Antikörper-Studie soll Anfang Juli vorgestellt werden

Münchens Corona-Studie: tz-Redakteur nahm teil - jetzt ist der Brief mit dem Test-Ergebnis da

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Am Tropeninstitut des LMU-Klinikums wird derzeit versucht, die Dunkelziffer der Corona-Erkrankungen in München festzustellen.

  • Am Tropeninstitut des LMU-Klinikums wird in einer Studie die Corona*-Dunkelziffer erforscht.
  • Einer der Probanden der Studie ist tz-Redakteur Andreas Thieme*.
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München -  Wie ist es denn nun ausgegangen? Das haben meine Freunde, Kollegen und die Familie in den vergangenen Wochen immer wieder gefragt. Und auch ich selbst habe öfter daran gedacht: Hatte ich Corona* – ohne es zu merken? Das versuchen die Wissenschaftler am Tropeninstitut des LMU Klinikums seit Anfang April mit ihrer Antikörperstudie* herauszufinden.

Coronavirus-Antikörperstudie in München: Der Ergebnis-Brief ist drei Seiten lang

3000 Münchner Haushalte wurden dafür zufällig ausgewählt und getestet – am 20. April war ich einer von ihnen. Auch mir wurden drei Milliliter Blut abgezapft, um zu prüfen, ob ich Antikörper im Blut habe. Kürzlich kam nun das Ergebnis: Es ist negativ. „Kein spezifischer Nachweis von SARS-CoV-2-Antikörpern“, heißt in dem dreiseitigen Schreiben des Tropeninstituts. Derzeit liege „kein Hinweis“ auf eine durchgemachte Corona-Infektion vor.

Der Brief des Münchner Tropeninstituts zu Thiemes Testergebnis in der Coronavirus-Antikörper-Studie

Ganz ehrlich: Ich bin froh darüber. Zum einen, dass ich nicht infiziert wurde. Denn seit Wochen versuchen alle, sich ständig die Hände zu desinfizieren* und den notwendigen Abstand* einzuhalten. Das ist schwierig genug. Und welche Botschaft wäre es also, wenn man sich trotzdem angesteckt hätte? Ich hätte mich allein damit unwohl gefühlt. Dazu kommt: In diesem Fall wäre ich auch eine Gefahr für meine Mitmenschen gewesen. Kein schöner Gedanke…

Coronavirus in München: Ergebnisse der Studie für Mitte Juni erwartet

Experten sehen es genau andersherum: Jeder Infizierte, dem es nicht schlecht ging, ist ein Fortschritt – und zwar in Richtung Herdenimmunität*. Diesen Zustand wird die Gesellschaft erst erreichen, wenn 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung eine Infektion durchlaufen haben. Insofern wäre es sogar günstig, wenn die Dunkelziffer hoch wäre: Denn dann nähern wir uns der Herdenimmunität schneller.

Mitte Juni wird das Tropeninstitut erste Ergebnisse erhoben haben – diese werden nach ausführlicher Analyse dann wohl Anfang Juli vorgestellt. Bislang gibt es nur Schätzungen in Sachen Dunkelziffer: Sie liegt wohl im unteren einstelligen Bereich. Bis Freitag hatten die Mitarbeiter des Tropeninstituts rund 2700 von 3000 Haushalten besucht. In wenigen Wochen wird dann die ganze Welt auf die Münchner Ergebnisse schauen.

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Die Corona-Krise hält München weiter in Atem. In einem ausführlichen Statement will Ministerpräsident Markus Söder erklären, wie es weitergeht.

Rubriklistenbild: © Sigi Jantz

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