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Alexander Reissl und sein Herausforderer Hans-Dieter Kaplan am Mittwoch im Stadtrat.

Aufruhr in der Rathaus-SPD

Kommentar: Ein sinnloser Zwergenaufstand

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München - In der Rathaus-SPD soll der Fraktionschef gestürzt werden. Es ist ein Zwergenaufstand ohne Sinn und Erfolgsaussicht, kommentiert Merkur-Rathausreporter Felix Müller.

Aufruhr in der SPD: Ein Stadtrat hat eine Kampfkandidatur angekündigt, will den Fraktionsvorsitzenden Reissl stürzen. Doch was dramatisch klingt, ist eine Nullnummer, die weder Reissl noch OB Reiter noch der SPD schaden wird. Es ist ein Zwergenaufstand ohne Sinn: nicht personell, nicht politisch, nicht machtstrategisch.

Reissl ist wegen seines ruppigen Tons schon lange umstritten. Aber in der SPD hat nur der erfahrene Kommunalpolitiker es im Kreuz, die Konflikte mit der CSU zu moderieren. Irgendwann braucht die SPD einen Generationswechsel. Irgendwann wird sie riskieren müssen, jemanden Unerfahrenen in Stellung zu bringen. Aber doch nicht jetzt, in dieser schwierigen Konstellation. Und doch nicht Kaplan, einen unauffälligen Stadtrat, der zudem älter ist als Reissl. Für einen Neuanfang würde Kaplan nicht stehen.

Reissl ist bei den Grünen extrem unbeliebt, könnte 2020 ein Hindernis für ein neues rot-grünes Bündnis sein. Aber bis dahin muss die SPD in Ruhe junge Leute aufbauen, die nächste Politiker-Generation. Und eines sollten die Sozialdemokraten nicht vergessen: Ihnen droht der Markenkern verloren zu gehen. Einst die Partei der kleinen Leute, verliert man sich heute oft in Debatten wie im Soziologie-Seminar an der Uni. Reissl hingegen spricht nicht nur Münchnerisch, er hat auch ein Gefühl für die Sorgen der normalen Münchner. Die SPD würde einen großen Fehler machen, wenn sie ihn fallen ließe. Sie wird es nicht tun. Alles spricht für einen Zwergenaufstand ohne Sinn. Und ohne Erfolg.

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