Lawinenabgänge in den Chiemgauer Alpen - verschüttete Personen vermutet

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Patrik L. wurde über eBay betrogen. Anzeige bei der Polizei hat er bereits erstattet.

Er ist nicht das einzige Opfer

Münchner erst von Händler abgezockt - dann Ärger mit eBay

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Kunden von eBay wurden anscheinend von dem Händler „Kanich-Media“ betrogen. Patrik L. aus München ist eines der Opfer - es geht bei ihm um 638 Euro. 

München - Er wollte sich selbst eine Freude zum Geburtstag machen und sich eine Apple-Watch gönnen. Bei der Online-Plattform eBay wurde er fündig, bot, bekam den Zuschlag und überwies 638 Euro. Doch dann erlebte Patrik L. aus München eine böse Überraschung. 

Online-Überweisung anstatt PayPal

Alles beginnt Anfang Juni, L., 40 Jahre, Münchner, in der Werbebranche tätig, interessiert sich für die neue Apple-Watch. Auf eBay findet er, was er sucht, bietet und bekommt den Zuschlag - immerhin, 200 Euro günstiger als bei Apple, denkt sich L.. Gekauft. Doch mit seinem Klick bei der Onlineüberweisung dämmert es dem Münchner bereits; er hat kein gutes Gefühl und soll darin bestätigt werden. 638 Euro wandern auf das Postbank-Konto des eBay-Händlers „Kanich-Media“. PayPal, der einzige Online-Bezahldienst der eBay-Käuferschutz hat, habe der Händler nicht angeboten, sagt Patrik L.. Das Unternehmen erlaubt auf seinem Portal auch andere „unsichere“ Bezahlmethoden. Das machte den Münchner eigentlich schon stutzig.

„Kanich-Media“ gibt es gar nicht 

L. bekommt eine digitale Versandbestätigung von DHL, noch scheint alles gut. Zwei Tage passiert nichts, dann meldet sich DHL, die Verpackung sei nicht in Ordnung, das Paket (mit dem vermeintlichen Apple-Produkt) könne nicht transportiert werden. Es wandert an Stepan Kanisch (Kanich-Media) nach Ganderkesee, einer Gemeinde nahe Bremen, zurück. Zumindest steht das als Absender darauf. Aber: Die Adresse ist falsch. 

Patrik L. hat ein Problem: Geld futsch, keine Ware, Verkäufer nicht auffindbar. L. schätzt, dass der „Händler“ das Konto während des Versands (vermutlich von keiner Apple-Watch) das Konto der Postbank leergeräumt hat. Alleine an dem Tag, an dem der Münchner das vermeintliche Apple-Produkt kaufte, hätten zahlreiche andere Kunden auch etwas bei „Kanich-Media“ gekauft. So seien knapp 40.000 Euro geflossen. Ausgeliefert wurde kein einziges Produkt, stellt sich heraus, denn einige der Betrogenen, tuen sich zusammen und schreiben sich ihre Geschichte in einer eigens gegründeten Whatsapp-Gruppe. Jetzt wollen Sie gemeinsam gegen den Verkäufer und eBay vorgehen.

In kurzer Zeit sammelt „Kanich-Media“ zahlreiche negative Bewertungen - Betrugsverdacht. Der Internethändler eBay wird massiv kritisiert, sperrt den Acoount aber nicht sofort.

