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Anlagebetrug im großen Stil wirft die Staatsanwaltschaft den Angeklagten vor. Insgesamt rund 60 Millionen Euro Schaden sollen sie verursacht haben.

Mega-Betrug

60 Mio. Euro! Anlageberater sollen 5830 Kunden geprellt haben

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Sie hatten ihnen vertraut – und wurden bitter enttäuscht. Das investierte Geld: verloren. Und die Kunden waren am Ende die Dummen... Doch nun werden vier Anlageberater zur Verantwortung gezogen.

München - Seit Freitag wird dem Quartett vor dem Landgericht München der Prozess gemacht, weil sie insgesamt 5830 Kunden geprellt haben sollen. Anlagebetrug im großen Stil wirft die Staatsanwaltschaft den Angeklagten Michael O., Daniel F., Dieter K. und Michael H. vor. Insgesamt rund 60 Millionen Euro Schaden sollen sie verursacht haben. Eine unglaubliche Summe. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Angestellter müsste 1200 Jahre lang arbeiten, um so viel Geld zu verdienen.

Die Staatsanwaltschaft wirft den vier Männern vor, mit einer Anlagefirma von der Schweiz aus ein Schneeballsystem betrieben zu haben. Dafür haben sie angeblich eine lukrative und risikolose Altersvorsorge vorgetäuscht. So sollen die Angeklagten, von denen drei seit Februar 2017 in Untersuchungshaft sitzen, ihre Anleger betrogen haben. Ende 2008 soll der mutmaßliche Kapitalbetrug begonnen haben. Erst Ende 2016 hatte die Polizei die Verbrechensserie beendet und das Amtsgericht einen Haftbefehl erlassen.

Zu den Tatkomplexen konnten sich die Angeklagten noch nicht äußern

Vor Gericht schauten die Anlageberater am Freitag recht bedröppelt drein. Hintereinander nahmen sie mit ihren Anwälten auf der Anklagebank Platz. Am Ende war es eine große Menschentraube, die den ganzen Tag lang nur wenig ausrichten konnte: Denn über Stunden hinweg verlas die Staatsanwaltschaft die üppige Anklageschrift, die insgesamt 77 Seiten lang ist. Darin enthalten: die einzelnen Firmengeflechte und Aufträge, jede Menge Zahlen und Tabellen.

Vorsicht, Abzocke: Wie Anleger betrügerische Anlagen erkennen

Zu den Tatkomplexen konnten sich die Angeklagten aus diesem Grund noch nicht äußern. Ihre Anwälte beschränkten sich am Freitag darauf, einen Antrag auf Aussetzung des Wirtschafts-Strafverfahrens zu stellen. Ob dieser Antrag Aussicht auf Erfolg hat? Eher unwahrscheinlich.

Am Dienstag wird der Prozess fortgesetzt, weitere 35 Verhandlungstage sind geplant. Am 16. August soll das Urteil fallen. 

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Andreas Thieme

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