. Das Gericht stellte einen sogenannten Befunderhebungsmangel fest und machte einen Vergleichsvorschlag: Die Klinik soll 17.000 Euro an Selvi U. zahlen – damit wären die Ansprüche der Patientin abgegolten. 

Doch während sie einwilligte, widersprach der Arzt. Er fühle sich unschuldig und erwägt nun, ein Privatgutachten erstellen zu lassen. Währenddessen wischte sich Selvi U. die Trännen aus dem Auge. „Ich leide bis heute“, sagt sie. Das Gericht will Ende Januar entscheiden, wie es weitergeht.

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