Teurer Urlaub

Münchner Familie muss im Ausland zum Arzt - Reiseversicherung zahlt nichts 

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Im Auslandsurlaub krank zu werden, ist sowieso schon eine Schreckensvorstellung. Ein Familienvater bleibt nun noch auf den Kosten sitzen. 

München - Insgesamt 150.060 pakistanische Rupien forderte ein Familienvater (42) von seiner Reiseversicherung. Er selbst und seine Zwillinge (5) mussten in Pakistan wegen einer Magen-Darm-Grippe behandelt werden. 

Umgerechnet 1343,75 Euro musste er für die Behandlung im Jahr 2015 zahlen. Doch die Versicherung verweigerte die Begleichung. Es gehe aus den Unterlagen nicht hervor, an welcher Erkrankung der Kläger und seine Kinder litten und inwieweit diese Erkrankungen behandelt wurde. 

Die Versicherung beauftragte einen Ermittlungsdienst, der weitere Nachforschungen anstellte. Kostenpunkt für die Recherchen: 250 Euro. Aus Sicht der Versicherung sind die eingereichten Belege über die Behandlung teilweise gefälscht bzw. von einer Institution ausgestellt worden, die überhaupt nicht mehr existiert. Deshalb wollte sie die 250 Euro für die Nachforschung nun wiederum von dem Familienvater erstattet haben. 

Gericht erkennt ärztliche Dokumente ebenfalls nicht an

Beide Seiten erhoben gegeneinander Klagen beim Amtsgericht München. Wie das Amtsgericht in einer Pressemitteilung berichtet, wurde der Fall zugunsten der Versicherung entschieden. Es warf dem Mann vor, dass seine Aussagen von „Detailarmut geprägt“ seien. Es sei nicht überprüfbar, welche Diagnose gestellt wurde, welche Behandlung konkret durchgeführt wurde und ob er tatsächlich die 150.060 Rupien bezahlt habe. 

Aber auch die Versicherung musste eine Niederlage einstecken. Da man nicht mit Sicherheit sagen könne, dass die eingereichten ärztlichen Belege Fälschungen seien, könne man dem Familienvater nicht die Kosten für die Erstellung des Berichts des Ermittlungsdienstes aufbrummen. 

Das Urteil des Amtsgerichts München ist rechtskräftig (Az. 159 C 517/17).

Lesen Sie zu diesem Thema: 

Auslandskrankenversicherung: Darauf sollten Sie achten

mag

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