Kinofans dürfen wieder Filme im Mathäser schauen: 13 von 14 Sälen machen auf, darin sind je 100 Besucher erlaubt.
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Kinofans dürfen wieder Filme im Mathäser schauen: 13 von 14 Sälen machen auf, darin sind je 100 Besucher erlaubt.

Start leider ohne neue Filme

Mathäser und Co. zurück! Münchner Kinos öffnen in Corona-Krise wieder - diese Regeln gelten

  • Andreas Thieme
    vonAndreas Thieme
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Tolle Nachrichten für alle Filmliebhaber: Die Münchner Kinos öffnen wieder - in der Corona-Krise jedoch mit einem  umfangreichen Hygienekonzept. Das Programm ist vielfältig.

  • Die Münchner Kinos öffnen trotz Corona-Krise wieder - ein Hygienekonzept macht es möglich.
  • Allerdings ist das nur der erste Schritt, die Häuser rechnen mit weiteren Verlusten.
  • Beim Programm müssen die Planer kreativ sein.

München - Noch sitzt Ulrike Silberbach (47) alleine in der ersten Reihe, doch das wird sich ab diesem Donnerstag ändern. Denn das Mathäser, Münchens größtes Kino, macht wieder auf. „Ich freue mich so“, sagt die Betriebsleiterin. Mitte März saß sie noch im Büro und hat geweint, nachdem sie das Kino wegen Corona schließen musste. Seither blieben die 14 Säle mit insgesamt 4200 Plätzen leer. „Ich arbeite seit 25 Jahren in der Branche. Für mich als absolute Kinoliebhaberin war das ganz schlimm.“ Doch nun heißt es endlich wieder: Film ab!

„Bis auf einen Saal machen wir alle wieder auf“, sagt Ulrike Silberbach. Natürlich hat das Mathäser ein umfangreiches Hygienekonzept entwickelt: Nur jeder dritte Sitzplatz wird besetzt, dazwischen ist der Mindestabstand garantiert. „Außerdem haben wir jede zweite Reihe gesperrt“, erklärt die Betriebsleiterin. Gemäß der behördlichen Auflagen dürfen maximal 100 Besucher in einen Kinosaal. „Wir bieten trotzdem ein tolles Erlebnis.“

Mathäser öffnet wieder: Nur ein Viertel der Tickets darf verkauft werden

Zum Beispiel im Dolby Kino, das Deutschlands beste Lasertechnik bietet. Wie ein Raumschiff im Inneren sieht der Saal aus, wenn Ulrike Silberbach alleine darin sitzt. 4200 Plätze hat das Mathäser insgesamt - nur ein Viertel aller Tickets darf das Kino zum Neustart nun verkaufen, so schreibt es der Freistaat vor.

„Wirtschaftlich lohnt sich das aktuell nicht, aber wir wollen natürlich ein Zeichen setzen, dass wir wieder da sind“, sagt Marketing-Direktor Kurt Schalk. Dem Mathäser geht es eben auch um die Liebe zum Film, die jetzt wieder entflammen soll. Das Programm startet ab diesen Donnerstag mit Filmen wie der Komödie „Känguru-Chroniken“, „Nightlife“ mit Schauspieler Elias M’Barek oder dem Action-Kracher „Guns Akimbo“.

Nicht mehr lange allein: 320 Plätze hat der Dolby-Kinosaal im Mathäser, den Betriebsleiterin Ulrike Silberbach (47) jetzt wieder aufsperren darf.

Mathäser öffnet wieder: „Joker“ und Rammstein-Konzert in Paris werden gezeigt

Im beliebten Dolby-Atmos-Saal (320 Plätze) läuft zudem noch mal der Kino-Hit „Joker“ und im Dolby-Atmos MK6 (825 Plätze) das legendäre Rammstein-Konzert in Paris mit Lichtershow. Als Schmankerl zeigt das Mathäser zudem den Film-Klassiker „Dirty Dancing“.

