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Sechs-Tage-Rennen

Olympiahalle: Neuauflage der „Sixdays“ geplant

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München - Gibt es von 2018 an eine Neuauflage des Sechs-Tage-Rennens? Die Olympiapark München GmbH (OMG) verhandelt mit einem englischen Veranstalter. Dies bestätigte der am Jahresende scheidende OMG-Chef Arno Hartung.

Die Münchner „Sixdays“ – das war außer Bahnradsport auf Weltklasseniveau auch eine bunte Show und ein gesellschaftliches Großereignis für die Stadt. In den Bars und Restaurants amüsierten sich Stars, Promis und Go-Go-Girls. Das Sechs-Tage-Rennen war über viele Jahre hinweg ein Zuschauermagnet. Laut Olympiapark-Chef Arno Hartung kamen in den besten Zeiten 96 000 Besucher an sechs Tagen. Die Mischung aus Show und Profi-Radsport hatte ihren Reiz. Unvergessen sind die Auftritte der deutschen Radsport-Legende Didi Thurau, der 1986 und 1987 mit seinen Partnern Danny Clark (Australien) und Urs Freuler (Schweiz) den Sieg holte.

Das erste Sechs-Tage-Rennen in München fand bereits 1933 statt. Die Nazis untersagten danach aber „das unwürdige Spektakel“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Rennen in den Messehallen auf der Theresienhöhe wiederbelebt – allerdings nur bis 1954. Erst von 1972 bis 2009 fanden die Sixdays durchgehend statt. Hartung: „Die Veranstaltung war über viele Jahre eine Herzensangelegenheit für uns.“

Doch nach der 46. Auflage im Jahr 2009 war Schluss – „und das Ende damals trist“, erinnert sich Hartung. Immer weniger Zuschauer waren gekommen, das Konzept aus Sport und Unterhaltung hatte sich totgelaufen – es war kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Landauf, landab gab es ähnliche Veranstaltungen. Zudem gewann die Dopingdiskussion im Radsport an Schärfe, während die Zahl deutscher Spitzenathleten überschaubarer wurde. Die OMG gab daher ihre Sixdays-Lizenz zurück.

Hartung zufolge gibt es nun aber Überlegungen, „das Rennen in veränderter Form wieder in der Olympiahalle aufleben zu lassen“. Die OMG sei in Gesprächen mit einem englischen Promoter, der diese Art von Rennen etablieren wolle. Neben den Veranstaltungsorten Berlin und Bremen werde nach weiteren Hallen gesucht. Hartung sagt, eine Neuauflage in München wäre von 2018 an vorstellbar. Der Zeitpunkt wäre nach seinem Dafürhalten nicht schlecht. „Der deutsche Radsport erlebt ja gerade eine Auferstehung mit Etappensiegen bei der Tour de France“. Denkbar wäre das Comeback der Sixdays aus seiner Sicht aber nur, wenn wieder prominente Profis teilnehmen würden. „Anders können sie so etwas in München nicht etablieren, wo es ein traditionell anspruchsvolles Publikum gibt – auch verwöhnt durch den Fußball“, erklärt der OMG-Chef.

Was den Freiluft-Radsport betrifft, könnte sich Hartung künftig auch Mountainbike- und Querfeldein-Rennen auf dem Olympiagelände vorstellen. Im ständigen Bemühen, den Park mit neuen Veranstaltungen zu beleben, kann die Betreibergesellschaft für 2017 zumindest schon eine Neuerung verkünden: Erstmals findet im Olympiastadion ein internationales Rugbyturnier statt – zur Wiesnzeit am 29. und 30. September. Der Termin ist bewusst gewählt. Denn Rugby ist vor allem in Australien und England populär. Viele Touristen könnten einen Oktoberfestbesuch mit dem Besuch des Rugby-Turniers verbinden. Die Nationalmannschaften von Australien, Südafrika und England haben schon zugesagt. Außerdem wird unter anderem mit dem aktuellen Olympiasieger Fidschi verhandelt. Gastgeber Deutschland ist hingegen ein unbeschriebenes Blatt im Rugby. Die Veranstalter vom Deutschen Rugby-Verband rechnen dennoch mit mehr als 30 000 Zuschauern – und erhoffen sich einen Popularitätsschub für ihre Sportart. Gespielt wird wie bei Olympia in der extrem schnellen Siebener-Rugby-Variante. Zwölf Nationalmannschaften sollen teilnehmen.

Das geplante Turnier der „Beachvolleyball Major Series“ wird hingegen frühestens 2018 im Olympiapark stattfinden. Die Veranstaltung mit Weltklassesportlern war bereits 2015 und 2016 geplatzt, 2017 ist Hamburg deutscher Austragungsort. „Wir bewerben uns nun für eine Ausrichtung im Jahr 2018“, sagt Hartung, der zum 31. Dezember in den Ruhestand geht. Nachfolgerin des 67-Jährigen wird seine bisherige Stellvertreterin Marion Schöne (54).

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