eBay will mit Kunden nicht mehr sprechen

L. wendet sich an eBay - und erlebt die nächste böse Überraschung. Über Umwege, da eBay nicht direkt von Kunden kontaktiert werden könne, kommt L. dazu, seine Beschwerde und seine Fragen doch an das Unternehmen zu richten. Wieso überhaupt jemand versteigern könne, der Paypal ausschließe und wieso man niemanden anrufen könne, wollte der 40-Jährige wissen. Die Antwort von eBay ist ernüchternd: Er solle den Fall bei der Polizei anzeigen und in Zukunft nur mehr via PayPal bezahlen, heißt es in einer Nachricht, die unserer Onlineredaktion vorliegt. L. ist sauer. Er habe eine vorgefertigte Antwort bekommen, der Verkäufer sei immer noch aktiv und von eBay nicht gesperrt. Dieses sagt, es habe Maßnahmen ergriffen, die für außenstehende nicht ersichtlich seien. Weitere Daten des vermeintlichen Betrügers will eBay nicht preisgeben. Als L. erneut nach Kontaktdaten zu „Kanich-Media“ fragt, reagiert eBay so: Alles sei gesagt, Käuferschutz habe L. nicht bei einer Überweisung, und „dass das die letzte Antwort zu diesem Thema“ sei. L. fehlen die Worte. Er geht zur Polizei, bringt den Fall zur Anzeige. 

Die Antwort von eBay macht Patrik L. sprachlos.

Ein betrogener Kunde stammt aus der selben Gemeinde wie der „Verkäufer“

Auf mehrmaliger Nachfrage unserer Onlineredaktion bei eBay, antwortet das Unternehmen erst, dass bei hochpreisigen Artikeln immer PayPal empfohlen werde. „Sollte der Verkäufer kein PayPal anbieten, muss der Käufer selbst entscheiden, ob er das Risiko eingehen möchte.“ Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen dürften Verkäufer nicht zu PayPal gezwungen werden. Dass L. die Polizei eingeschaltet hat, begrüßt eBay und verspricht: „eBay arbeitet mit den ermittelnden Behörden zusammen unterstützt diese bei ihren Ermittlungen“. Mit L. hätten noch elf weitere von „Kanich-Media“ betrogene Kunden aus Deutschland und ein Mann aus Abu-Dhabi Anzeige erstattet. Skurril dabei: Einer der Betrogenen stammt aus der selben Gemeinde wie der „Verkäufer“ Stepan Kanisch von „Kanich-Media“: Ganderkesee; eine Gemeinde mit knapp 31.000 Einwohnern. Wo der tatsächliche Wohnsitz desjenigen ist, der hinter „Kanich-Media“ steckt, ist weiterhin unklar. Bei der angegebenen Absenderadresse wohnt ein anderer Mann, der, so L., bereits die Polizei kontaktiert habe, da er ständig von eBay-Kunden Beschwerden bekomme. 

„Nicht so kundenfreundliche Antwort“ 

Dass eBay nicht weiter mit Patrik L. und seinem Betrugs-Fall sprechen will, kommentiert das Unternehmen auf Nachfrage erst so: Diese Aussage können wir nicht verifizieren. Erst nachdem eBay per Mail der Screenshot der Unterhaltung (die in der Redaktion vorliegt) gesendet wurde, entschuldigt sich das Portal und schreibt dann das: „Für diese – nicht so kundenfreundliche Antwort – möchten wir uns herzlich entschuldigen. Wir werden diesbezüglich interne Maßnahmen ergreifen.“ 

Abwarten

Anstelle von Technik, wie bei eBay bestellt, bekommen Käufer Karotten. Mehrere Anzeigen laufen gegen einen „Händler“ des Portals. 

Indes kann L. nur abwarten, die Polizei ermittle. Ob die Behörden tatsächlich die Hintermänner des Fake-Händlers ausfindig machen können, sei unsicher. Verkäufer, die sich bei eBay registrieren, müssen lediglich ein gültiges Konto angeben. Dass PayPal sicher ist, könne nach Expertenmeinung so nicht gesagt werden. Wie onlinehaendler-news.de berichtet, kommt es auch hier zu Betrugsmaschen. Patrik L. will mit eBay in Zukunft nichts mehr zu tun haben, seinen Account meldet er ab. Ein paar der geprellten Kunden haben übrigens tatsächlich auch Pakete erhalten: Anstelle von Apple-Geräte befanden sich darin aber Karotten. 

Christoph Hollender

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