Informationen rund um die Großveranstaltung

München Marathon: Nervenkitzel für 20.000 Läufer

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München - Mehr als 20.000 Läufer werden am Sonntag zum 31. München Marathon erwartet. Auch Autofahrer sollten sich vorbereiten, denn einige Straßen werden gesperrt sein. 

Vor zwei Wochen war der Berlin-Marathon. Der dreimalige Olympiasieger Kenenisa Bekele aus Äthiopien verfehlte den Weltrekord mit seiner Endzeit von 2:03:03 Stunden nur um sechs Sekunden. Berlin elektrisiert die Marathon-Szene weltweit: Top-Läufer, begeisternde Atmosphäre, große mediale Aufmerksamkeit. München kann sich in dieser Hinsicht mit Berlin nicht vergleichen. Das weiß Rennleiter Gernot Weigl. München will sich aber auch nicht vergleichen.

Denn der hiesige Veranstalter bezahlt schon lange kein Startgeld mehr für Top-Athleten. Spitzenläufer bleiben daher fern. Für den München-Marathon am Sonntag gilt ganz besonders, was Weigl als allgemeinen Trend formuliert: „Laufen ist eine riesengroße Breitensportveranstaltung geworden.“ Mehr als 20 000 Läufer werden erwartet, gut 7000 dürften die volle Marathondistanz über 42,195 Kilometer in Angriff nehmen (Start: 10 Uhr). Die restlichen Starter verteilen sich auf den Halbmarathon über 21,1 Kilometer (13.30 Uhr), den Zehn-Kilometer-Lauf (10.40 Uhr) und die Marathonstaffel (10.20 Uhr).

Zeiten, wie sie Berlin-Sieger Bekele mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit herunterspult, sind in München Utopie. Der Gewinner dürfte am Sonntag bis zu 20 Minuten langsamer unterwegs sein. Immerhin zählt ein Lokalmatador zu den Favoriten: Sebastian Hallmann. Der 39-Jährige war Top-Läufer auf der Bahn, hat 24 Medaillen bei Deutschen Meisterschaften gewonnen. Doch Marathon ist für ihn Neuland. 5000 und 10 000 Meter waren seine Spezialdisziplinen. Über 5000 Meter hat Hallmann eine beachtliche Bestzeit von 13:26 Minuten. Noch heute ist er in der Lage, die zehn Kilometer um die 30 Minuten zu laufen.

Profi ist Hallmann nicht mehr, aber er sagt vor dem München-Marathon: „Es kitzelt immer noch.“ Eine klassische Marathon-Vorbereitung hat der studierte Politologe zwar nicht absolviert. Aber sein Talent und seine Erfahrung könnten diesen Nachteil aufwiegen. Außerdem hat sich Hallmann im Sommer beim Transalpine Run in einer Woche über 272 Kilometer und 15 000 Höhenmeter geplagt. Dazu kam der Pitztal-Marathon, dessen Spezialität darin liegt, dass 1200 Höhenmeter bergab und 600 Höhenmeter bergauf absolviert werden müssen. „Bergab ist eine große Herausforderung für die Muskulatur“, weiß Hallmann. 2:32 Stunden benötigte der Münchner für den Gletschermarathon. „Ein guten Trainingslauf.“ Am Sonntag, so sagt der Münchner, werde er sich überraschen lassen, „wie schnell der erste Kilometer gelaufen wird und dann entscheiden, ob er das Tempo mitgeht“.

Hallmann arbeitet auch bei Weigls „runabout München Marathon Gmbh“. Der Veranstalter konnte mit der Flughafen München GmbH und der Versicherung Generali zwei neue Hauptsponsoren gewinnen. Generali ist ein italienisches Unternehmen. Da passt es ganz gut, dass die Italiener diesmal die zweitstärkste Teilnehmernation stellen – vor Österreich. Wie viele Schweden dabei sind, ist nicht bekannt. Aber ein Schwede steht für den nostalgischen Moment des München Marathon: Kjell-Erik Stahl – erster Sieger im Jahre 1983 und neben Hallmann zu Gast am Donnerstag beim Pressetermin. Stahl, sein Name ist Programm: 101 Marathons beendet, 70 Mal unter 2:20 Stunden geblieben – eine Laufmaschine, wenn man bedenkt, dass der Mann immer einen Full-Time-Job hatte und nie Profi war. Am Sonntag wird der 70-Jährige über zehn Kilometer starten. „Nichts Besonderes, weil ich am Sonntag sowieso zum Laufen gegangen wäre“, erklärt der Schwede mit trockenem Humor.

Mehr als 1000 ehrenamtliche Helfer sollen am Sonntag entlang der Strecke für einen reibungslosen Ablauf sorgen und Getränke sowie Verpflegung reichen. Die Wettervorhersage verheißt etwa zehn Grad, leichte Bewölkung, etwas Sonnenschein. „Für Läufer ideal“, meint Weigl. Höhepunkt für jeden „Marathoni“ sei der Zieleinlauf im Olympiastadion, sagt der Rennleiter. „Davon schwärmen die Teilnehmer.“ Kurzentschlossene können sich für alle Wettbewerbe auf der Marathon-Messe in der Olympiahalle nachmelden (Freitag: 12 bis 19 Uhr; Samstag: 10 bis 19 Uhr; Sonntag: 8 bis 11 Uhr).

Während des Marathons und Halbmarathons kommt es zwischen 9 und 17 Uhr in den Stadtteilen Schwabing, Maxvorstadt, Oberföhring, Bogenhausen, Steinhausen, Haidhausen, Isarvorstadt und Altstadt/Lehel zu längeren Straßensperrungen und Umleitungen. Zwischen 9 und 17 Uhr ist auch bei Bussen und Straßenbahnen mit Behinderungen zu rechnen. Die Tramlinien 12, 16, 18, 19, und 37, der Ersatzbus 35 sowie die Buslinien 52, 53, 54, 55, 59, 62, 100, 132, 145, 146, 154, 155, 183, 184, 187, 188 und 190 werden umgeleitet oder unterbrochen.

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