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Dr. Axel Munz, Chef von Trachten Angermaier, prozessiert gegen Benedikt Daller vom Trachtenhaus Daller am Stiglmaierplatz.

Ein Größen-Streit

Zwietracht unter Münchner Trachten-Königen

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Angermaier und Daller streiten sich vor dem Landgericht um einen Radio-Werbespot - doch eigentlich geht es um Rivalität.

München - Der Streit der großen Münchner Trachtenhäuser Angermaier und Daller ist erneut vor Gericht gelandet. Stein des Anstoßes: Ein Werbespot, der bei Radio Energy zu hören war. „Münchens größtes Trachtenhaus am Stiglmaierplatz“ war im August 2018 in einer Werbung für Daller Tracht zu hören. Angermaier klagte deshalb.

Der Zoff drehte sich nun allerdings nicht um die Frage, wer das größte hat. Darum ging es bereits im Jahr 2013. Damals hatte Daller damit geworben, das größte Trachtenhaus zu sein. Angermaier klagte. Daller musste damals eine Unterlassungserklärung abgeben und darf seitdem nicht mehr mit dem Slogan „größtes Trachtenhaus“ werben. Bei dem Prozess am Dienstag ging es nun um die Frage, inwieweit Daller die Schuld daran gegeben werden kann, dass der Spot mit diesem Satz ausgestrahlt wurde. Denn Daller hatte eine Werbeagentur beauftragt, und ein Sprecher soll den Text abgewandelt haben. Vor Gericht ging es nun um die Frage, ob Daller davon wusste oder nicht. Juristisch ist das wesentlich für die Frage, ob er vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat. „Wir haben den Spot am 15. August erstmals gehört und wir gehen davon aus, dass er schon länger lief“, erklärte der Anwalt von Angermaier-Chef Axel Munz. Es sei davon auszugehen, dass Daller den Spot gehört habe.

Angermaier erhält Angebot von Radiosender

Dallers Anwalt hielt dagegen, dass die Zentrale der Firma außerhalb des Sendegebiets liegt und man sich auf den Werbepartner verlassen habe, mit dem man seit Jahren hervorragend zusammenarbeite. „Daller hat sofort gehandelt, als er durch die Abmahnung davon Kenntnis hatte“, erklärte Benedikt Dallers Anwalt. Vorab sei dem Geschäftsführer nicht die Version zugeschickt worden, die dann zu hören war. „Sonst wäre das nicht on air gegangen“, betont Daller.

Daller-Geschäftsführer Benedikt Daller erschien am Dienstag vor Gericht.

Werbeagentur und Radiosender gaben sich vor Gericht als Vermittler: „Der Versprecher in der Produktion geht auf unsere Kappe“, sagte der Anwalt der Agentur. Er bot Angermaier 6000 Euro Werbevolumen an – im Raum stand eine Vertragsstrafe von 25 000 Euro. „6000 Euro scheinen mir ein bisschen wenig“, so die Vorsitzende Richterin. Eine Fahrlässigkeit liege auf jeden Fall vor. „Wir hoffen auf eine schnelle Einigung“, so Benedikt Daller. Das hofft auch Axel Munz: „Wir stehen für ehrliches und faires Geschäftsgebaren.“ Fortsetzung am 2. April.

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