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50 Jahre nach Flugzeugunglück an A9: Diese Bilder vergehen nie.
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Ein Foto, das um die Welt ging: Ein Pfarrer segnet kurz nach dem Absturz Leichen. Fotograf Heinz Wolf hat den Augenblick damals festgehalten.
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Ein Foto, das um die Welt ging: Ein Pfarrer segnet kurz nach dem Absturz Leichen. Fotograf Heinz Wolf hat den Augenblick damals festgehalten.
Manchester-Tragödie: 23 Tote
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Flugzeugabsturz Trudering McDonald&#39s Foto2 Polizei
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Flugzeugabsturz Trudering McDonald's.
Tram-Katastrophe: 52 Tote
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Augenzeugen-Bericht

50 Jahre nach Flugzeugunglück an A9: Diese Bilder vergehen nie

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Fotos, die um die Welt gingen. Am Donnerstag vor 50 Jahren stürzte ein Flugzeug direkt neben der A9 ab. Einer der Ersten am Unfallort war damals Heinz Wolf. 

München - Als Heinz Wolf den Finger auf den Auslöser seiner Kamera legt, ist es gespenstisch still. Die beiden Polizeibeamten, die ein paar Meter entfernt stehen, sind genauso sprachlos wie er. Wie versteinert beobachten sie, wie der Rauch zwischen den Trümmern aufsteigt. Ein Pfarrer geht langsam an den brennenden Flugzeugteilen vorbei. 

Alle paar Meter bleibt er stehen, beugt sich leicht nach unten, spricht einen Segen. Dann geht er weiter – zum nächsten Leichenteil. Heinz Wolf erkennt sofort, dass er hier für niemanden mehr etwas tun kann. Nur seinen Job kann er machen. Er hält diesen furchtbaren Augenblick mit seiner Kamera fest. Das Bild erscheint am nächsten Tag im Donaukurier – und anschließend in vielen anderen Zeitungen. Auch noch Jahre nach dem schweren Flugzeugunglück mit 48 Toten. Das Bild geht um die Welt.

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Am Donnerstag, dem 09. August, auf den Tag genau 50 Jahre später, liegt ein Abzug davon in einer Schublade in Wolfs Wohnung in Ingolstadt. Mit einigen anderen Fotos, die er damals aufnahm. Er hat sie seit Jahren nicht mehr herausgenommen. Denn die Szenen, die er beobachtete, sind in seiner Erinnerung sehr lebendig. „Sie haben mich durch mein Leben begleitet“, sagt er. Wolf war nach diesem 09. August 1968 jahrelang als Fotograf und Videoredakteur unterwegs. Unzählige Unfälle musste er fotografieren, hat tote Kinder gesehen und verbrannte Leichen. 1944 kämpfte Wolf an der Ostfront. Aber er hat nie wieder etwas Schlimmeres gesehen als an diesem Tag auf der A9 bei Langenbruck.

Mit dem Pfarrer hat er nie ein Wort gesprochen

Ein viermotoriges Propellerflugzeug der British Eagle International Airlines war auf die Autobahn gekracht. Die Maschine war von London auf dem Weg nach Innsbruck, als Elektrik, Funk und Navigation ausfielen. Wegen dichter Wolken ging der Kapitän in einen steilen Sinkflug, doch die Belastung für das Flugzeug war zu groß. Die Außenflügel brachen – es stürzte ab wie ein Stein. Die 48 Menschen an Bord hatten keine Chance.

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Der heute 92-Jährige erreichte die Unfallstelle als einer der Ersten.

Als Wolf eine Viertelstunde nach dem Absturz am Unglücksort eintraf, ahnte er noch nicht, dass tagelang Leichenteile geborgen werden würden. Aber er spürte, dass er wohl das Bild seines Lebens gemacht hatte. Dankbar war Wolf nie dafür. 

Er war damals 42 und Bundeswehroffizier. Nebenbei machte er als freier Fotograf Bilder. Deshalb durfte er den Polizeifunk mithören. Gerade als er an diesem Freitagmittag aus dem Kasernentor fuhr, hörte er die Nachricht von dem Absturz. „Die A9 war nur ein paar hundert Meter entfernt“, erzählt er. Wolf stieg in dem Moment aus seinem Auto aus, als ein Polizeiauto vorbeifuhr. Die Beamten kannten ihn, boten ihm an, ihn mitzunehmen. „Als wir ankamen, war niemand da“, berichtet Wolf. Mit dem Pfarrer hat Wolf nie ein Wort gesprochen. Er kennt nicht mal dessen Namen. 

Diese Flugzeugabstürze erschütterten München

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17. Dezember 1960: Ein Transportflugzeug der US-Air-Force stürzt im Bereich Bayerstraße/ Martin-Greif-Straße auf die Straßenbahn. Alle 20 Insassen der Maschine, 27 Leute in der Tram und fünf Passanten sterben.

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6. Februar 1958: Ein Charterflug der British European Airways explodiert beim dritten Startversuch in Riem. 23 der 44 Insassen kommen ums Leben – darunter Spieler und Trainer von Manchester United.

Trudering-Unglück: Neun Tote

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11. August 1987: Bei einem Übungsflug kracht eine Piper auf die Wasserburger Landstraße und trifft einen Linienbus – der schleudert in ein Schnellrestaurant. Neun Menschen überleben das Unglück nicht.

Katrin Woitsch

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