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Unter einer Dunstglocke liegt München am Sonntagnachmittag. Das Problem: Es ist nicht nur Nebel, sondern auch jede Menge Feinstaub. 
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Unter einer Dunstglocke liegt München am Sonntagnachmittag. Das Problem: Es ist nicht nur Nebel, sondern auch jede Menge Feinstaub. 
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Unter einer Dunstglocke liegt München am Sonntagnachmittag. Das Problem: Es ist nicht nur Nebel, sondern auch jede Menge Feinstaub. 
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Unter einer Dunstglocke liegt München am Sonntagnachmittag. Das Problem: Es ist nicht nur Nebel, sondern auch jede Menge Feinstaub. 
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Unter einer Dunstglocke liegt München am Sonntagnachmittag. Das Problem: Es ist nicht nur Nebel, sondern auch jede Menge Feinstaub. 
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Unter einer Dunstglocke liegt München am Sonntagnachmittag. Das Problem: Es ist nicht nur Nebel, sondern auch jede Menge Feinstaub. 

Es war nicht nur das Silvesterfeuerwerk

Darum war die Luft am Neujahrstag in München so dick

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München - Hoch „Yörn“ und das Silvesterfeuerwerk haben den Münchnern einen ungesunden Start ins neue Jahr beschert: Am Neujahrstag stiegen die Feinstaubwerte in der Stadt in schwindelerregende Höhen. 

Bis Mitternacht sah noch alles gut aus: Die Feinstaub-Konzentration, gemittelt über die vergangenen 24 Stunden, lag an der Messstelle in Johanneskirchen bei 25 Mikrogramm pro Kubikmeter, am Stachus bei 44 und an der Landshuter Alle, dem Sorgenkind der Münchner Luftwächter, bei 48. Zum Vergleich: Bei 50 Mikrogramm liegt der Tagesmittelwert, der nach geltendem Recht maximal 35 Mal im Jahr überschritten werden darf. Das Umweltbundesamt bewertet die Luftgüte bis zu einem Tagesmittelwert von 19 noch als „gut“, bis 50 als „befriedigend“ und ab 100 als „schlecht“.

So gesehen war die Luft am Neujahrsmorgen bereits hundsmiserabel. Denn ab Mitternacht, als sich Raketen und Böller millionenfach in Rauch auflösten, stiegen die Messwerte. Der sogenannte Stundenmittelwert schoss am Stachus zwischen 1 und 2 Uhr morgens auf atemberaubende 1346 Mikrogramm pro Kubikmeter empor und sank erst um 4 Uhr morgens wieder unter die Tausender-Marke. Der für die amtliche Messung maßgebliche „gleitende 24-Stunden-Mittelwert“ zog langsam nach: Um 2 Uhr überschritt er an der Landshuter Allee die 100-Mikrogramm-Grenze, um 4 Uhr morgens waren 208 Mikrogramm erreicht, und um 10 Uhr, als die Frühaufsteher zum Morgenspaziergang aufbrachen, um auf menschenleeren Straßen vermeintlich frische Luft zu schnappen, lag er über der Landshuter Allee gleichauf mit dem Stunden-Mittelwert bei 450 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft. Am Stachus waren es immerhin noch atemberaubende 375 Mikrogramm, selbst in Johanneskirchen ungesunde 228.

Dass das Silvesterfeuerwerk die Feinstaubwerte steigen lässt, ist nichts Ungewöhnliches. Rund 4000 Tonnen Feinstaub der für die Messungen maßgeblichen Partikelgröße PM10 würden in einer Silvesternacht freigesetzt, haben Experten des Umweltbundesamts errechnet. Das entspreche „in etwa 15 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge“.

Doch das allein hätte nicht genügt, um die Luft in München derart dick zu machen. Das sich abschwächende Hochdruckgebiet Yörn habe die Lage verschärft, erläutert Dominik Smieskol, Wetterberater beim Deutschen Wetterdienst in München.

Am Boden sei es in der sternklaren Nacht sehr kalt geworden, und über der eisigen Luft liege jetzt verhältnismäßig milde Höhenluft wie ein Deckel. Inversion nennt der Fachmann diese laut Smieskol klassische Wetterlage. „Sie reicht bis 500 Meter über Grund. Darunter findet kein Austausch statt“, so Smieskol am frühen Sonntagnachmittag. Der Feinstaub, von keinem Lüftchen verblasen, hing über der Stadt fest, „und kommt jetzt nach und nach runter“.

Der Smog, der München einhüllte, war mit bloßem Auge zu sehen und in Hals und Nase zu spüren. Der 24-Stunden-Mittelwert stieg immer höher. Um 18 Uhr waren an der Landshuter Allee 532 Mikrogramm erreicht, am Stachus 470 und in Johanneskirchen 322 – Tendenz immer noch steigend und einmalig in ganz Bayern. Zum Vergleich: Augsburg meldete zur gleichen Zeit 94 Mikrogramm, Landshut 54 und Burghausen 48 mit gleichbleibender Tendenz.

Eine Hoffnung, immerhin, kann Wetterexperte Smieskol den Münchnern machen: schon heute soll sich die Inversion abschwächen oder ganz auflösen und den Münchnern frische Luft bescheren.

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