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Der Router blinkt nur noch rot, das Internet geht gar nicht mehr“, schimpft tz-Mitarbeiter und Telekom-Kunde Sebastian Raab.

Verbraucherschützerin im Interview

Immer wieder Ärger mit der Telekom: Woran’s oft hapert und wie Sie sich wehren können

Telekom-Kunde Sebastian Raab berichtet über seine negativen Erfahrungen. Eine Verbraucherschützerin gibt wertvolle Tipps im Umgang mit Anbietern. Darauf sollten Sie achten. 

München - Der Router blinkt nur noch rot, das Internet geht gar nicht mehr“, schimpft tz-Mitarbeiter und Telekom-Kunde Sebastian Raab (46). Sein Anbieter hat ihm sprichwörtlich den Stecker gezogen, abgerechnet wurde trotzdem! Die Vorgeschichte: Raab hat im November seinen Internet-Vertrag gekündigt. Der Grund: Immer wieder ist die Verbindung abgebrochen. Viele seiner Nachbarn nutzen M-net oder Vodafone - problemlos, so berichten sie. 

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„Das Internet geht gar nicht mehr“: Überraschende Erklärung per E-Mail

Raab: „Ich habe den Vertrag seit ungefähr sechs Jahren. Richtig zufrieden war ich damit allerdings nie.“ Die Telekom bestätigte Raabs Kündigung schriftlich - gemäß diesem Papier ist er noch bis zum 26. November 2019 Telekom-Kunde, also noch über zehn Monate lang. Im echten Leben lief’s aber anders: Da wurde die Leitung nämlich sofort abgestellt! Raab: „Ich habe seit vier Tagen kein Internet mehr. Als ich bei der Service-Hotline anrief, teilte man mir mit, dass meine Nummer nicht mal mehr existiert.“ Wie es weitergeht, konnte ihm bei der Telekom niemand sagen.

Unklar war auch, ob die tote Leitung an der Kündigung liegt - oder ob’s ein technisches Problem wegen der Baustelle vor dem Haus gibt. Raab: „Was genau passiert ist, war am Telefon nicht zu klären.“ Die tz erkundigte sich bei der Telekom - die überraschende Antwort kam dann per E-Mail: „Die vorzeitige Abschaltung war leider ein Fehler im System: ein Häkchen an der falschen Stelle.“ Die Service-Abteilung entschuldigte sich bei Raab für die Unannehmlichkeiten. 

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Viele Münchner Bürger haben Riesen-Ärger mit Telefon und Internet

Wenn es doch immer so einfach wäre wie am Ende in diesem Fall… Immer wieder haben Münchner Bürger Riesen-Ärger mit Telefon und Internet. Auf dieser Seite nennen wir die häufigsten Probleme und zeigen, wie Sie sich wehren können: 

Langsame Leitung:

Sie haben das Gefühl, Ihr Internet ist zu langsam? Dann können Sie die Geschwindigkeit selber testen. Um herauszufinden, ob Ihr Internet tatsächlich stockt, können Sie mit Hilfe der Internetseite der Bundesnetzagentur Ihre Verbindung auf die Probe stellen. Ist das Ergebnis dann deutlich unter Ihren vertraglichen Voraussetzungen, sollten Sie aktiv werden, rät die Verbraucherzentrale. Ein weiterer Tipp: Wenn das Internet nicht richtig funktioniert, kann das am Router liegen. Deshalb ist es ratsam, diesen erst einmal auszuschalten und neu zu starten.

Techniker kommt nicht:

Sie warten vergebens auf den Techniker, haben sich dafür vielleicht sogar freigenommen? Wurde der Techniker vom Anbieter geschickt und kommt nicht im vereinbarten Zeitraum, dann muss der Anbieter dem Kunden den dadurch entstandenen Schaden ersetzen. -Allerdings: Diesen Schaden muss man auch konkret beziffern können. Ein vergeudeter Urlaubstag ist in der Regel kein ersatzfähiger Schaden. Sollte der Techniker beim ersten Termin nicht erscheinen und Sie auch ein zweites Mal sitzen lassen, haben sie das Recht, den Vertrag zu kündigen.

Rechnung zu hoch:

In diesem Fall sollten Sie dringend einen Einzelverbindungsnachweis von Ihrem Anbieter anfordern. So können Sie -genau feststellen, ob Anrufe ins Ausland oder sonstige unerklärliche Kosten abgerechnet wurden. Bei Unklarheiten sollten Sie den Service kontaktieren. Als Kunde haben Sie nach Eingang der Rechnung acht Wochen lang Zeit, die Forderung zu beanstanden. Ihr Anbieter ist dann in der Pflicht, „das in Rechnung gestellte Verbindungsaufkommen nachzuweisen“, wie es im Juristen-Deutsch heißt. Also: Er muss alle Kosten aufschlüsseln. 

Bei einigen Telekom-Kunden wird die Rechnung ab Mai allerdings tatsächlich teurer. Der Anbieter will die Grundgebühr für einen seiner Tarife erhöhen

Technik kaputt:

Sie müssen sich immer wieder mit dem Warnhinweis „Server nicht gefunden“ rumärgern? Ursachen können defekte Router, brüchige Kabel oder eine falsche WLAN-Konfiguration sein. Den Router können Sie neu starten, Kabel auf Brüchigkeit untersuchen, Konfigurationsprobleme kann man oft übers Telefon beheben. Kontaktieren Sie Ihren Provider über die Servicenummer. Viele Probleme sind über diesen Weg zu klären. Und wenn’s nicht klappt? Tipp vom Profi: Schäden schriftlich reklamieren, Fristen setzen! Dann gibt es auch eine Chance auf -Schadensersatz.

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Verbraucherschützerin Martina Renner: „Lassen Sie sich nicht abschütteln!“

Wie drängend das Thema Telefon und Internet ist: Das weiß man auch bei der Verbraucherzentrale. Dort sind Fragen rund um die Anschlüsse ein Dauerbrenner. Die tz spricht mit Expertin Martina Renner: 

Mit welchen Problemen ist die Verbraucherzentrale am häufigsten konfrontiert? 

Martina Renner: Am häufigsten geht es um Vertragsfragen. Dazu sollte gesagt werden, dass Verbraucher immer genau lesen sollten, was im Vertrag festgehalten wurde. Habe ich statt dem kleinen aus Versehen das große Internet-Paket gebucht? Würde beim Handy nicht auch weniger Internet-Datenvolumen reichen? 

Mit welchen konkreten Problemen hat die Verbraucherzentrale in diesem Zusammenhang am häufigsten zu kämpfen? 

Renner: Im vergangenen Jahr waren es meistens untergeschobene Verträge, Probleme beim Kündigen - oder dass auf einmal das Internet abgeschaltet wurde. 

Welchen Tipp würden sie den Kunden in jedem Fall mit auf den Weg geben? 

Renner: Rufen Sie bei Problemen nicht nur einmal bei der Service-Hotline an, lassen Sie sich nicht abschütteln! Bleiben Sie hartnäckig! Sollte das nicht funktionieren, dann gibt es auch Hilfe bei der Bundesnetzagentur. Erklären Sie dort ihr Problem - und die Bundesnetzagentur wird bei Ihrem Anbieter noch einmal nachfragen.

bak

Die schlechte Mobilfunk-Verbindung der Telekom in Tutzing hat Auswirkungen. Die Betreiberin eines DHL-Paketshops muss in einen anderen Ortsteil fahren, um sich einzuloggen.

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