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Seit 2006 leitet Maria Kurz-Adam das Jugendamt.

Anfrage der Grünen

Jugendamt ohne Chefin

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München - Seit Herbst 2014 ist das Münchner Stadtjugendamt faktisch ohne Leitung. Maria Kurz-Adam (55), die die Geschäfte seit 2006 geführt hatte, ist krankgeschrieben, von einem Burn-Out ist die Rede. Die Stadtrats-Grünen wollen nun in einer Anfrage wissen, wann das Jugendamt wieder eine Leitung bekommt.

Zunächst sei die Jugendamtsleiterin punktuell krank geschrieben gewesen, seit Januar 2015 dauerhaft. Beamte erhalten während einer Dienstunfähigkeit ihre Bezüge uneingeschränkt fort, und zwar so lange, wie die Dienstunfähigkeit anhält.

Kurz-Adams Abwesenheit sei im Amt deutlich spürbar gewesen, schreiben Grünen-Fraktionschefin Gülseren Demirel und die Stadträtinnen Katrin Habenschaden und Jutta Koller in ihrer Anfrage. Insbesondere sei das Fehlen der Chefin ins Gewicht gefallen, als innerhalb kürzester Zeit hunderte minderjährige Flüchtlinge nach München kamen, für die das Amt zuständig ist. Mitarbeiter seien bis jetzt verunsichert, keiner könne sagen, wer das Jugendamt wann wieder leiten wird. Zwar sei seit Mai 2015 etwas Ruhe eingekehrt, seit Markus Schön das Amt kommissarisch leitet. Doch die Irritation sei immer noch da.

Aus internen Kreisen ist zu erfahren, dass Kurz-Adam angekündigt hatte, am 1. Juli wieder ins Amt zurückzukehren. Das ist jedoch nicht passiert – eine schwierige Situation auch für die neue Sozialreferentin Dorothee Schiwy, die seit 1. Juli im Amt ist und zu deren Haus das Jugendamt gehört.

Nun fragen die Grünen, ob Kurz-Adam ihre Aufgaben „in absehbarer Zeit wieder wahrnehmen könne und wenn ja, wann“. Das Personal- und Organisationsreferat soll darlegen, was für den Fall einer weiteren dauerhaften Krankschreibung geplant ist und wie das Jugendamt wieder „unter eine ordnungsgemäße Führung“ zu stellen ist. Zudem wird OB Dieter Reiter (SPD) aufgefordert, einen Zeitplan für die Wiederbesetzung des Leitungspostens im Jugendamt aufzustellen.

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