+
Im vergangenen Jahr überreichte Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde in München, die Ohel-Jakob-Medaille an Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer.

Israelitische Kultusgemeinde verleiht Auszeichnung

Nach Seehofer erhält Merkel Ohel-Jakob Medaille

München - Die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern verleiht die Ohel-Jakob-Medaille an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die goldene Auszeichnung wird am Jahrestag der Einweihung der Münchner Hauptsynagoge verliehen.

Am 9. November 2006 wurde – 68 Jahre nach der Pogromnacht – die neue Münchner Hauptsynagoge feierlich eröffnet. Das wird heuer am Mittwoch, 9. November, um 19 Uhr in der Synagoge Ohel Jakob am St.-Jakobs-Platz gefeiert. Dazu ist auch ein hoher Besuch geladen: Bundeskanzlerin Angela Merkel bekommt die Ohel-Jakob-Medaille in Gold verliehen.

Die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern hat Merkel für die Auszeichnung ausgewählt, um ihre herausragenden Verdienste um das Judentum in Deutschland, ihren entschlossenen Einsatz gegen jede Form von Antisemitismus und ihr entschiedenes Bekenntnis zum jüdischen Staat Israel in Dankbarkeit zu würdigen. „In herausragender Weise verkörpert und vertritt sie eine entschlossene, leidenschaftliche und unbeirrbare Politik, die von Geschichtsbewusstsein und freiheitlich-demokratischer Verantwortung geprägt ist. Sie bestärkt und unterstützt die jüdischen Menschen in Deutschland in dem Bewusstsein, in unserem Land eine sichere Heimat zu haben“, sagt Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

Einweihungsdatum hat symbolische Kraft

Das Einweihungsdatum der Hauptsynagoge ist nicht zufällig auf den 9. November gefallen. Dieses Datum ist für die jüdischen Menschen in aller Welt untrennbar mit den grausamen Ereignissen der Pogromnacht vom 9. November 1938 und den darauffolgenden Tagen und Jahren verbunden ist. Die Eröffnung der neuen Münchner Hauptsynagoge hatte symbolische Kraft. Mit dem Bau der Synagoge und dem Umzug der Kultusgemeinde an den St.-Jakobs-Platz besiegelte die jüdische Gemeinschaft ihr Selbstverständnis als fester Bestandteil der Münchner Stadtgesellschaft und das endgültige Ende des Charakters als "Liquidationsgemeinde", als die sie 1945 wiedergegründet worden war.

Die Eröffnung des neuen jüdischen Zentrums in München hatte Strahlkraft weit über Bayern hinaus. In der ganzen Bundesrepublik entstanden in den folgenden Jahren nach der Münchner Initialzündung jüdische Gemeindezentren und Synagogen.

scw

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Explosiver Höhepunkt“ - Zoll beschlagnahmt besondere Potenzpillen
Einen besonderen Höhepunkt wollte ein Münchner mit Potenzpillen aus den USA erleben. Dabei hat ihm der Zoll einen Strich durch die Rechnung gemacht.
„Explosiver Höhepunkt“ - Zoll beschlagnahmt besondere Potenzpillen
Nach Bürgerentscheid: Hier wird München künftig eingeheizt
Nach dem Bürgerentscheid Raus aus der Steinkohle reagieren die Stadtwerke. Nach Informationen unserer Zeitung werden derzeit elf Standorte geprüft, wo insgesamt sechs …
Nach Bürgerentscheid: Hier wird München künftig eingeheizt
Was dürfen Kontrolleure und was nicht? Das sind die Anweisungen der Bahn
Wie arbeiten Kontrolleure? Was dürfen sie, was nicht? Wir haben bei der Deutschen Bahn nachgefragt.
Was dürfen Kontrolleure und was nicht? Das sind die Anweisungen der Bahn
TU-Warnung kursiert im Netz - Münchner Polizei ermittelt und beruhigt
Ein Foto von einer Waffe, dazu die Warnung, am Montag die Technische Universität München zu meiden: Im Internet kursiert diese mysteriöse Botschaft. Das sagt die Polizei …
TU-Warnung kursiert im Netz - Münchner Polizei ermittelt und beruhigt

Kommentare