Eine Szene vom Siegestor: Ein Polizist bittet zum Test per Alkomat
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Eine Szene vom Siegestor: Ein Polizist bittet zum Test per Alkomat.

E-Scooter-Wahnsinn in München

Polizei jagt die Suff-Piloten - Die große E-Scooter-Kontrolle am Odeonsplatz

  • Stefanie Wegele
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  • Wolfgang Hauskrecht
    Wolfgang Hauskrecht
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E-Scooter sind in München aktuell total angesagt. Am Montag gab es erstmal eine große Verkehrskontrolle durch die Polizei. Dabei fiel auf, dass viele Fahrer die Regeln nicht kennen.

München - Wer zu späterer Stunde unterwegs ist, sieht sie häufiger: Junge Leute auf E-Scootern, die nicht mehr ganz die Linie halten. Das Gefährt ist praktisch, hat man die letzte U-Bahn verpasst. 

Allerdings gelten für die batteriebetriebenen Tretroller die selben Alkoholgrenzen wie beim Auto. Über 400 Anzeigen wegen Alkohol hat die Münchner Polizei in nur acht Wochen schon gestellt!

Alkohol ist nicht der einzige Verstoß. Viele fahren zu zweit auf den Rollern, düsen über Gehwege, durch Fußgängerzonen und Parks – was verboten ist. Fahren darf man nur auf Radwegen und Straßen, falls es keinen Radweg gibt.

„Viele betrachten E-Scooter eher als Spielzeug denn als Verkehrsmittel“, sagt Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer beim Deutschen Städtetag. „Die Anbieter müssen ihre Kundschaft besser über die regelkonforme Nutzung aufklären.“ Der Berliner Behindertenverband forderte jüngst gar verpflichtende Fahrstunden.

Lesen Sie auch: Immer sorgen E-Scooter in München und anderen deutschen Großstädte für erhitzte Gemüter. Doch auch in der kalten und rutschigen Jahreszeit werden sie wohl nicht von den Straßen verschwinden. Zumindest die Betreiber sehen im Winter kein Problem für die Benutzung der E-Scooter.

E-Scooter in München: Polizei beobachten Rollerfahrer genau

Mit den Rollern werden vor allem kurze Distanzen bewältigt. Die durchschnittliche Fahrstrecke liege derzeit bei 2,5 bis 3 Kilometern, die Nutzungsdauer im Schnitt bei 15 Minuten, sagt Balthasar Scheder von Tier, einem von vier Sharing-Anbietern in München. Neben Tier gibt es noch Lime, Voi und Circ, die in München E-Scooter auf der Straße haben.

Bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), die mit Tier kooperiert, ist man entspannt. Es gebe bisher „keine nennenswerten Probleme“, sagt Sprecher Matthias Korte. „Wir sind mit der Kooperation sehr zufrieden und erhalten von den Kunden positives Feedback.“

Allerdings: Die Polizei teilt diese entspannte Haltung ganz und gar nicht. Schon seit Wochen schauen die Beamten genau hin, wenn ihnen auf Streife ein Rollerfahrer auffällt – so wie zum Beispiel in jener Szene, die bei einer nächtlichen Kontrolle am Siegestor entstanden ist.

E-Scooter in München: So lief die große E-Scooter-Kontrolle am Odeonsplatz

Die Verkehrspolizisten ernten an diesem sonnigen Montagnachmittag viele verdutzte Gesichter. „Wisssen Sie, warum wir Sie anhalten?“, fragt Polizeioberkommissar Michael Eicher immer wieder. 

Kaan bretterte am Montag auf dem E-Roller durch die Fußgängerzone – macht 15 Euro, weil ihn die Polizei erwischt hat.

Ein verlegenes, fragendes „Nein“ ist meistens die Antwort. Zum ersten Mal hat die Münchner Polizei am Montag eine Schwerpunktkontrolle für die neuen Elektro-Roller durchgeführt.

Bei ihrer Aktion am Odeonsplatz fiel den Beamten vor allem eins auf: Die meisten Fahrer kennen sich mit den Regeln noch überhaupt nicht aus. 

So wie jene Münchner Mama, die ihrer kleinen Tochter eine Freude machen wollte und sie vorn auf den Scooter nahm. „Ich wusste nicht, dass das verboten ist“, sagt die Münchnerin. 

E-Scooter in München: In der Fußgängerzone sind sie verboten

Immerhin: Die Frau kommt diesmal noch mit einer mündlichen Verwarnung davon – zu zweit fahren kostet eigentlich zehn Euro. Auch Kinder haben auf den Rollern nichts verloren: „Man muss mindestens 14 sein“, sagt Eicher.

Ebenfalls verboten ist es, durch die Fußgängerzone zu fahren. Kostenpunkt: 15 Euro. Kaan (21) aus München wird erwischt und muss zahlen. Der Kellner nimmt’s sportlich. „Es passieren so viele andere schlimme Dinge in München, um die sich die Polizei kümmern sollte“, sagt er. 

Er sieht ein, dass es gefährlich sein kann, zwischen Fußgängern zu fahren. „Aber wenn man aufpasst, geht das“, sagt er. Er findet die Flitzer super – und wird auch das nächste Mal wieder durch die Fußgängerzone fahren.

In den zwei Stunden am Montag verwarnen die Polizisten 13 Fahrer mündlich, neun müssen zahlen – unter anderem, weil sie durch die Fußgängerzone fuhren. Um zumindestbetrunkene E-Scooter-Fahrer während der Wiesn zu vermeiden, hat sich ein Münchner E-Scooter-Verleih etwas Besonderes ausgedacht. 

E-Scooter in München: Die Elektroroller erobern die Stadt. Allerdings halten sich viele Fahrer nicht an die Promille-Grenze. Die Polizei berichtet über die erschreckende Wahrheit über E-Scooter in München. Auch eine Studie sorgt unterdessen für Aufsehen: Ihr zufolge sind die Scooter ein echter Öko-Flop.

E-Scooter liegen im Trend. Dem Kassenarzt-Chef dagegen sind sie ein Dorn im Auge - sie seien extrem gefährlich. Ein Unfallforscher widerspricht.

Im E-Scooter-Streit in München will das Unternehmen Voi nun einem Verbot vorgreifen. Es plant eine bestimmte Maßnahme. Auch wolle man sich für ein rücksichtsvolles Miteinander einsetzen.

W. Hauskrecht, S. Wegele

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