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Hallen Muezzinrufe bald auch durch München? OB Reiter schließt es nicht aus

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Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter zum Thema Muezzinrufen.
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter zeigt Interesse an dem Kölner Pilotprojekt zu Muezzinrufen. © Jason Dean/Sven Hoppe/dpa

Als „Zeichen des Respekts“ hat Köln ein Pilotprojekt für Moscheen gestartet. In München zeigt jetzt auch Oberbürgermeister Dieter Reiter Interesse an der kontrovers diskutierten Idee der Gebetsrufe.

München -  Nach einem Pilotprojekt in Köln befasst sich die Stadt München jetzt auch mit muslimischen Gebetsrufen. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) schließt nicht aus, dass Gebetsrufe des Muezzins künftig auch in der bayerischen Landeshauptstadt erlaubt werden. Die Stadt werde sich mit dem Thema befassen, sobald das Pilotprojekt in Köln beendet ist, sagt der Oberbürgermeister gegenüber unserer Zeitung. „Auf Basis der Kölner Erfahrungen wird dann geprüft, ob der Stadtrat mit einem entsprechenden Vorschlag befasst werden soll.“

München: Nach Kölner Pilotprojekt will OB Reiter entscheiden, ob Muezzinrufe auch an der Isar denkbar wären

Muslimischen Gemeinden hat die Stadt Köln in einem zweijährigen Modellprojekt erlaubt, mit dem Ruf des Muezzins zum Freitagsgebet zu rufen. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sagte, Köln sei eine Stadt der „religiösen Freiheit und Vielfalt“. Unter den Kölnern seien viele Muslime – Reker sprach von einem „Zeichen des Respekts“.

Die Entscheidung der Stadt hat kontroverse Debatten ausgelöst. Islamvertreter loben das Projekt – laut Zentralrat der Muslime sende Köln ein „Zeichen der Toleranz und der Vielfalt in die Welt“. NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU) sieht den Muezzin-Ruf hingegen nicht als zwingend für ihre persönliche Religionsfreiheit an – die Debatte sei nicht hilfreich für das gesellschaftliche Miteinander, sagte sie.

Muezzinrufe bald auch in München? Innenministerium reagiert zurückhaltend

Auch Teile der CSU lehnen die Muezzinrufe ab. „In Bayern wollen wir solche Versuche jedenfalls nicht“, sagte Vize-Generalsekretär Florian Hahn der Bild. Bayerns Innenministerium reagiert zurückhaltend.

Ob Muezzinrufe in Bayern denkbar sind, seien zunächst „bau- und immissionsrechtliche Fragen“, sagte eine Sprecherin. Man müsse vor Ort abwägen, ob ein Muezzinruf „rechtlich zulässig“ ist oder ob eine Lärmbelästigung vorliegt.

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