Für schwer erkrankte Fälle

Riesen-Hoffnung für Corona-Patienten: Münchner Klinik plant bedeutenden Schritt, der sogar Leben retten kann

  • Andreas Beez
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Die Zwischenergebnisse sind ermutigend: Ein neues Mittel soll nun gegen das Coronavirus helfen. Experten von der Klinik Schwabing in München sind zuversichtlich.

  • Wohl ab Juni gibt es ein neues Corona-Medikament in München.
  • Das Medikament wird seit Wochen in Studien getestet.
  • Erste Statistiken belegen, dass das Medikament Leben retten kann.
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München - Hoffnung für schwer krankeCovid-19*-Patienten: Das erste Medikament zur Behandlung des Lungenleidens, das auch andere Organe wie Herz, Hirn, Nieren und Leber massiv schädigen kann, wird in München* voraussichtlich bereits ab Mitte Juni offiziell verabreicht. Es steht dann allen Patienten zur Verfügung, die wegen Corona im Krankenhaus behandelt* werden – vorausgesetzt, die Ärzte erachten die Therapie für sinnvoll.

Klinik-Schwabing-Chefarzt aus München zu Corona-Medikament: „Erwarte sehr zeitnahe Zulassung“

Es gilt nur noch als reine Formsache, dass die Arzneimittelbehörde grünes Licht für den Einsatz des Medikaments Remdesivir* gibt. „Ich erwarte eine sehr zeitnahe Zulassung“, bestätigteProfessor Dr. Clemens Wendtner gestern in einem tz-Gespräch. Der Chefarzt der Infektiologie in der München Klinik Schwabing* zählt zu Deutschlands führenden Corona*-Experten. Mit seinem Ärzte-Team hat Wendnter maßgeblich an der genaueren Erforschung des neuen Medikaments mitgearbeitet. So wird Remdesivir bereits seit acht Wochen an acht deutschen Unikliniken im Rahmen von Studien verabreicht, in Bayern neben der München Klinik auch im Uniklinikum rechts der Isar.

Große Hoffnung für Covid-19-Patienten: Eine Ampulle des Medikamentes Remdesivir.

Die Zwischenergebnisse der Wissenschaftler sind ermutigend. So habe das Medikament bei etwa jedem zweiten Patienten geholfen, berichtete Professor Wendtner. „Es ist zwar kein Zaubermittel, kann den Krankheitsverlauf aber positiv beeinflussen.“ Die wichtigsten Effekte: eine Verkürzung der Erkrankungsdauer, ein schnellerer Rückgang des Fiebers und eine schnellere Kontrolle des Entzüngungsprozesses. Die wichtigste Erkenntnis: Remdesivir kann Leben retten. Das belegen erste Statisiken aus Studien. Danach lag die Sterblichkeit bei schwer kranken Covid-19-Patienten, die mit dem Mittel behandelt worden sind, bei acht Prozent. In der Vergleichsgruppe ohne diese Therapie waren es dagegen zwölf Prozent.

München: Coronavirus-Medikament Remdesivir wurde einst gegen Ebola entwickelt

Remdesivir stammt aus den Entwicklungslabor des kalifornischen Pharmakonzerns Gilead Sciences (Jahresumsatz 22 Milliarden US-Dollar). Es ist einst im Kampf gegen Ebola entwickelt worden, mangels durchschlagender Wirksamkeit aber nicht auf den Markt gebracht worden. Im Kampf gegen Covid-19 scheint es wesentlich effektiver zu sein. Es reduziert offenbar die Virenlast – also vereinfacht erklärt die Zahl der Viren. Dadurch soll vor allem die gefürchtete schwere Lungenentzündung schneller abklingen.

In den USA hat das Medikament bereits am 1. Mai eine Notfallgenehmigung für den Einsatz bei Covid-19 erhalten. Ein Schlüsseltermin bei der Zulassung in Deutschland ist der 28. Mai. An diesem Termin läuft eine große Studie namens Simple Trial aus, die aller Voraussicht nach den Nutzen von Remdesivir erhärten wird. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass das Medikament nur vergleichsweise harmlose Nebenwirkungen verursacht. „Wir haben vor allem Übelkeit beobachtet, Kopfschmerzen und leichte Leberentzündungen“, sagte Professor Wendtner gegenüber der tz. „Deshalb wird Remdesivir sehr wahrscheinlich großzügig eingesetzt.“

*tz.de und Merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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