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Susanne Klatten tritt eher selten öffentlich auf.

Kreativquartier

München lockt die klügsten Köpfe

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München - München als „Silicon Valley“ Europas: Der Wunschtraum von Bürgermeister Schmid wird wieder ein kleines Stück realer. Im Kreativquartier soll ein neues Gründer- und Innovationszentrum entstehen. Ziel: an der „Stadt der Zukunft“ zu basteln – und Berlin den Rang abzulaufen.

Weltweit wachsen Städte – und damit die Herausforderungen bei Verkehr, Wohnen, Leben. Darum wird weltweit an der „Stadt der Zukunft“ gefeilt. Mit Geschäftsideen, die sie lebenswerter machen: Apps für die Parkplatzsuche. Intelligente Steuerungssysteme, die Heizkosten senken. Pflanzkübel für urbane Gemüsegärten. Um München und Bayern international zum Vorreiter bei Forschung und Entwicklung solcher Ideen zu machen, soll jetzt ein zukunftsweisendes Projekt entstehen: das „Gründer- und Innovationszentrum“ im Kreativquartier.

Dass München endlich Berlin den Rang als nationale Gründerhochburg abläuft und irgendwann zum „Silicon Valley“ Europas wird, davon träumen die drei, die das Zentrum planen: Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Bürgermeister Josef Schmid (beide CSU) und BMW-Milliardärin Susanne Klatten. „Es fragt sich: Wie wollen wir in der Stadt leben?“, sagte Klatten, die 2002 das Innovationszentrum „UnternehmerTUM“ an der Technischen Universität München gründete. Es gehe darum, Städte als „Smart City“ nicht nur technologisch, sondern auch menschlich klug zu gestalten.

Im Kreativquartier an der Dachauer Straße stellt die Stadt ein Grundstück zur Verfügung. UnternehmerTUM zahlt Bau und Betrieb eines Gebäudes, das 10 000 Quadratmeter für Büros, Veranstaltungsräume und Werkstatt bieten soll. Am 16. Februar entscheidet der Stadtrat, dann soll die Detailplanung losgehen.

Für Schmid war es ein Traum-Termin: sich als Förderer der Kreativwirtschaft zu präsentieren, noch dazu mit Klatten neben sich. Die 53-jährige Quandt-Erbin, die als reichste Frau Deutschlands gilt, scheut sonst die Öffentlichkeit. Doch die beiden und Aigner wirkten gestern so begeistert, als hätten sie gerade selbst ein Startup ausgeheckt.

Im neuen Zentrum sollen rund 40 Startups (vom englischen to start up: gründen) Platz finden: Ihre Geschäftsidee muss auf Wachstum und Nachhaltigkeit konzipiert sein und zu den Themen moderner Stadtentwicklung passen, wie Luftreinhaltung, Elektromobilität oder Energieversorgung. Damit würde UnternehmerTUM, das jährlich 50 Startups fördert, seine Quote fast verdoppeln. Die Gründer zahlen eine moderate Miete und kommen in den Genuss der Beratungsangebote von UnternehmerTUM – etwa, wie ein Team seine Idee Investoren überzeugend präsentiert. Oder etwas von den 2,5 Millionen Euro abbekommt, die der Freistaat in das Förderprogramm steckt.

Vor allem aber sollen die Jungunternehmer von der Vernetzung profitieren. Im Kreativquartier siedeln Künstlerateliers, um die Ecke ist das Goethe-Institut, in der Stadt sitzen zwei Exzellenz-Universitäten und sechs Dax-Unternehmen. In diesem Umfeld sollen Kooperationen und Synergien entstehen: zwischen Gründern, Forschern, Architekten, Designern sowie Stadtplanern und etablierten Unternehmen. „Wir wollen die Stadt von morgen inmitten der Stadt von heute erproben“, sagte Klatten. Ilse Aigner sprach von einem „Ökosystem mit internationaler Sichtbarkeit“.

Gerade die Internationalität ist wichtig. Schmid hatte gestern keine Zahlen parat, wie viele Startups es in München gibt. Allein in der Kreativbranche liegt München gleichauf mit London und Paris. Doch bei Startups, die sich auch über wirtschaftlichen Erfolg definieren, noch lange nicht: Dem Bundesverband Deutsche Startups zufolge kommt München bei bundesweit 6000 Neugründungen auf zwölf Prozent und Berlin auf ein Drittel. Wohl auch darum sollen laut Klatten nun gezielt Gründer aus den USA oder China angelockt werden – mit all den Vorteilen, die die stolze Landeshauptstadt so gern aufzählt.

Im kommenden Jahr soll mit dem Bau begonnen werden, die Fertigstellung wird für 2019 angestrebt. Interesse von möglichen Gründern, sagte Klatten, gebe es schon jetzt.

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