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Damit fing alles an: Ein 42-jähriger Mann steht vor den Scherben seiner Existenz.

Drogen waren sein einziger Ausweg

Dieses traurige Familienschicksal führt zu dreifachem Entzug

Ein 42-Jähriger verliert seinen Führerschein und seinen Wagen. Vor Gericht kommen die traurigen Beweggründe für seine Taten zu Tage.

München - Ein Münchner Urteil im Fall eines 42-jährigen Trockenbauhelfers zeigt: In Sonderfällen darf das Gericht nicht nur den Führerschein entziehen, sondern auch das Fahrzeug einbehalten. Dabei berief sich die zuständige Richterin auf das Strafgesetzbuch (StGB). Es erlaubt, Gegenstände einzuziehen, die vorsätzlich als sogenanntes Tatmittel für Straftaten verwendet wurden (§74 Abs. 1 StGB). Das könne eine Waffe, ein Einbruchswerkzeug oder in Ausnahmefällen eben auch das Fahrzeug sein.

Insgesamt lautete das Strafmaß im konkreten Fall: acht Monate Gefängnis ohne Bewährung, Führerscheinentzug und eben die vorläufige Konfiszierung des Fahrzeugs im Wert von 25 000 Euro.

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Was war passiert? Der Angeklagte wurde bereits im März 2016 erwischt, als er unter Drogeneinfluss gegen eine Verkehrsinsel gefahren war. Damals wurde ihm die Fahrerlaubnis entzogen. Zusätzlich erhielt er eine fünfmonatige Bewährungsstrafe. Der Mann gab zu, auch im Dezember 2016 und im Mai 2017 unter Drogeneinfluss Auto gefahren zu sein. Bei der zweiten Fahrt wollte er sich laut eigener Aussage weiteres Kokain besorgen. Bei dieser Fahrt wertete das Gericht das Fahrzeug als „Tatmittel“ und zog es daher ein.

Scheidung, Drogensucht und Frustration 

Im Laufe des Verfahrens offenbarte sich zudem ein trauriges Familienschicksal, das sich strafmildernd auswirkte. Der verurteilte 42-Jährige ertrug es nicht, dass sich seine Ehefrau vor einigen Jahren hatte scheiden lassen. Laut eigener Aussage verlor er sich deshalb in der Kokainsucht. Er habe eine Zeit lang so viel von der Droge konsumiert, dass sich dadurch ein Loch im Gaumen bildete. Er habe diese Sucht zwar erkannt und an einem Entzugsprogramm teilgenommen. Doch die zusätzlich benötigte Therapie trat er nicht an, weswegen er später wieder kokainsüchtig wurde. Ein Teufelskreis begann. Die Scheidung von seiner Frau ertrug der Mann auch deshalb nicht, weil er wegen seines bekannten Drogenkonsums seine Kinder nur sehr selten sehen durfte, was ihn noch mehr frustrierte. Durch den intensiven Kokainkonsum häufte er zudem Schulden in Höhe von 50 000 Euro an.

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Möglicherweise wäre der Trockenbauhelfer mit einer Bewährungsstrafe davongekommen. Doch zu Ungunsten des Angeklagten wirkte sich letztlich aus, dass er schon vor etwa zehn Jahren einschlägig aufgefallen war: Damals erhielt er eine Bewährungsstrafe wegen unerlaubten Drogenbesitzes.

Hüseyin Ince

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