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Zeichen der Solidarität: 2000 Münchner haben auf dem St.-Jakobs-Platz der Zerstörung der Münchner Hauptsynagoge vor 80 Jahren gedacht.

“Ihr seid nicht allein!“ 

Demo am Jakobsplatz: 2000 Münchner gegen Antisemitismus

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Eine klare Botschaft in schwierigen Zeiten sendeten 2000 Münchner vom Jakobsplatz an die Münchner Juden aus: „Ihr seid nicht allein!“ Anders war es vor 80 Jahren: Damals wurde die Münchner Hauptsynagoge zerstört.

München - „Der 8. Juni 1938 zählt zu den dunkelsten Tagen der Münchner Stadtgeschichte“, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) gestern vor der neuen Hauptsynagoge am Jakobsplatz. Vor 80 Jahren wurde die Münchner Hauptsynagoge auf Geheiß der Stadtverwaltung zerstört. Dieser Akt, noch vor den Novemberpogromen, war ein Vorbote des Holocausts, der Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nationalsozialisten.

„Die beschämend große Mehrheit der Münchner Bevölkerung nahm die grausamen Verbrechen an ihren jüdischen Nachbarn und Kollegen gleichgültig hin – oder stimmte ihnen gar ausdrücklich zu“, sagte Reiter. Das dürfe nie wieder passieren – und deshalb sei es gerade nach den antisemitischen Attacken der letzten Wochen so wichtig, „sich solidarisch an die Seite der Münchner Juden zu stellen“. Dieses Signal solle vom Jakobsplatz ausgehen. Alle Bürger seien aufgefordert, sich dem Antisemitismus entgegenzustellen – in welcher Form er auch immer auftritt. „Wer einzelne Formen des Antisemitismus ausblendet, verharmlost oder gar bewusst relativiert, verliert nicht nur seine Glaubwürdigkeit im Kampf gegen Antisemitismus – sondern ist Teil des Problems“, sagte Reiter und forderte die Münchner auf, Judenhass, auch und gerade im direkten Umfeld, entschieden entgegenzutreten.

„Wir dürfen den Traum der Normalität nicht aufgeben“

Der Kabarettist Christian Springer ist, trotz aller Rückschläge, voller Hoffnung: „Ich glaube, dass wir doch aus der Geschichte lernen können.“ Und diese Lehre müsse lauten: „Wer Juden hasst, der hasst unsere Gesellschaft, das friedliche Zusammenleben – und am Ende uns alle“, stellte Springer klar.

München ist bunt: SPD-Landtagsabgeordnete Isabell Zacharias und Kabarettist Christian Springer.

Die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch, ist dankbar für die Solidarität der Münchner. „Es gab Momente, in letzter Zeit, in denen sich die jüdische Gemeinschaft allein fühlte. Aber alle, die hier sind wissen, dass der Antisemitismus nicht nur Juden gefährdet. Er gefährdet unsere Freiheit und unsere Demokratie“, sagte Knobloch. Besonders das Abschneiden der AfD bei der letzten Bundestagswahl sieht sie mit Sorge: „Wir leben in einer Zeit, in der eine rechtsextreme Partei drittstärkste Kraft im Parlament ist und deren Partei- und Fraktionschef Alexander Gauland die Opfer der Konzentrations- und Vernichtungslager verhöhnt.“

Anfang 2006 war die neue Synagoge und das Gemeindezentrum am St.-Jakobs-Platz eingeweiht worden – die Hoffnung, dass dies der Beginn einer Normalität sein würde, hat sich nicht erfüllt. „Diesen Traum habe ich aktuell ad acta gelegt“, bekannte Knobloch. „Aber wir dürfen ihn nicht aufgeben, er liegt jetzt in den Händen der nächsten Generation. Mögen sie eine Kultur entwickeln, in der wir einander als Menschen sehen. Ohne Schubladen, ohne Ansehen von Herkunft, Hautfarbe, Kultur, Religion, Geschlecht oder sexueller Orientierung.“

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