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Staufrei unterwegs: So könnte die Seilbahn über dem Frankfurter Ring aussehen.

Möglicher Betreiber bietet sich an

Seilbahnen als Stau-Killer hoch im Kurs - bald auch in München und Dachau?

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Seilbahnen als Stau-Killer? Projekte in Dachau und am Frankfurter Ring sind im Gespräch. Die MVG signalisiert nun, als Betreiber einzuspringen.

München - Lufttaxis, Seilbahnen – Innovationen sind gefragt, um in München und dem Speckgürtel den Kollaps im öffentlichen Nahverkehr zu verhindern. Pläne für eine Seilbahn-Trasse über dem Frankfurter Ring gibt es im bayrischen Verkehrsministerium bereits seit Anfang des Jahres. 

Ministerin Ilse Aigner (CSU) hatte die Idee nun Mitte Juli gemeinsam mit Münchens OB Dieter Reiter (SPD) vorgestellt. Geplant ist eine 4,5 Kilometer lange Seilbahn als Direktverbindung zwischen dem Osten und dem Westen. Es wäre in Europa die erste Seilbahn, die nicht in erster Linie touristischen Zwecken dient. Am Frankfurter Ring soll getestet werden, inwieweit sich ein solches Projekt in das Nahverkehrskonzept integrieren lässt. Auf Anfrage hat die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) nun mitteilen lassen, als Betreiber für diese Seilbahn zur Verfügung zu stehen.

MVG: „Spannendes Thema“

„Das ist ein spannendes Thema“, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte. „Grundsätzlich sind Seilbahnen als urbanes Verkehrsmittel geeignet. Daher stehen wir dem offen gegenüber. Wir können uns auch gut vorstellen, eine Seilbahn in München zu betreiben.“ Wie für jedes andere Verkehrsmittel gelte auch für Seilbahnen: Es geht nicht um den Selbstzweck, sondern um den Nutzen für die Fahrgäste im Vergleich zu anderen Möglichkeiten der Beförderung. „Daher ist jede Idee sorgfältig zu prüfen.“ Das soll im Münchner Norden geschehen. Der Stadtrat soll möglichst bald nach der Sommerpause Grünes Licht für eine Machbarkeitsstudie geben. 

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„Das ist aus unserer Sicht der richtige Weg, um das Potenzial für dieses Projekt in verschiedenen Varianten zu ermitteln“, sagt Korte. „Vorstellbar sind nach Auffassung unserer Planer auch Verlängerungsoptionen, vor allem zur Maximierung des verkehrlichen Nutzens.“ Heißt: Es müsste nicht bei einer Länge von 4,5 Kilometern bleiben. Aus MVG-Sicht spricht für eine Seilbahn vor allem, dass die Bauzeit relativ kurz, die Investitionskosten überschaubar sind. Zudem würde an der Oberfläche kaum Platz benötigt. Geklärt werden müssten aber vor allem, ob eine Nachfrage gegeben ist und wie sich die Umsteigebauwerke gestalten. „Eine direkte Verknüpfung mit dem herkömmlichem ÖPNV über kurze Fußwege ist unabdingbar, ansonsten geht die verkehrliche Wirkung verloren“, sagt Korte.

Seilbahn in Dachau?

Fragen, die sich nun auch die Stadt Dachau stellt. Deren Stadtrat will ebenfalls eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Die soll nicht nur grundsätzlich die Möglichkeiten ausloten, sondern auch eine Trasse fixieren. Vorstellbar wären Verbindungen zu den S-Bahnhöfen in Moosach oder Feldmoching.

In München besteht immer noch die Möglichkeit, dass es nicht bei der einen Seilbahn bleibt. Zuletzt gab es Ideen für eine Seilbahn vom Ostbahnhof Richtung Konzertsaal sowie für eine Trasse zwischen der Dülferstraße und Kieferngarten (wir berichteten). Abgelehnt hat der Münchner Stadtrat ein solches Projekt zwischen Garching-Hochbrück und der Dülferstraße. Die Verbindung war als nicht wirtschaftlich beurteilt worden. Eine Trasse zwischen Thalkirchen und dem Tierpark scheiterte an Vorbehalten des Naturschutzes. Unlängst hatte der Aubinger Bezirksausschuss mit einer Seilbahn zur S-Bahn-Station in Freiham geliebäugelt. Und offen ist eine Entscheidung über eine Seilbahn, die Englschalking, Riem und die Messe verbinden könnte. Dem Vernehmen nach liegen auch dafür bereits Pläne in der Schublade des Ministeriums.

Sascha Karowski

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