Neue Blockbuster sind aktuell noch nicht dabei. Einige Filmstarts haben sich zudem verschoben, weil die großen Studios ihre Produktionen bestmöglich verkaufen wollen und daher erst die weltweite Gesundheitslage abwarten. Zuletzt betraf das etwa den Action-Thriller „Tenet“ von Star-Regisseur Christopher Nolan (49).

Mathäser öffnet wieder: Zukunftsperspektive der Kino-Branche kaum absehbar

„Für die Kinos ist das natürlich ein schwieriges Thema“, sagt Schalk. Die Zukunftsperspektive der Kino-Branche sei noch nicht richtig absehbar. Das Mathäser will sich daher langsam wieder an die Kunden herantasten nach der monatelangen Corona-Pause. „Wir sind froh, dass es losgeht und natürlich hoch motiviert.“

Wirtschaftlich bleibt die Situation aber schwierig. „In den ersten Wochen werden wir sogar draufzahlen, wenn wir öffnen“, erklärt Schalk. Denn während die Einnahmen aus dem Ticketverkauf geringer sein werden als sonst, muss das Multiplex-Kino weiterhin Miete, Strom und auch das Geld für den Filmverleih sowie Personalkosten zahlen. Bis zu 180 Mitarbeiter sind im Mathäser angestellt - alle waren zuletzt in Kurzarbeit.

Für Mitarbeiter und Besucher gilt im gesamten Gebäude weiterhin Maskenpflicht - das gilt auch beim Einlass in den Kinosaal sowie beim Verlassen des Saals, auch wenn man während der Vorstellungen zur Toilette muss. „Sobald die Gäste dann ihren Sitzplatz im Kino eingenommen haben, sind sie nicht mehr verpflichtet, eine Maske anzulegen“, erklärt Ulrike Silberbach. Sie ist stolz, dass der Betrieb jetzt wieder losgeht - und es in den Kinos heißt: Film ab.

München: Auch die kleinen Kinos öffnen wieder

Film-Liebhaber aufgepasst: Auch die kleinen Kinos sperren wieder auf, so zum Beispiel das Neue Maxim in der Landshuter Allee. Inhaberin Anne Harder (36) freut sich: „Endlich geht es wieder los.“

Staatliche Hilfen und Spenden haben dem beliebten Arthouse-Kino durch die Corona-Zeit geholfen. Auch Gutscheine konnte man kaufen. „Wir sind sehr dankbar“, sagt Harder. „Es war natürlich keine einfache Zeit.“ In der Not wurde die Geschäftsführerin kreativ: Auch Sessel-Patenschaften konnte man im Maxim übernehmen. Alles, damit das kleine Kino überleben kann.

Eine Perle in Neuhausen: 81 Sitzplätze hat der große Kinosaal im Neuen Maxim, den Geschäftsführerin Anne Harder (36) wieder öffnet.

München: Im Maxim geht‘s los mit „Wer früher stirbt, ist länger tot“

An diesem Donnerstag startet das Programm wieder, im großen Saal (81 Plätze) läuft „Wer früher stirbt, ist länger tot“. Zu Gast wird auch Regisseur Marcus H. Rosenmüller (46) sein. Einen Tag später läuft der preisgekrönte Dokumentarfilm „For Sama“, in dem eine syrische Mutter fünf Jahre lang ihre Erlebnisse während des Krieges in Aleppo für ihre kleine Tochter festhält.

Auch für das Maxim gelten natürlich die behördlichen Regelungen: „In unserem großen Saal darf ich 23 statt 81 Plätze belegen, im kleinen Saal zwölf von 23“, sagt Anne Harder. Eine Vorstellung pro Tag pro Saal spielt das Kino. „Wir sind eine GmbH mit vier Personen“, erklärt Harder. „Als Geschäftsführerin habe ich noch eine Kollegin in Vollzeit im Büro und zwei Aushilfen. Unsere 14 Mini-Jobber musste ich leider kündigen.“

Finanziell sei es fast teurer, jetzt wieder aufzumachen - denn die Einnahmen bleiben begrenzt, während die Kosten steigen. „Unsere Rücklagen sind bald aufgebraucht.“ Umso wichtiger ist es, dass der normale Kino-Betrieb bald zurückkehrt.

A. Thieme

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