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Berufsleben in München und Bayern

Weltfrauentag: Sind Frauen in München gleichgestellt?

Im Arbeitsleben sind Frauen gegenüber Männern nach wie vor oft benachteiligt. Wie sieht das eigentlich in München und Bayern aus? Wir haben anlässlich des Weltfrauentages die Zahlen:

München - Seit mehr als 100 Jahren fordern Frauen am 8. März Gleichberechtigung und prangern die nach wie vor herrschende Gewalt gegen Frauen und ungleiche Behandlung im Berufsleben an. 

In der Arbeitswelt hat sich die Situation der Frauen weltweit insgesamt verbessert. Mit 68 Prozent liegt der Anteil der erwerbstätigen Frauen in Deutschland über dem Durchschnitt von 60 Prozent, wie die Bundeszentrale für politische Bildung mitteilte. Allerdings werden Frauen nach wie vor schlechter bezahlt als Männer. Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beträgt der Lohnunterschied durchschnittlich 16 Prozent bei mittlerem Einkommen. In Deutschland sind es 22 Prozent. Bereinigt nach Gleichheit der Arbeit und Qualifikation sind es noch etwa acht Prozent. Ministerin Manuela Schwesig verteidigt am Weltfrauentag 2017 die Forderung nach einer verbindlichen Frauenquote

Wie sieht es in unserer Region aus? Sind Frauen und Männer in München und Bayern gleichgestellt? 

Die Zahlen für München und Bayern:

Führungspositionen: Laut Gleichstellungsstelle der Stadt München haben 47 Prozent Frauen bei der Stadt Führungspositionen inne. 30 Prozent in der obersten Stufe, wie Referenten oder Schulleiter. Im Landtag sind 27 Prozent Frauen in leitenden Positionen tätig. In der Kommunalpolitik sieht es da etwas anders aus. In Bayern gibt es nur acht Prozent Bürgermeisterinnen. Die Frauenquote in den Stadträten liegt bei unter 50 Prozent.

Verdienstunterschied: In Bayern liegt der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern bei 25 Prozent. Die Gründe dafür seien vor allem die niedrig entlohnten Berufe. 80 Prozent der Angestellten im häuslichen und erzieherischen Bereich sind Frauen.

Frauen in der Wirtschaft:

Laut einer pünktlich zum Weltfrauentag von der IHK herausgegebenen Studie für München und Oberbayern hat sich im Vergleich zum Jahr 2000 nicht viel getan. Etwa 30 Prozent der Unternehmen in Oberbayern werden von Frauen geführt. Was die Studie weiter zeigt: Je größer das Unternehmen, desto weniger Frauen stehen an der Spitze. Auffällig ist auch, dass nur die Hälfte der Unternehmerinnen in Oberbayern Kinder hat.

Knapp ein Drittel (29,6 Prozent) der Geschäftsführer in München sind weiblich zeigt die Analyse des Firmenregisters der IHK für München und Oberbayern. In vielen großen Unternehmen, die ihren Hauptsitz in München haben, sind ein Drittel oder mehr der Aufsichtsratspositionen mit Frauen besetzt. Wie Radio Gong berichtete, sind die Unterschiede in den Führungspositionen bei den städtischen Unternehmen noch sehr different: Tierpark Hellabrunn (50 Prozent), GEWOFAG (50 Prozent), GWG (42 Prozent), Olympiapark (62 Prozent), SWM (12,5 Prozent), Messe München (16,7 Prozent)

Neubiberg setzt ein Zeichen

Immer mehr Kommunen setzten sich für die Gleichberechtigung der Frau ein. Die Gemeinde Neubiberg verteilt zum Weltfrauentag am 8. März Fairtrade-Rosen an alle Frauen, die das Rathaus besuchen und an die Mitarbeiterinnen in den Neubiberger Kinderbetreuungseinrichtungen. Mit der Aktion möchte die Gemeinde nicht nur ein Zeichen für Frauenrechte hierzulande setzen, sondern auch für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für Frauen auf Blumenfarmen in Ostafrika und in Lateinamerika eintreten.

Schon gewusst?

Der Internationale Frauentag ist in in folgenden Ländern ein gesetzlicher Feiertag: Angola, Armeinien, Aserbeitschan, Burkina Faso, Eritrea, Georgien, Guinea-Bissau, Kasachstan, Kambodscha, Kirgistan, Laos, Madagaskar, Moldawien, in der Mongolei, in Nepal, Russland, Sambia, Serbien, Tadschikistan, Turkmenistan, Uganda, in der Ukraione, in Usbekistan, Vietnam und Weißrussland. In der Volksrepublik China ist der Nachmittag für Frauen arbeitsfrei.

jb

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