Hier geht's bunt zu: Die Grafik zeigt deutlich, dass in manchen Stadtviertel mehr gestritten wird, als in anderen.

Streitfälle vor Gericht und mit Behörden

Wo Münchens größte Streithanseln wohnen

Im Deutschlandweiten Vergleich sind die Münchner zwar gelassener als die meisten Großstädter, aber auch hier wird gezankt was das Zeug hält. Welche Stadtviertel besonders betroffen sind, erfahren Sie hier.

Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei. Deshalb wird in Deutschland viel gestritten – mit Behörden, vor Gericht. In Bayern ist die Welt ein kleines Stück friedlicher als im Rest der Republik. Mit 18,8 Streitfällen pro 100 Einwohner (EW) ist der Bayer ziemlich gelassen, am häufigsten fetzen sich die Berliner (29,3) und die Hamburger (26,5). Das hat eine Studie der Advocard-Rechtsschutzversicherung ergeben, die nach eigenen Angaben mehr als eine Million Streitigkeiten von Privatpersonen ausgewertet hat.

Demnach sind auch die Münchner gelassener als andere Großstädter. 25,4 Streitfälle pro 100 Einwohner verzeichnet die Studie, die streitbarsten Deutschen finden sich in Leipzig (29,9), Köln (29,6) und Wuppertal (28,1).

Das sind die streitbarsten Viertel

Die meisten Auseinandersetzungen gab es in München in Bogenhausen (31,2 pro 100 EW) und der Maxvorstadt (30,8). Die friedlichsten Stadtteile (Grafik) sind die Schwanthalerhöhe mit 21,6 Streitfällen pro 100 EW sowie Untergiesing-Harlaching (21,1) und Obergiesing (20,9).

„In Großstädten wird aufgrund der Einwohnerdichte oft überdurchschnittlich viel gestritten“, sagt Anja-Mareen Decker, Leiterin der Rechtsabteilung von Advocard. „München gehört zu den lebenswertesten Städten Deutschlands. Dieser positive Umstand könnte ein Grund für das vergleichbar niedrige Streitaufkommen sein.“

Es geht um viel Geld

Wenn in München gestritten wird, geht’s um viel. In 40,1 Prozent der Fälle dauert die Auseinandersetzung über ein Jahr. Zudem sind die Streitwerte überdurchschnittlich hoch. In 43 Prozent der Fälle geht es um über 2000 Euro. In 16,3 Prozent um über 10 000 Euro. Das sind knapp 6 Prozentpunkte mehr als der Bundesschnitt (10,4). „In München liegt die Kaufkraft über dem Bundesdurchschnitt“, sagt Decker. „Die Erfahrung zeigt, dass mit höherer Kaufkraft auch die Werte steigen, um die gestritten wird.“

Die Damen sind besonders wehrhaft

Münchnerinnen streiten im Bundesvergleich deutlich häufiger als ihre Geschlechtsgenossinnen: Sie sind in 37,4 Prozent der Streitfälle involviert, während die Zahl bundesweit bei 32,8 Prozent liegt.

Private Angelegenheiten stehen sowohl bei den Münchner Männern (39,4 Prozent aller Streitfälle) als auch den Frauen (42,6) an erster Stelle. Damit liegt München im Bundestrend.

Auffallend ist, dass die Münchnerinnen weniger um Verkehrsthemen (14,3 Prozent) streiten als die Frauen im Bund (20,1 Prozent) – dafür ringen Münchens Frauen häufiger um Arbeitsthemen (20,8 vs 15,5 Prozent).

„Die Anzahl der arbeitenden Frauen steigt kontinuierlich und liegt in Bayern sogar etwas höher als im Bundesdurchschnitt. Dies kann ein Grund für die höhere Streitbereitschaft bei Arbeitsthemen sein“, vermutet Decker.

Eine Frage des Alters

In München streiten weniger Menschen zwischen 46 und 55 Jahren als im Bund: In der Metropole macht diese Altersgruppe 24,5 Prozent der Fälle aus, im Bund 28,3 Prozent.

Münchner von 26 bis 45 Jahren streiten hingegen häufiger (24,8 Prozent) als im Bundesschnitt (22,5 Prozent).

Der Anteil der Münchner von 56 bis 65 Jahre liegt bei 14,5 Prozent aller Fälle (Bund 15,4), der Anteil der 66-Jährigen aufwärts bei 8,4 Prozent (Bund 7,7 Prozent).  

wha

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